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Warum der Cyber-Krieg auch für Sie gefährlich ist

17.12.2010 | 11:45 Uhr |

Mit DDoS-Attacken legen Angreifer Webseiten lahm. Die Angriffe schädigen aber nicht nur Webseiten-Betreiber. Hinter DDoS lauern Botnetze, Trojaner und Ionenkanonen.

Am 28. November greifen Hacker per DDoS-Attacke Wikileaks-Server an und zwingen die Seite in die Knie . Wenige Tage später unterbricht die Hacker-Gemeinschaft „Operation Payback“ ihren Kampf gegen die Anti-Piraterie-Versuche der Unterhaltungsindustrie und attackiert vermeintliche Wikileaks-Gegner – wieder per DDoS-Angriff. Als erstes geht Paypal offline, dann folgt die Webseite der Schweizer Bank , die Julian Assanges Konto gekündigt hat. 16 Stunden und 30 Minuten ist die Bank-Seite offline, misst das Sicherheitsunternehmen Panda Security .
 
Am 7. Dezember um 14:52 Uhr folgt der Aufruf zum DDoS-Angriff auf EveryDNS.com – der DNS-Provider, der die Wikileaks-Adresse vom Netz genommen hat. DNS-Provider übersetzen IP-Adressen in Webadressen – geben Sie doch mal die IP-Adresse "62.146.91.230“ in die Adresszeile Ihres Browsers ein! Nur eine Minute nach dem Aufruf ist EveryDNS.com offline.
 
Später am gleichen Tag fällt mit lieberman.senate.gov das erste Mal eine Regierungsseite der Operation zum Opfer. Der Senator hat die Wikileaks-Berichterstattung in der New York Times verurteilt. Panda Security zählt rund 1000 Angreifer im Chat-Room der Seite und 600 teilnehmende Computer.
 
Anschließend rufen Hacker zum DDoS-Angriff auf Mastercard.com und Visa.com auf – die Unternehmen weigerten sich Wikileaks-Spendenzahlungen abzuwickeln. Der Angriff ist erfolgreich. Schließlich wird der Blog von Panda Security von Unbekannten unter Beschuss genommen – das Unternehmen vermutet einen Vertuschungsversuch der Dokumentation der Hacker-Angriffe.

Zuletzt strauchelt der Webgigant Amazon , nachdem Hacker zum DDoS-Angriff geblasen haben. Offizielle Begründung ist aber ein Hardware-Defekt.

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