09.08.2012, 10:05

Arne Arnold, Roland Freist, Anja Laubstein

Online-Sicherheit

Sicher surfen mit den richtigen Tools

Sorgen Sie für mehr Online-Sicherheit und Surfen sicher im Netz. ©istockphoto.com/MorePixels

Der Internet-Browser zählt zu den größten Schwachstellen eines PCs. Darum finden Sie hier die besten Tipps und Tools, wie Sie trotzdem sicher surfen.
Der natürliche Angriffspunkt für jeden Hacker ist der Internet-Browser. Er ist schließlich das Programm, mit dem Sie Ihre Streifzüge durchs Internet unternehmen, den Code von Internetseiten laden und den Download von Dateien vornehmen. Umso sorgfältiger sollten Sie den Browser schützen. Sie sollten ihn mit Erweiterungen, sogenannten Add-ons, auf mehr Sicherheit trimmen. Installieren lässt sich ein Add-on für Firefox oder für Chrome ganz einfach über den entsprechenden Link. Wollen Sie eine Erweiterung in Firefox deinstallieren, geht das über „Firefox ➞ Addons“.
Sicher surfen mit diesen Browser-Erweiterungen
Die größte Gefahr geht im Internet immer noch von verborgenen, in Webseiten eingebetteten Scripts aus, also von kleinen Programmen, die von der Javascript-Engine des Internet-Browsers automatisch ausgeführt werden. Einige Anwender deaktivieren daher Javascript, was heute jeder Browser über seine Einstellungen erlaubt. Doch damit machen sie auch viele Internetseiten unbrauchbar, die bei ihrem Bedienkonzept auf diese Script-Sprache setzen. Das Videoportal Youtube ist das prominenteste Beispiel dafür.
Scripts verbieten: Einen Ausweg bieten die Browser-Add-ons Noscript (Firefox) und Notscripts (Chrome). Beide basieren auf einer Positivliste, in die Sie alle Websites eintragen, die Sie als vertrauenswürdig einschätzen, also etwa Youtube oder die Internetseite von PC-WELT. Bei allen anderen Sites blocken die Add-ons die Ausführung von Javascript und Java.
Downloads prüfen: Ein beliebter Verbreitungsweg für Viren sind etwa Downloads aus dem Web. Das Add-on Vtzilla übergibt Ihre Downloads an den kostenlosen, webbasierten Virenscanner VirusTotal, bevor sie die Festplatte erreichen. Für seine Untersuchungen benutzt er mehrere Scan-Engines und lässt die Dateien nur auf Ihren PC, wenn sie „schadstofffrei“ sind. Außerdem können Sie über die Kombination aus Vtzilla und VirusTotal auch verdächtige Websites scannen.
Mini-URL prüfen: Seitdem der Kurznachrichtendienst Twitter immer populärer wird, wächst auch das Aufkommen an verkürzten Internetadressen, sogenannten Mini-URLs. Erzeugt werden sie von URL-Verkürzern wie etwa Bit.ly oder t.co. Die Dienste lassen beliebig lange Adressen auf wenige Zeichen zusammenschnurren. Das Problem dabei ist, dass man als Empfänger solcher Links nicht erkennen kann, wo sie einen hinführen und ob es sich vielleicht um eine Site handelt, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Virencode enthält. Mit den Erweiterungen Long URL Please (Firefox) und Long URL (Chrome) lösen Sie dieses Problem. Nach der Installation übersetzt es auf Webseiten die gekürzten Adressen in die Originale, sodass Sie erkennen können, wohin der Mausklick auf eine Adresse führt. 
Sicher im WLAN: Wenn Sie mit Ihrem Notebook unterwegs ins Internet gehen, etwa über öffentliche Hotspots oder das WLAN Ihres Hotels, kann der Betreiber des Zugangs problemlos Ihren Datenstrom überwachen. Sie haben aber die Möglichkeit, das zumindest teilweise zu verhindern, indem Sie Https Everywhere (Firefox) oder SSL Enforcer (Chrome) verwenden. Die Erweiterungen sorgen dafür, dass beim Aufrufen populärer Internetseiten automatisch die verschlüsselte Version angesteuert wird, wenn eine  solche vorhanden ist.
Cookies verwalten: Cookies sind eine bereits seit längerer Zeit eingesetzte Technik, um Anwendern die Benutzung von großen Websites zu erleichtern und ihre Bewegungen auf den verschiedenen Seiten nachverfolgen zu können. Anzeigenvermarkter können sie aber auch zum Anlegen von Nutzerprofilen verwenden. Aus diesem Grund besitzt jeder Browser Funktionen, um die Annahme von Cookies zumindest grob zu steuern. Wenn Sie wissen wollen, welche Cookies auf Ihrem PC vorhanden sind, und Sie feinere Werkzeuge für deren Verwaltung suchen, können Sie Cookie Monster (Firefox und Chrome) testen. Diese Erweiterung gibt Ihnen umfangreiche Möglichkeiten zum Überwachen und Löschen der kleinen Dateien an die Hand.
Internetseiten prüfen: Die Abkürzung WOT (Web of Trust) steht nicht einfach nur für eine Firefox-Erweiterung, sondern gleichzeitig auch für eine ganze Internet-Community. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, das Netz sicherer zu machen und auf Betrug hinzuweisen. Diese Software zeigt Ihnen in der Adressleiste den Sicherheitsstatus der aufgerufenen Site an.
Über einen Spezial-Rechner surfen: Auch bei Cocoon handelt es sich nicht nur um ein einfaches Add-on (für Firefox), sondern um ein ganzes Sicherheitskonzept, das unter anderem einen amerikanischen Proxy-Server umfasst. Nach Installation und Gratis-Registrierung können Sie Ihren Internet-Datenverkehr über den Cocoon-Server in den USA laufen lassen. Er sorgt dafür, dass Viren nicht bis zu Ihrem PC vordringen, blockiert Cookies und verhindert, dass Ihr Browser die Adressen der zuletzt besuchten Webseiten speichert. Cocoon lässt sich ein- und ausschalten.
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