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Java 7: Was bringt es den Entwicklern?

23.11.2011 | 10:20 Uhr |

Wir stellen Ihnen die neuen Funktionen, die Jave SE 7 mit sich bringt vor und erklären Ihnen, warum einige Funktionen noch nicht integriert wurden.

Auch, wenn die Veröffentlichung von Java SE 7 nicht ohne Probleme von statten ging, weil der Release-Kandidat ernsthafte Fehler enthielt, die mit der ersten Aktualisierung behoben werden mussten, bietet diese Plattform für Entwickler viele Verbesserungen. Offiziell wird das neue Java SE 7 unter dem Namen Java Plattform Standard Edition 7 vertrieben. Es ist die erste große Java-Veröffentlichung seit fünf Jahren und die erste unter Oracles Verwaltung. Wobei es eine freie Entwicklergemeinschaft unter dem Dach von JCP (Java Community Process) war, die Java 7 entwickelt hat. Java steht nun auch erstmals komplett unter der Open-Source-Lizenz GPL.

Die Java-Gemeinschafts-Politik verzögerte viele neue Funktionen

Der Java-Gründer James Gosling, der Oracle 2010 verlassen hat, hatte nur beschränkten Einfluss auf die Entwicklung von Java SE 7. Er betrachtet die neue Version als entscheidend, einfach aus dem einen Grund, weil Oracle sie letztendlich überhaupt fertig gestellt hat: „Java SE 7 ist wichtig, nicht wegen einer bestimmten Funktion, sondern auf Grund des Faktes, dass Oracle es geschafft hat, die politische Blockade im JPC (Java Community Process) zu durchbrechen. Denn diese Veröffentlichung wurde lange Zeit über verzögert." Al Hilwa, ein IDC-Analyst stimmt ihm zu: „Das wichtigste von Java SE ist, dass es veröffentlich wurde. Das fünfjährige Ausharren ohne eine Veröffentlichung ist überstanden."

Download: Java Runtime

Unabhängig von den fünfjährigen Bemühungen ist Java SE 7 nicht so geworden, wie es ursprünglich geplant war. Viele Funktionen, die für das eigentliche JDK 7 geplant waren, wurden auf JDK 8 verschoben, welches 2012 veröffentlicht werden soll. Java SE 7 ist somit in mancherlei Hinsicht der erste Teil einer zweiteiligen Veröffentlichung. Es ist nicht notwendigerweise etwas schlechtes, sagt Pob Ratcliff, der Gründer der Austin Java Users Group und Java-Entwickler. „Es war gut für Oracle Java 7 zu veröffentlichen und später Java 8 zu entwickeln." Er begrüßt den evolutionären Ansatz bei der Entwicklung von Java.

Oracle bringt Java 7 raus

Zu den aufgeschobenen Funktionen gehören unteranderem das Hinzufügen von Lambda-Ausdrücken, Mehrprozessor-Programmierung, die Sprach- und VM-Unterstützung für modulares Programmieren und ein Modulsystem für das JDK.
Dennoch bietet Java SE 7 jetzt schon viele nützliche neue Funktionen.

Unterstützung von dynamischen Sprachen

Ein Schlüsselelement von Java SE 7 ist dessen Anpassungen für dynamische Sprachen, die Veränderungen am Programm zur Laufzeit vornehmen und nicht schon im Compiler (zum Beispiel ActionScript (Flash), Javascript, Perl, Python und PHP.). Diese Sprachen finden auf der JVM immer größere Verbreitung. Dies liegt hauptsächlich am Auftauchen von Sprachen wie JRuby und Groovy. Beispielsweise unterstützt das neue „InvokeDynamic" die Integrierung von dynamisch, objektorientierten Sprachen. Der „InvokeDynamic"-Bytecode unterstützt die „effiziente und flexible Ausführung von Methoden-Aufrufen in der Abwesenheit von statischen Typen-Informationen", sagt das Java Specification Request 292, das Standard-Dokument, das die Funktionen detailliert beschreibt. Hilwa sagt, dass die Unterstützung von dynamischen Sprachen die wichtigste Funktion bei der Veröffentlichung von Java SE 7 sei, weil es helfen werde, das Java-System weiter zu verbreiten.

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