Anti-Klau

Tipps und Tricks gegen Notebook-Diebstahl

Donnerstag, 13.12.2012 | 12:01 von David Wolski
Fotostrecke Ist das Notebook erstmal in den Händen des Diebs, bekommt man es nur schwer wieder.
© iStockphoto.com/yuri_arcurs
Teure Hardware und wichtige Daten verlangen nach großem Schutz vor Dieben. Mit diesen Tricks können Sie Ihr Notebook nicht nur verschlüsseln, sondern auch wiederfinden.
Das Notebook ist gestohlen oder verloren – ein Albtraum. Der Verlust eines Rechners bringt oft einen dreifachen Schaden: Die teure Hardware ist weg, die Daten sind verloren oder in fremden Händen. Und als Kollateralschaden werden eventuell auch noch gespeicherte Zugangsdaten in der Folge missbraucht. Letzteres ist ein Horror-Szenario mit unter Umständen weit- reichenden Folgen, die die ganze Online-Existenz ausradieren können. Daher gilt es zu verhindern, dass dies jemals eintritt. Eine sorgfältige Vorbereitung kann den Schaden in jedem Fall begrenzen.

Schutz vor fremdem Zugriff: Passwort allein reicht nicht
Sichere, also komplexe Passwörter sind für die Anmeldung am System allemal empfehlenswert. Einen wirksamen Datenschutz gewährleisten sie jedoch nicht. Denn Windows-Passwörter lassen sich durchaus aushebeln. Ziemlich einfach sogar, wie der PC-WELT- Beitrag „Windows-Passwort vergessen? Kein Problem“ zeigt. Deshalb sollten Sie zusätzlich von der Verschlüsselung Gebrauch machen, um zu verhindern, dass Unbefugte mit Geduld und Know-how Zugriff auf Ihre Daten erhalten.

EFS auf NTFS-Partitionen: Im Windows-Explorer können Sie
per Rechtsklick Dateien und Ordner verschlüsseln. Die Funktion
steht allerdings nicht in den Home- und Starter-Varianten von
Windows bereit.
Vergrößern EFS auf NTFS-Partitionen: Im Windows-Explorer können Sie per Rechtsklick Dateien und Ordner verschlüsseln. Die Funktion steht allerdings nicht in den Home- und Starter-Varianten von Windows bereit.

EFS: Verschlüsselung mit Bordmitteln
Windows besitzt von Haus aus eine eigene Verschlüsselung für Dateien und Verzeichnisse unter dem Dateisystem NTFS: EFS, kurz „Encrypting Filesystem“ ist eine Funktion zur manuellen und transparenten Verschlüsselung. Transparent bedeutet hier: Einmal eingerichtet, chiffriert und dechiffriert Windows die Daten beim Zugriff automatisch, ohne Passworteingabe. Der Schlüssel ist stattdessen im Benutzerkonto gespeichert. Ein gutes Anmeldepasswort is daher Pflicht. Die Anwendung von EFS ist einfach: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die zu verschlüsselnde Datei oder den Ordner und wählen Sie im Menü „Eigenschaften“. Auf der Registerkarte „Allgemein“ gehen Sie auf „Erweitert“ und aktivieren unten die Option „Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen“. Verschlüsselte Dateiobjekte zeigt der Windows-Explorer mit grüner Beschriftung.

Schlüssel unbedingt sichern: Damit Sie beim Einsatz der
Verschlüsselungstechnik EFS unter Windows keine bösen
Überraschungen erleben, sollten Sie den Wiederherstellungsschlüssel
für Notfälle sicher verwahren.
Vergrößern Schlüssel unbedingt sichern: Damit Sie beim Einsatz der Verschlüsselungstechnik EFS unter Windows keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie den Wiederherstellungsschlüssel für Notfälle sicher verwahren.

Wenn Sie Windows neu installieren, das Benutzerkonto wechseln oder auch nur einen Passwort-Reset vornehmen, können Sie auf die so verschlüsselten Daten nicht mehr zugreifen. Es ist deshalb enorm wichtig, den EFS-Schlüssel separat zu sichern. Das geht mithilfe des Zertifikaten-Managers certmgr.msc, den Sie über den Ausführen-Dialog (Windows-Taste und Taste R) aufrufen. Dort finden Sie unter „Zertifikate, Eigene Zertifikate, Zertifikate“ alle vorhandenen Schlüssel. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag mit Ihrem Kontonamen und wählen Sie „Alle Aufgaben, Exportieren“. Nach einem Klick auf „Weiter“ wählen Sie „Ja, privaten Schlüssel exportieren“. Dann akzeptieren Sie die sonstigen Voreinstellungen, vergeben ein Kennwort für den späteren Import des Zertifikats und legen einen Dateinamen für die Exportdatei fest. Sie erhalten daraufhin eine Datei mit der Endung PFX.

Diese Empfindlichkeit von EFS hat einen Vorteil: Wenn zum Beispiel jemand Ihr Passwort zurücksetzt, erhält er damit nicht automatisch Zugriff auf die verschlüsselten Daten. EFS hat indes auch einen Haken: Es steht nicht auf jeder Windows-Version bereit. Anwender, die die Home-Variante von Windows Vista oder 7 einsetzen, schauen in die Röhre. Bei Windows 8 ist EFS lediglich in der Pro-Version enthalten. EFS eignet sich nicht für den Datenaustausch oder für Backup-Medien. Zudem geht die EFS-Verschlüsselung beim Kopieren der Dateien auf Datenträger ohne NTFS-Dateisystem verloren.

Donnerstag, 13.12.2012 | 12:01 von David Wolski
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