Ratgeber Netzwerk

So verkabeln Sie Ihr LAN richtig

Samstag, 22.09.2012 | 08:01 von Jürgen Hill
Ein solide geplante Netzinfrastruktur ist die Grundlage für eine leistungsfähige IT.
Vergrößern Ein solide geplante Netzinfrastruktur ist die Grundlage für eine leistungsfähige IT.
© Polylooks
LANs sind die Lebensadern moderner Unternehmen. Wird aber bereits beim Verkabeln geschlampt, dann sind Probleme mit Echtzeit- oder Multimedia-Anwendungen fast unausweichlich. Wir sagen, worauf Sie beim Aufbau einer LAN-Infrastruktur achten müssen.
Kupferkabel und Glasfaser sind die zentralen Informationskanäle unserer vernetzen Arbeitswelt und Gesellschaft. Voice over IP, Video on Demand , Echtzeitanwendungen für Verkauf und Produktion - all das setzt eine leistungsfähige Infrastruktur voraus, die Daten im Gigabit-Tempo weitertransportieren muss.

Doch das Thema Verkabelung wird meist stiefmütterlich behandelt. Vielleicht weil die Kabel nicht sichtbar sind und sich viele IT-Entscheider sich darüber keine Gedanken mehr machen. Dieses Desinteresse rächt sich spätestens dann, wenn eine ältere Infrastruktur angesichts Anforderungen wie 10 Gigabit Ethernet über Kupfer, IP-Multimedia-Services oder etwa Power over Ethernet überfordert ist, weil bei der Installation falsch gespart wurde. Grundsätzlich sollte eine Netzplanung berücksichtigen, dass die Kabel für die steigenden Anforderungen der nächsten zehn bis 20 Jahre ausgelegt sind.

Netzwerk-Probleme systematisch lösen

Aufgrund der deutschen Vorschriften beginnt eine solide Netzplanung schon vor dem Bau eines Bürogebäudes. Wer nämlich später geschirmte Kabel einsetzen will, muss die Schirmung mit dem Erdpotenzialausgleich des Gebäudes verbinden. Dafür genügt mittlerweile ein einziger Punkt nicht mehr. Beim Bau ist also schon darauf zu achten, dass die Stahlmatten elektrisch miteinander verbunden (also etwa verschweißt) werden, um gegebenenfalls möglichst viele Punkte für einen späteren Potenzialausgleich errichten zu können.

Im Rohbau wird auch der Grundstein für einen anderen Teil der Netzinfrastruktur gelegt - die Rede ist von den Schächten für Steigleitungen. Entweder werden diese sehr geräumig konzipiert, oder es muss hier später aus Platzgründen zur Glasfaser gegriffen werden. Da in diesem Bereich Geschwindigkeiten im Gigabit-Ethernet-Bereich genutzt werden, muss der Anwender auf die physikalischen Feinheiten der Hochfrequenztechnik achten. Bei 10-Gigabit-Ethernet, das auch über ungeschirmte Kabel realisierbar ist, treten bereits Frequenzen von bis zu 500 Megahertz auf.

Dementsprechend groß ist die Gefahr eines " alien crosstalk " (Übersprechens). Die Verlegevorschriften verlangen zudem einen ausreichend großen Abstand zwischen zwei 10-Gigabit-Ethernet-Kabeln. Das gilt auch gegenüber Starkstromkabeln, da diese häufig als Störer fungieren. Weil in der Praxis diese Anforderungen aufgrund der beengten Verhältnisse in den Steigschächten oft nicht erfüllt werden können, führt hier eigentlich kein Weg an Glasfasern vorbei.

Zum Thema Kabelschächte noch ein Hinweis: Im Alltag trifft man immer wieder schön geordnete Kabelbündel an, bei denen die Ethernet-Kabel parallel zueinander geführt werden. Das sieht ordentlich und strukturiert aus, ist aber hinsichtlich der Übertragungssicherheit leider kontraproduktiv. Um ein Übersprechen möglichst wirkungsvoll zu vermeiden, sollten Sie die Kabel dieser Stränge eigentlich miteinander verseilen.

Samstag, 22.09.2012 | 08:01 von Jürgen Hill
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (2)
  • Navigatiko 11:46 | 06.08.2012

    WLAN stellt 90% der DSL-Nutzung dar!

    Der Artikel verkennt die Realität: die FritzBox ist das DSL-Medium mit 75% Marktabdeckung in der BRD. Verkabelung spielt in der Breite überhaupt keine Rolle. Und was das Ansehen bei Manager-Kollegen angeht kann man nur sagen ersten: was solls? Zweitens wenn über so eine wichtige Sache unter Entscheidern nicht diskutiert wird, wird mal wieder klar, warum das so eine unfähige überbezahlt Gilde ist!! Wir baden es dann aus durch unbrauchnbare, unbedienbare Produkte oder Verschwendung unser aller Geld!! :aua: Nav.

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  • Navigatiko 11:35 | 06.08.2012

    Unlogisch: EU - US--Vergleich

    Es ist nicht logisch zwischen USA und EU hinsichtlich der Störungsanfälligkeit der WLAN-Netze zu unterscheiden. Denn in den USA gibt es - richtig - wegen der Schrottbauweise in der die Masse des ausgebeuteten Volkes lebt - eine weitere Ausbreitung der Wellen. Es gibt aber ebenso - ja sogar viel mehr als hier! - ein Wohnen in Ballungssituationen, so daß dort die Störungen sogar größer währen als hier!! Allerdings dürfte eine Verkabelung in den USA schon alleine ein Blick aus dem Fenster - schlicht mittelalterliche Zustände! - Angstträume auslösen und daher versucht man dem Kabel aus dem Weg zu gehen. Nav.

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