Youtube-Sperre umgehen

Gesperrte Youtube-Videos trotzdem ansehen

Mittwoch, 05.10.2011 | 10:55 von Tobias Weidemann
Auf Youtube werden immer mehr Videos gesperrt. Der Grund? Entweder die GEMA oder gar eine komplette Ländersperre. Wir zeigen, wie Sie die Videos trotzdem aufrufen.
Ärgerlich für viele deutsche Youtube-Nutzer: Bei zahlreichen Musikvideos bleibt der Bildschirm schwarz. Sie sehen lediglich die Meldung: „Leider ist dieses Video, das Musik von … beinhaltet, in Deutschland nicht verfügbar“. Bis vor kurzem wurde nur der Name der Plattenfirma genannt, die das Video für deutsche Nutzer aus dem Verkehr hat ziehen lassen. Seit Ende Juni klärt Youtube-Betreiber Google umfassender auf: Schuld daran sei die Gema, die keine Verlagsrechte an der Datei eingeräumt habe.

Viele Musikvideos bei Youtube sind für deutsche Besucher
gesperrt. Dann erscheint beim Abspielversuch nur diese lapidare
Meldung.
Vergrößern Viele Musikvideos bei Youtube sind für deutsche Besucher gesperrt. Dann erscheint beim Abspielversuch nur diese lapidare Meldung.

Gema contra Google: Keine Einigung in Sicht
Die Abkürzung Gema steht für „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“. Sie versteht sich als Interessenvertreterin von Musikschaffenden und zählt weltweit zu den größten Verwertungsgesellschaften für Musikwerke. Seit September 2010 streitet die Gema mit Google ums Geld für die Künstler. Um welche Summen es genau geht, soll vor Gericht entschieden werden. Klar ist aber: Die Schlacht wird auf dem Rücken der Youtube-Nutzer ausgetragen. Die können nämlich, wenn sie über eine ausländische IP-Adresse ins Internet gehen, sehr wohl die jeweiligen Videos ansehen. Auch Besucher aus dem europäischen Ausland kommen in den meisten Fällen problemlos an die Videos.


Im vergangen Jahr hat sich beispielsweise die französische Musikindustrie mit Google auf ein Tantiemenmodell geeinigt. Es sichert den Künstlern Geld, das Google aus der Werbung einnimmt, die auf Youtube geschaltet wird. Auch in Großbritannien, Italien, Spanien und Polen gibt es bereits ähnliche Vergütungsmodelle. Insgesamt, so Google-Sprecher Kay Oberbeck, habe man inzwischen weltweit Vereinbarungen mit insgesamt 32 Staaten geschlossen.

Die störrische Haltung der Gema rief nun auch hochrangige Vertreter von Sony Music und Universal Music auf den Plan. So sieht Sony-Music-Chef Edgar Berger „Deutschland als Entwicklungsland in Sachen digitalem Musikmarkt“ und unterstellt den Mitgliedern des Gema-Aufsichtsrats, sie seien „nicht im digitalen Zeitalter angekommen“. Die Sperre für deutsche Surfer greift übrigens auch bei Ausschnitten und Szenen aus Fernsehserien und Filmen. Hier geht es meistens darum, dass im Hintergrund eine bestimmte Melodie läuft, die natürlich auch urheberrechtlich geschützt ist.

Mittwoch, 05.10.2011 | 10:55 von Tobias Weidemann
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