01.08.2012, 10:45

Tony Bradley

Internet

Das sollten Sie über IPv6 unbedingt wissen

Das sollten Sie über IPv6 unbedingt wissen ©iStockphoto/Baris Simsek

Wir sagen Ihnen, was sich mit IPv6 gegenüber dem alten IPv4 ändert und verraten, warum Sie sich trotz der Umstellung noch keine neuen Internet-Geräte kaufen müssen.
Mittlerweile ist IPv6 aktiv. Lange Zeit war IPv4 das Synonym zu IP und niemand hat wirklich darüber nachgedacht, welche Protokoll-Version er verwendet hat. Aber IPv4 hat seine beste Zeit schon lange hinter sich.
Forscher haben dass schon lange vorausgesehen und vorhergesagt, dass IPv4 mit der aktuellen Geschwindigkeit, mit der das Internet wächst und der Zunahme der Geräte, die IP-Adresse verlangen, nicht für immer ausreichen wird. IPv6 wurde deshalb fast zwei Jahrzehnte lang entwickelt. Jetzt ist es an der Zeit, IPv4 zu ersetzen und dass  IPv6 das neue Rückgrat des Internets wird.

Warum ist IPv6 notwendig?

Die offensichtlichste Antwort auf diese Frage ist, dass IPv4 die IP-Adressen ausgegangen sind. IPv4 verfügt nur über 4,3 Milliarden Adressen und mit den ganzen PCs, Smartphones, Tablets, Spielekonsolen und allen anderen Dingen, die sich mit dem Internet verbinden, ist diese Menge bereits ausgeschöpft. IPv6 verwendet 128-bit Adressen und ist in der Lage 340 Sextillionen Adressen zu erstellen. Das ist 340 mal 10 hoch 38 mögliche IP-Adressen.
Was ist an IPv6 anders oder besser als bei IPv4?
Die Anzahl der IP-Adressen zu vergrößern hat mehrere Vorteile. Wegen dem Engpass bei den IPv4-Adressen verlässt sich ein großer Teil des Internets auf NAT (Network Address Translation). Das wird mit IPv6 überflüssig. Mit IPv6 kann wirklich jedes Gerät seine eigene, individuelle IP-Adresse haben.
Die meisten Haushalte und Unternehmen erscheinen als eine IP-Adresse im Internet und dies ist diejenige, die dem Router vom Provider zugeschrieben wurde. Der Router wiederum weist allen Geräten im Netzwerk eine IP-Adresse zu. Der Router muss die ganze Zeit darauf achten, welcher Verkehr zu welchem Gerät gehört und muss die internen IP-Adressen in eine öffentliche IP-Adresse umwandeln, damit die Kommunikation mit dem Internet funktioniert.
Tri Nguyen, ein Sprecher von ZyXEL, erklärt: „Alle Geräte werden durch IPv6 über das öffentliche Netzwerk zugreifbar, sodass es für die Leute einfacher wird Dateien zu teilen, Online zu spielen und Peer-to-Peer-Programme zu nutzen. Viele Anwendungen werden sich einfacher nutzen lassen, weil keine komplexen Einstellungen mehr am Router vorgenommen werden müssen."
Nguyen fügt noch hinzu, dass das IPv6-Protokoll sicherer ist als IPv4. Die Vollständigkeitsüberprüfung und Authentizität eines jeden IPv6-Paktets wird über Verschlüsselung und andere Techniken sichergestellt. Alles zielt darauf ab, das Ausspionieren von Paketen zu verhindern. IPv6 kann wesentlich besser als IPv4 sicher stellen, dass der Internet-Verkehr an die richtige Adresse gelangt, ohne abgefangen zu werden.

Werden meine IPv4 Geräte weiterhin funktionieren?

Ja. Weil immer noch die Mehrheit der Internetnutzer von IPv4 abhängt, wird das bisherige Internet-Protokoll auch weiterhin unterstützt. IPv6-Geräte nutzen einen Prozess namens Dual-Stack, dass es ermöglicht IPv6 und IPv4 gleichzeitig nebeneinander laufen zu lassen.
Nguyen sagt: „Die IPv4-Unterstützung wird in näherer Zukunft nicht aufgegeben und die meisten IPv4-Hardware sollte auch in Zukunft weiterhin funktionieren."

Ist es dringend notwendig auf IPv6 zu wechseln?

Tatsächlich sind die meisten Geräte, die heutzutage mit dem Internet verbunden sind, nicht mit IPv6 kompatibel und die Dual-Stack-Technologie stellt sicher, dass diese alten IPv4-Geräte weiterhin funktionieren werden. Deswegen ist es für Privatanwender nicht sofort dringend notwendig zu IPv6 zu wechseln.
Nguyen von ZyXEL warnt jedoch davor, dass die IPv4-Adressen in einigen Regionen komplett vergeben werden könnten. Neue Internetnutzer könnten dann gezwungen werden auf IPv6-Adressen zurückzugreifen.
Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich darüber bewusst sein, dass IPv6 die Zukunft ist und deswegen sollten Sie sicherstellen, dass alle zukünftigen PCs, Mobilgeräte, Netzwerk- oder andere IT-Geräte dieses Protokoll unterstützen. IPv4 sollte aber weiterhin am Leben erhalten bleiben und so lange unterstützt werden, bis die meisten Organisationen zu IPv6 gewechselt haben und das kann noch dauern.
Was sind die drei wichtigsten Dinge, auf die kleine und mittlere Unternehmen beim Wechsel auf IPv6 achten sollten?
  • Unausweichbarkeit:
  • Es steht fest, dass IPv6 bald die einzige Möglichkeit sein wird, weitere Geräte oder Hosts an das Internet anzuschließen. Deswegen sollten Unternehmen langsam zu IPv6 wechseln, sodass sie vorbereitet sind, wenn der unausweichliche Tag kommt, an dem IPv4 nicht länger unterstützt wird.
  • Effizienz:
  • Nguyen erklärt: „IPv6 vereinfacht und beschleunigt die Datenübertragung, indem die Pakete effizienter übertragen werden. Es ist nicht mehr nötig die Vollständigkeit der Pakete zu überprüfen. Dadurch wird wertvolle Router-Zeit frei, die für die Übertragung von Daten genutzt werden kann."
  • Sicherheit:
  • Als Netzwerk-Experten und Wissenschaftler IPv4 entwickelten, haben sie sich nicht besonders um die Sicherheit gekümmert. IPv4 war nie dazu gedacht, sicher zu sein. IPv6 hingegen wurde mit dem Ziel entwickelt, sicherer zu sein. Viele der Sicherheitsfunktionen, die erst später zu IPv4 hinzugefügt wurden, sind als Standardanforderungen bei IPv6 integriert worden. IPv6 verschlüsselt den Verkehr und überprüft die Pakete auf Vollständigkeit, um einen VPN-artigen Schutzstandard für den Internetdatenverkehr zu etablieren.
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