VoIP

Videotelefonie über das Internet nutzen

Dienstag, 03.04.2012 | 09:15 von Thorsten Eggeling
Fotostrecke Videotelefonie über das Internet per Webcam
© istockphoto.com/kaczka
Wer eine Flatrate besitzt, kann über das Internet kostenlos kommunizieren. Mit einer Webcam und einem Mikrofon geht das nicht nur mit Textnachrichten, sondern auch mit Sprache und bewegten Bildern.
Manchmal ist die Zeit einfach noch nicht reif für eine neue Technik. Als 1985 das „Bildtelefon“ eingeführt wurde, stieß es bei Privatanwendern auch aus Kostengründen nur auf geringes Interesse. Erst mit dem Internet wurde die Videoübertragung per Webcam populär. Legendär ist die „Kaffeemaschinen-Kamera“, die vor über zwanzig Jahren über den Füllstand einer Kaffeemaschine in einem Computerlabor an der Cambridge-Universität informierte.

Ratgeber: So funktioniert Video-Telefonie

Heute sind Webcams preisgünstig für jedermann erhältlich, und in viele Notebooks und Smartphones ist eine Videokamera sogar schon eingebaut. Mit bekannten Programmen wie Skype hält man nicht nur telefonisch Kontakt zu Freunden und Bekannten im In- und Ausland, sondern kann auch mit bewegten Bildern die Kommunikation persönlicher gestalten. Webcams lassen sich aber auch im Chat, für Videogrüße per E-Mail oder für die Überwachung der Wohnung oder Firma einsetzen. Dieser Artikel zeigt, welche Hardware Sie für die Videotelefonie am PC benötigen. Außerdem stellen wir geeignete Software für die Kommunikation über das Internet vor und geben Tipps zu deren Einsatz.

Webcams für PC und Notebook

Wenn das Notebook noch nicht mit einer Webcam ausgestattet ist oder Sie einen Desktop-PC verwenden, ist eine Webcam mit USB-Anschluss die erste Wahl. Preisgünstige Modelle gibt es schon ab etwa zehn Euro. Sehr einfache Geräte haben nur eine Auflösung von 640 mal 480 Bildpunkten, bessere Kameras bringen es auf 1600 mal 1200 Bildpunkte oder mehr. Die Auflösung oder Bezeichnungen wie „HD“ sagen aber noch nichts über die Bildqualität aus. Hier sind eher die verwendete Aufzeichnungselektronik und das Objektiv ausschlaggebend.

Die Microsoft LifeCam Studio liefert auch in abgedunkelten
Räumen noch brauchbare und dank Autofokus scharfe Bilder.
Vergrößern Die Microsoft LifeCam Studio liefert auch in abgedunkelten Räumen noch brauchbare und dank Autofokus scharfe Bilder.
© Microsoft

Bei Kameras zwischen 30 und 70 Euro können Sie jedoch eine ausreichend gute Qualität erwarten. Die Logitech C120 USB HD Webcam beispielsweise kostet etwa 30 Euro. Die Kamera bietet eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel und liefert scharfe Bilder auch in nicht ganz so hellen Räumen. Wer etwas mehr Geld anlegen möchte, kann beispielsweise zur Microsoft LifeCam Studio greifen (knapp 70 Euro). Die maximale Auflösung beträgt 1920 mal 1080 Pixel, und der Sensor liefert auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch ein gutes Bild. Der Autofokus stellt sich zuverlässig auf das Gesicht ein und nicht etwa auf Objekte im Hintergrund.

Für die Videotelefonie oder ein gelegentliches Youtube-Video sind Webcams zu einem Preis von unter 100 Euro mehr als ausreichend. Sie dürfen jedoch keine Bildqualität erwarten, wie Sie sie von einem digitalen Camcorder gewohnt sind. Schnellen Bewegungen vor der Kamera kann der Sensor meist nur schlecht folgen – das Bild erscheint dann verschwommen. Dazu kommen noch leichte Verzögerungen oder Ruckler beim Transport der Daten über das Internet.

USB-Webcams sind in der Regel an einem Clip befestigt, der sich über dem Monitor anbringen lässt. Eine Gummiunterlage soll vor dem Verrutschen schützen. Bei preisgünstigen und leichten Geräten ist die Konstruktion normalerweise nicht besonders stabil. Viele Webcams besitzen ein eingebautes Mikrofon. Es hängt jeweils vom Abstand zum Sprecher und von den Nebengeräuschen im Raum ab, ob dieses für eine klare Verständigung ausreichend ist. Sollte das nicht der Fall sein, empfiehlt sich eine Hör/Sprech-Kombination.

Das Tool Phoner bietet alle Möglichkeiten eines Festnetzanschlusses und unterstützt VOIP.

Netzwerk-Kameras: Es gibt zudem Kameras, die sich unabhängig vom PC verwenden lassen. Im Inneren befindet sich neben der Aufnahme-Elektronik auch ein Webserver, über den man auf das Gerät zugreifen kann. Diese Netzwerk- oder IP-Kameras sind allerdings nicht für die Videotelefonie gedacht, sondern für die Haus- und Wohnungsüberwachung. Da der PC nicht laufen muss, sind Sie eine stromsparende Methode für die Videokontrolle beispielsweise während des Urlaubs. Netzwerk-Kameras gibt es ab rund 50 Euro. Fernsteuerbare und drehbare Kameras können mehrere hundert Euro kosten.

Dienstag, 03.04.2012 | 09:15 von Thorsten Eggeling
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