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So schützen Sie Ihre persönlichen Daten

12.08.2010 | 10:25 Uhr |

Fast täglich gibt es Meldungen über Datenlecks in Kontaktnetzwerken. Besonders Facebook steht in der Kritik. Lesen Sie hier, was dahinter steckt und wie Sie Ihre Privatsphäre schützen.

Das soziale Netzwerk Facebook hat weltweit mehr als 400 Millionen Nutzer, von denen etwa 9 Millionen aus Deutschland kommen. Das sind über 400 Millionen Benutzerprofile mit Altersangabe, Wohnort und anderen persönlichen Daten. Diese gigantische Menge an Informationen ist bares Geld wert. Denn gezielte Werbung bringt mehr Umsatz als Werbung auf gut Glück. Und Facebook bekommt davon einen Anteil. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Aber nur, wenn jedes Facebook-Mitglied über die Weitergabe seiner Daten genau informiert ist. Und wenn es selbst entscheiden kann, welche Informatio-nen es preisgeben möchte.

Datenpanne oder Absicht?
Das Vertrauen in Facebook ist allerdings geschwunden, nachdem bekannt wurde, dass Benutzerdaten ungefragt an Werbekunden weitergereicht wurden. Jedoch erfolgte die Weitergabe nach Angaben des Unternehmens nicht aktiv in Form einer Liste mit Mitgliederinformationen. Es handelte sich „nur“ um die Weitergabe der eindeutigen Facebook-Benutzernummer durch den URI. Der „Uniform Resource Identifier“ wird beim Klick auf einen Werbeverweis übertragen. Theoretisch könnten die Werbetreibenden diese Nummer mit dem realen Namen des Facebook-Nutzers, seinem Wohnort und seinen Vorlieben verbinden. Praktisch ist das aber viel zu aufwendig. Außerdem funktioniert es nur, wenn diese Infos für Besucher eines Facebook-Profils sichtbar sind, die nicht auf der Freundesliste des Mitglieds stehen.

Trotzdem: Die Übermittlung der Daten steht im Widerspruch zu Facebooks eigenen Richtlinien. Denn sie schließen die Weitergabe von Informationen ohne Zustimmung des Nutzers aus. Ob es sich in diesem Fall um eine Datenpanne oder ein cleveres Geschäftsmodell handelt, ist kaum festzustellen. Man muss Facebook aber zugute halten, dass das Unternehmen auf die Kritik der Presse prompt reagiert und die Übermittlung der Daten abgeschaltet hat. Nicht allein Facebook-Nutzer sind von solchen „Datenpannen“ betroffen. Auch andere Netzwerke wie Myspace, Twitter oder Digg haben Profildaten nach Klicks auf Werbung weitergegeben oder tun es immer noch.

Wenn Sie beispielsweise "Freunde von Freunden" wählen, können Werbetreibende Ihre Daten nicht auswerten. Über die Schaltfläche rechts oben prüfen Sie was Besucher Ihres Profils sehen.
Vergrößern Wenn Sie beispielsweise "Freunde von Freunden" wählen, können Werbetreibende Ihre Daten nicht auswerten. Über die Schaltfläche rechts oben prüfen Sie was Besucher Ihres Profils sehen.
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Profildaten gezielt sperren
Für weiteren Unmut bei Facebook-Mitgliedern sorgten in letzter Zeit die häufigen Änderungen bei den Profileinstellungen. Ende Mai hat Facebook deshalb rechts oben auf der Seite unter „Konto, Privatsphäre-Einstellungen“ eine neue und übersichtlichere Konfiguration eingebaut. Sie sollten bei den Einstellungen alle Punkte nacheinander anklicken und überprüfen. Dabei können Sie festlegen, dass bestimmte Profilinfos „Alle“, „Freunde von Freunden“ oder „Nur Freunde“ sehen. Über „Benutzerdefiniert“ lässt sich die Sichtbarkeit auch auf bestimmte Personen beschränken. Testen Sie abschließend über „Vorschau für mein Profil“, ob tatsächlich alle Informationen und Bilder gesperrt sind, die Sie nicht publik machen wollen.

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