Schneller Surfen

LTE – Turbo-Internet für Stadt und Land

Montag, 15.10.2012 | 13:31 von Daniel Behrens
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© Deutsche Telekom
Dank LTE kommen endlich auch Landbewohner in den Genuss von schnellem Internet – zumindest theoretisch. Wie sieht das Ganze aber in der Praxis aus, und welche Tarife gibt es?
LTE steht für Long Term Evolution und bringt schnelles Internet per Funk sowohl in Städte als auch in dünn besiedelte Gebiete. LTE gilt als Nachfolger des Mobilfunkstandards UMTS, der seinerzeit ja auch schon auf Datenübertragung hin optimiert wurde, aber den künftigen Bandbreitenbedarf nicht mehr decken kann. Je nachdem, auf welcher Frequenz ein Anbieter LTE einsetzt, kann er damit sehr hohe Reichweiten von bis zu zehn Kilometern oder sehr hohe Datenraten von theoretisch 100 MBit/s und mehr erzielen. Während Variante eins ideal zur Versorgung weiter Landstriche mit verhältnismäßig wenigen Einwohnern geeignet ist, macht die zweite Variante für Großstädte und Ballungsgebiete Sinn. In diesem Beitrag klären wir für beide Fälle, wie es mit der Verfügbarkeit, den Tarifen und der Leistung aussieht.

LTE auf dem Land
Schnelle leitungsbasierte Internetanschlüsse, sprich DSL und Internet via TV-Kabel, sind längst nicht überall in Deutschland verfügbar. Mancherorts gibt es sie gar nicht, oder sie liefern nur sehr geringe Übertragungsraten. Insbesondere in dünn besiedelten Gebieten lohnt sich die aufwendige Aufrüstung der technischen Infrastruktur für die Telekommunikationsanbieter oft nicht. Daher wurde lange nach einer günstigeren Alternative gesucht. Diese steht nun mit LTE zur Verfügung. Eigentlich ist LTE dazu konzipiert, einzelnen Benutzern über kurze Distanzen sehr hohe Datenraten zu ermöglichen. Aber zeitlich gesehen kam die Entwicklung von LTE genau passend in dem Moment, als das analoge Antennenfernsehen abgeschaltet und die Umstellung auf DVB-T erfolgte. Denn dadurch wurden wertvolle Frequenzen im 800-MHz-Bereich frei. Wertvoll deswegen, weil sie sehr reichweitenstark sind. Die Frequenzen hat die Bundesnetzagentur im Mai 2010 versteigert. Zugeschlagen haben Telekom, Vodafone und O2.

Damit die Anbieter nicht zuerst die für sie lukrativeren, dichter besiedelten Städte mit LTE versorgen, erhielten sie die Auflage, erst einmal kleine Dörfer und Gemeinden zu erschließen, in denen bisher kein anderer schneller Internetzugang verfügbar ist. In einigen Bundesländern sind die Auflagen schon erfüllt, so dass die Telekommunikationsanbieter jetzt auch in die kleinen und mittelgroßen Städte einrücken können. Das heißt allerdings nicht, dass in jedem der bisherigen „weißen Breitbandflecken“ alle drei Provider aktiv sind. Die Versorgungsauflage der Bundesnetzagentur gilt dann als erfüllt, wenn pro Bundesland 90 Prozent der Bevölkerung mit mindestens 1 MBit/s surfen können, egal über welchen Anbieter.

Daher ist es mancherorts so, dass zwar LTE verfügbar ist, aber die Interessenten nicht zwischen mehreren Providern wählen können. Am aktivsten in puncto LTE war in den vergangenen zwei Jahren Vodafone, dicht gefolgt von der Telekom. Die Telekom setzt beim Schließen der „weißen Flecken“ je nach Standort auf UMTS mit HSDPA oder auf LTE. O2 hat bisher nur ganz vereinzelt Orte mit LTE ausgebaut, nach eigenen Angaben der Nachfrage entsprechend. Ob es LTE an Ihrem Wohnort gibt, erfahren Sie über die Verfügbarkeitsabfragen auf den Websites der einzelnen Anbieter (siehe Artikel " Die günstigste LTE-Flatrate für zuhause ").

Montag, 15.10.2012 | 13:31 von Daniel Behrens
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (2)
  • VincentVega666 00:08 | 18.02.2013
  • bstelzer80 08:31 | 17.10.2012

    LTE-Drosselung sinnvoll?

    Ihre Einschätzung dass ein Datenvolumen von 5 GB für einfaches Surfen ausreichend ist mag für 1-Personenhaushalte passen, bei "normalen" 2-4 Personenhaushalten stösst das Modell aber sehr schnell an seine Grenzen. Nicht berücksichtigt ist vor allem wie sich das Web gegenüber dem Nutzer aufstellt. (OS-) Updates werden mittlerweile wöchentlich ausgerollt, bei mehreren Devices (PC, Smartphome, Tablet, TV etc.) im Haushalt kommen hier bereits mehrere GB zusammen. Für Gamer kommen selbst bei einem Verzicht der Nutzung von Steam & Co. durch (Content-) Updates etliche GB hinzu die das Inklusivvolumen in Windeseile auffressen. Aus der Erfahrung kann ich Ihnen berichten, dass in einem 4-Personenhaushalt das Inklusivvolumen nach spätestens 14 Tagen verbraucht ist. Der dann verfügbare Downstream von [U]bis zu 384 kBit/s[/U] ist merklich schlechter als DSL Light mit gleicher Bandbreite. Zusätzlich fällt bei atmosphärischen Störungen - also bei jeder Schlechtwetterfront - LTE häufig komplett aus. Aus all diesen Gründen habe ich LTE bei der Telekom wieder gekündigt und bin zum günstigeren DSL Light zurückgekehrt. Der Service der Telekom war hier übrigens sehr unbürokratisch. LTE ist sicher eine interessante Alternative in ländlichen Regionen, in der jetzigen Angebotsstruktur absolut nicht zu empfehlen.

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