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Internetzugriff trotz Regierungssperre - so geht's

15.02.2011 | 16:52 Uhr |

Was tun, wenn die Regierung den Zugang zum Internet kappt? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Guerilla-Taktiken trotzdem ins Netz kommen.

Keine moderne Organisation oder Bewegung kommt heutzutage ohne einen passenden Internetauftritt aus - ganz egal, ob man sich auf Facebook zusammenrottet, oder seine Nachrichten über Twitter verbreitet. Denkt man in diesem Zusammenhang aber an Situationen wie erst vor kurzem in Ägypten, ist nicht selten der landesweite Internetzugriff in Krisen alles andere als sichergestellt. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, ob Sie nur Kontakt mit Ihren Freunden oder Ihrer Familie aufnehmen wollen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie trotzdem einen grundlegenden Zugriff zum Netz erhalten, wenn Sie sich auf Ihre Handy- oder Internetverbindung nicht mehr verlassen können.

Das Selbstmach-Internet mit Ad-Hoc Wi-Fi
Selbst wenn Sie es geschafft haben, eine funktionierende Internetverbindung aufzutreiben nützt Sie Ihnen wenig, wenn Freunde, Bekannte und Verwandte nicht online sein können, um Sie zu finden. Wenn Sie zum Beispiel versuchen, eine Gruppe in Ihrer Umgebung zusammenzurotten und sich nicht auf eine Internetverbindung oder Handys verlassen können, setzen Sie stattdessen auf ein kabelloses Mesh-Netzwerk. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein dezentralisiertes Netzwerk aus kabellosen Netzwerkgeräten, die in der Lage sind, einander auch ohne Internetverbindung zu finden und miteinander zu kommunizieren - mit einer Technologie, die sich Mesh nennt. Das funktioniert vereinfacht gesagt über einen Funknetzwerkknoten, der als Mesh-Router fungiert. Größtes Manko: Derzeit ist das kabellose "Meshing" leider noch nicht marktreif.

Ein vorbereiteter Guerilla-Netzwerker kann mit einer Handvoll PCs und der Software Daihinia (ca. 20 Euro, 30 Tage kostenlose Testversion) trotzdem sehr viel anfangen. Die Anwendung manipuliert Ihren Wireless-Adapter-Treiber und macht aus Ihrem normalen Wi-Fi-Netzwerk ein Multihop-Ad-Hoc-Netzwerk. Der Clou: So muss das Gerät, das kabellos ins Internet gehen soll, nicht zwingend in der Reichweite des eigentlichen Access Points sein, sondern es reicht, wenn sich ein Netzwerk-Gerät, auf dem Daihinia installiert ist, in der Nähe befindet. Fortgeschrittene Freiheitskämpfer können außerdem ein Web-Portal in ihrem Netzwerk einrichten, das jedem potentiellen Nutzer erklärt, wie er das System verwenden kann.

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