Tipps und Tricks

Google - Mehr als nur eine Suchmaschine!

Freitag den 21.12.2012 um 10:00 Uhr

von Peter Stelzel-Morawietz

Bildergalerie öffnen Neben der Internetsuche bietet Google beispielweise auch noch eine Bildererkennung und Fahrradpläne an.
© iStockphoto.com/alija
„Googeln“ steht schon seit 2004 im Duden: Der Firmenname als Synonym für die Suche im Internet. Dabei bietet das Unternehmen viel mehr. Die besten eher weniger bekannten Dienste stellen wir hier vor.
Alle paar Monate lässt Google wieder einmal aufhorchen, wenn es den einen oder anderen Dienst einstellt: Seit letztem Jahr wurden rund 30 Service-Angebote vom Netz genommen – 2012 waren es unter anderem iGoogle für die personalisierte Startseite, der Google Video-Upload und die Chat-Plattform Google Talk Chatback. Doch keine Sorge, der Suchmaschinenanbieter wartet nach wie vor mit einer Fülle ungemein praktischer Funktionen und Dienste auf, die nur wenige Insider kennen.

Suchinhalte ohne Mausklick
Google ist durchaus schnell, dennoch ist die Frage berechtigt, warum man bei bestimmten, sich wiederholenden Standardabfragen erst in die Trefferliste klicken muss, um zum gesuchten Ergebnis zu kommen. Die Antwort lautet: Das müssen Sie gar nicht, denn die sogenannte erweiterte Suche kennt eine ganze Reihe spezieller Befehle, die gleich den gesuchten Inhalt präsentieren. Wer „Wetter Hamburg“ ins Suchfeld eintippt, bekommt keineswegs nur Links zu Anbietern von Wetterinformationen, sondern gleich die Vorhersage für die Hansestadt. Das Gleiche funktioniert für eine Reihe ähnlicher Fälle: Das Eintippen der sechsstelligen deutschen Wertpapierkennnummer (WKN) oder der zwölfstelligen ISIN zeigt den Börsenkurs des zugehörigen Unternehmens. Der Vereinsname eines Bundesligaklubs blendet sofort das Ergebnis der letzten Partie und den Gegner des nächsten Spiels ein. Rechenaufgaben wie „(5*9+3)^3“ zeigen das Ergebnis (110.592), ohne dass man erst den Windows-Rechner bemühen muss.

Zwei weitere Funktionen erweisen sich hier als besonders praktisch. Bei der lokalen Suche listen Anfragen nach Art „Kino 22145“ das aktuelle Kinoprogramm mit Startzeit, Genre und Altersfreigabe für den Hamburger Stadtteil auf. Ähnlich komfortabel gestaltet sich das Tracking von Paketen, wenn Online-Shops wieder einmal keinen Link, sondern nur die Trackingnummer samt Versender mitteilen. Google zeigt nach Eingabe der Trackingnummer den Paketstatus, allerdings funktioniert dies nur mit den Paketdiensten Fedex und UPS, nicht dagegen mit DHL und Hermes.


Ob Wetter, Flugplan oder manches mehr: Google ist in
vielen Fällen nicht mehr nur Suchmaschine, sondern bietet gleich
selbst die angefragten Inhalte.
Vergrößern Ob Wetter, Flugplan oder manches mehr: Google ist in vielen Fällen nicht mehr nur Suchmaschine, sondern bietet gleich selbst die angefragten Inhalte.

Die wichtigsten Möglichkeiten der erweiterten Suche sind im Internet zusammengefasst. So komfortabel diese Direktanzeige sein mag, klar ist aber auch, dass Google längst nicht mehr nur als Suchmaschine, sondern auch als Anbieter von Content auftritt. Längst nicht alle Befehle hat der US-Konzern bei seinen Erläuterungen dokumentiert, so etwa den Befehl „Flug“. Wer bei Google als Suchanfrage „Flug Köln Berlin“ eingibt, erhält die Infos direkt von der Suchmaschine – spezielle Flugportale wie Flug.de und Co. werden da (fast) überflüssig.

„Wir-verstehen-Sie“-Suche
Google gestattet eine ganze Reihe nützlicher Befehle, um die Trefferzahl bei der Internet-Suche einzugrenzen: Das beginnt bei der Phrasensuche, also der Eingabe einer ganzen Wortgruppe in Anführungszeichen, und reicht bis zur Suche auf einer bestimmten Webseite, etwa der von PC-WELT über den Zusatz „site:pcwelt.de“. Solche Befehle sind oft nützlich: Wer sie bisher nicht verwendet, dem sei ein Blick auf die Erklärungen empfohlen. Schon seit Mai dieses Jahres präsentiert der US-Konzern seine Wissensdatenbank Knowledge Graph, die nach Unternehmensangaben rund 500 Millionen Objekte aller Art enthält. Dazu zählen unter anderem Sehenswürdigkeiten, prominente und berühmte Personen, Städte, Sportmannschaften, Bauwerke, Kunstwerke und Ähnliches. Anfangs war diese Suche auf die USA beschränkt, im Sommer kündigte Google in einem Blog an, Knowledge Graph auf andere englischsprachige Länder auszuweiten. Deutschland ist also vorerst weiter nicht dabei, doch Sie können sich auf einer Präsentationsseite im Internet schon einmal ein Bild von der neuen Suche machen.


Hinter all dem steht der Anspruch von Google, sich zu einer „Wir-verstehen-Sie“-Maschine weiterzuentwickeln. Firmengründer Larry Page hat die perfekte Suchmaschine einst mit den Eigenschaften beschrieben, verstehen zu wollen, was der Nutzer meint, und die Treffer zu liefern, die man wünscht. Knowledge Graph ist ein Schritt dahin – doch der Weg ist bei oft mehreren zehntausend Ergebnissen noch ein weiter! Was das Unternehmen dabei ganz nebenbei über seine Nutzer erfährt, wurde einmal mehr am Anfang des Jahres klar: Google ersetzte Ende Januar gegen heftige Proteste die Datenrichtlinien von rund 70 verschiedenen Dienste „durch eine zentrale, kompaktere und verständlichere Version“, wie der Konzern schrieb. Im firmeneigenen Blog machte die für den Datenschutz zuständige Managerin Alma Whitten klar, worum es geht: So könne Google einen Nutzer daran erinnern sich zu beeilen, wenn im Google Kalender in Kürze ein Termin anstehe und Google Traffic zum Treffpunkt zähflüssigen Verkehr melde.

Freitag den 21.12.2012 um 10:00 Uhr

von Peter Stelzel-Morawietz

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