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Geschenke richtig umtauschen

02.01.2013 | 10:00 Uhr |

Ein passendes Geschenk für Freunde und Verwandte zu finden, ist nicht immer einfach. Hier finden Sie Tipps, wie Sie ein unpassendes Geschenk umtauschen können.

Gerade bei Artikeln aus den Bereichen IT, Handy und Unterhaltungselektronik geht es beim Schenken ja nicht nur ums Gefallen, sondern auch um die „inneren“ Werte. Eignet sich ein Produkt überhaupt für einen bestimmten Zweck? Entspricht das ausgesuchte Geschenk dem, was der Beschenkte sich vorstellt? Lässt sich das Geschenk in die bestehende Infrastruktur integrieren? Wenn das Geschenk nicht gleich konkret abgesprochen werden soll, sind diese Fragen gar nicht so leicht zu beantworten. Enkeln im Teenager-Alter wird nicht immer das gefallen, was ihre Großeltern für sie ausgesucht haben. Die Überraschung lässt sich trotzdem wahren, denn richtig gekauft birgt auch das Geschenk zum Einpacken kein Risiko.

Die Überraschung wahren, aber gefahrlos umtauschen
Wie funktioniert das? Zunächst ist deutlich zwischen dem Kauf im Geschäft vor Ort und dem im Internet zu unterscheiden. Im Ladenlokal gilt: Es gibt kein Umtauschrecht und auch keinen Anspruch auf Rückgabe, nur weil die Ware nicht gefällt. Anders sieht es mit der Gewährleistung aus, wenn also die Ware defekt ist. In diesem Fall hat der Käufer 24 Monate Anspruch auf ein funktionstüchtiges Gerät. Ein generelles Umtauschrecht besteht jedoch nicht, denn mit dem Bezahlen der Ware gilt der Kaufvertrag als abgeschlossen. Will man die Ware danach zurückgeben, ist man auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Hier zeigen sich, das belegt die Erfahrung, Kaufhäuser und große Handelsketten meist großzügiger als kleine Geschäfte.

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Neben der gesetzlichen Regelung können Käufer und Verkäufer eine Rückgabemöglichkeit vereinbaren. Dies sollte, damit es in der Folge keinen Streit gibt, aber unbedingt schriftlich erfolgen. Als Umtauschfrist sind ein oder zwei Wochen angemessen. Manch eine große Kette bietet die Rückgabe ohnehin an und hält das auch schriftlich in den AGBs fest. Dann kommt der Kunde nicht als Bittsteller, die Sache ist ja klar geregelt. Wer beim Kauf auf die Rücknahmegarantie verzichtet hat und dann auf einen wenig kulanten Händler stößt, hat immer noch die Möglichkeit, das unerwünschte Geschenk zu verkaufen. Gerade Neuware erzielt in Online-Auktionen sehr gute Preise. Allerdings sollten Privatverkäufer beim Verkauf darauf achten, die Gewährleistungsansprüche auszuschließen. Tun sie dies nicht, haften sie selbst ein volles Jahr für auftretende Mängel.

Beim Online-Einkauf haben Kunden stets ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, ohne dass sie die Rückgabe begründen müssten. Das gilt auch für individuell konfigurierte PCs.
Vergrößern Beim Online-Einkauf haben Kunden stets ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, ohne dass sie die Rückgabe begründen müssten. Das gilt auch für individuell konfigurierte PCs.

14 Tage Rückgaberecht beim Online-Einkauf
Anders als im stationären Handel stellt sich das Umtauschrecht nach dem Einkauf im Internet dar. Hier hat jeder Käufer ein vierzehntägiges Widerrufsrecht. Nach § 312b bis 321d und § 355 BGB bedarf es dazu keiner Begründung, der Online-Shop muss die Ware zurücknehmen. Sinn und Zweck dieser Regelung ist, die bestellte Ware in dieser Zeit ausprobieren zu können. Gerade vor Weihnachten kommt es also auf das richtige Timing beim Bestellen an, damit das Geschenk rechtzeitig da, die Widerrufsfrist aber noch nicht vorbei ist. Wenn die Widerspruchsfrist an den Feiertagen abläuft, genügt eine E-Mail oder ein Fax an den Online-Shop, um die Rückgabe anzukündigen. Die Widerrufsfrist beginnt übrigens erst mit dem Erhalt der Ware, also keineswegs schon mit der Online-Bestellung oder dem Abschicken des Pakets. Das hat kürzlich das Amtsgericht Winsen an der Luhe bestätigt. In dem Rechtsstreit (AZ 22 C 1812/11) hatte der Besteller und eigentliche Adressat sein Paket erst Tage später bei einem Nachbarn abgeholt, nachdem dieser die Sendung vom Paketdienst entgegengenommen hatte. Die Richter entschieden, dass die Frist erst mit der zweiten Übergabe beginnt.

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So großzügig sich das Widerrufsrecht für die Verbraucher darstellt, so einfach sollten die Käufer dem Verkäufer das Zurückschicken machen: also die Ware wieder gut verpacken und den vom Shop vorgesehenen Retourweg wählen. Der kann in der Praxis durchaus unterschiedlich sein. Manche Verkäufer legen jeder Sendung schon einen Rücksendeschein bei, andere sehen die Rücknahme über ein Webformular vor. Die Portokosten für das Retourpaket muss übrigens der Händler tragen, sofern die bestellte Ware den Wert von 40 Euro übersteigt. Noch, denn Mitte 2014 soll diese „40-Euro-Klausel“ wegfallen. Der Verbraucher muss dann in jedem Fall das Porto für die Rücksendung selbst tragen.

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