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Facebook - Diskussion zur Privatsphäre

02.12.2010 | 11:24 Uhr |

Facebook-Mitglieder sollen mehr Kontrolle über ihre Daten erhalten. Doch zeitgleich gibt es eine neue Funktion, die in die andere Richtung weist.

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendein Datenleck bei Facebook aufgedeckt wird, nicht irgendeine neue Verletzung des Rechts auf Privatsphäre ans Licht kommt. Facebook-Chef Mark Zuckerberg weiß, dass sein Kontaktnetzwerk schwer in der Kritik steht. Deswegen hat er vor wenigen Tagen neue Funktionen angekündigt, mit denen die Mitglieder ihre persönlichen Daten besser vor Fremden sichern können.

Geschlossene Gruppen: Nur für geladene Gäste
Die wichtigste Neuerung ist die Einführung von geschlossenen Gruppen. Das Fotoalbum vom feucht-fröhlichen Junggesellenabschied, der Austausch mit den alten Klassenkameraden oder die Planung des Betriebsausfluges: Es gibt viele Facebook-Aktivitäten, bei denen nicht mal der gesamte Freundeskreis, geschweige denn die Allgemeinheit mitmischen soll. Dafür lassen sich ab sofort geschlossene Gruppen einrichten – zusätzlich zu den bisherigen Freundeslisten. Sie finden diese Funktion in der linken Spalte Ihrer Facebook-Hauptseite dort, wo bisher Ihre öffentlichen Gruppen zu bestimmten Themen oder Interessensgebieten stehen. Über „Gruppen ➞ Gruppe gründen“ lassen sich diese auf „geschlossen“ oder sogar auf „geheim“ (nicht sichtbar) setzen. Kommunizieren können die Teilnehmer in Gruppen-Chats oder per E-Mail.

Mehr Daten-Infos über Facebook-Dienste
Ebenfalls neu ist die Information darüber, auf welche Daten die diversen Facebook-Dienste und -Anwendungen wie die Bauernhof-Simulation Farmville zugreifen dürfen: persönliche Daten, Profildaten und Vorlieben, Fotos und Videos. Dem stimmen viele bei der ersten Nutzung bereitwillig zu, ohne sich die Konsequenzen klarzumachen. Facebook klärt nun detaillierter auf. Das allerdings recht versteckt: Klicken Sie auf „Konto ➞ Privatsphäre-Einstellungen“, und wählen Sie unten links den Punkt „Bearbeite Deine Einstellungen für Anwendungen, Spiele und Webseiten“. Zu jedem externen Dienst erfahren Sie, auf welche Daten er zugreifen kann und wann dies zuletzt geschehen ist.

In Facebook lassen sich jetzt auch geschlossene Gruppen einrichten.
Vergrößern In Facebook lassen sich jetzt auch geschlossene Gruppen einrichten.
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Auf den deutschen Benutzerseiten noch nicht realisiert ist die angekündigte Download-Funktion: Zukünftig sollen Sie sich zur Kontrolle Ihrer Facebook-Aktivitäten alle persönlichen Profildaten bis hin zu hochgeladenen Fotos und Videos sowie Statusmeldungen als ZIP-Datei auf den PC laden können. Möglich sein wird dies über den Menüpunkt „Konto ➞ Kontoeinstellungen“. Bislang erscheint „Download your Information“ nur in der englischen Benutzerführung. Zum Herunterladen wird aus Sicherheitsgründen das Facebook-Passwort benötigt.

„Facebook Orte“: Neue Lokalisierungsfunktion
Eine andere neue Funktion ruft dagegen bereits die Datenschützer auf den Plan: Über „Facebook Orte“ können die Mitglieder ihren Freunden per Handy ihren aktuellen Aufenthaltsort mitteilen. Standardmäßig ist die Funktion abgeschaltet und muss in der jeweiligen Facebook-Handy-App extra aktiviert werden. Der aktuelle Aufenthaltsort wird auf der Facebook-Seite unter den „Neuigkeiten“ angezeigt und ist für die eigenen Freunde oder eine vorher festgelegte Gruppe zu sehen. Wer seine Privatsphäre auf „Alle“ gestellt hat, teilt jedoch aller Welt seinen Aufenthaltsort mit. Bedenklich: Facebook-Mitglieder können auch von Freunden an einem bestimmten Ort „eingecheckt“ werden. Zuckerberg betont zwar vehement, dass durch „Facebook Orte“ keine Bewegungsprofile erstellt werden. Ein ungutes Gefühl bleibt dabei trotzdem ...

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