Kabel-Internet, LTE, Sat & Co.

DSL-Alternativen - günstiger und schneller

Mittwoch, 25.07.2012 | 07:55 von Arne Arnold, Daniel Behrens
DSL-Alternative leicht gemacht
Vergrößern DSL-Alternative leicht gemacht
Ins Internet kommen Sie auch ohne DSL-Anschluss – in manchen Fällen sogar besser, schneller und viel günstiger. Wir stellen die besten DSL-Alternativen vor: von Kabel-Internet über UMTS und LTE bis hin zu Satelliten-DSL.
Ein schneller DSL-Anschluss war viele Jahre lang die einzige Möglichkeit für private Nutzer, einen schnellen Internet-Zugang zu bekommen. Mit herkömmlichen ADSL2+ sind Übertragungsraten von 16 MBit/s drin, mit VDSL bis zu 50 MBit/s.

Doch diese Technik hat längst attraktive Konkurrenz bekommen: Über das TV-Kabel kommt man vielerorts mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis und höherer Geschwindigkeit ins Internet. In Gegenden, die bis auf weiteres Kabelinternet- und DSL-technisches Niemandsland sind, ist stationäres LTE angekommen und ermöglicht Übertragungsraten von theoretisch bis zu 50 MBit/s, wobei im Durchschnitt eher 6 MBit/s erreicht werden. Unter bestimmten Umständen ist auch Internet per Satellit eine DSL-Alternative. Und in einigen Regionen gibt es Anbieter, die auf die Wimax-Technologie setzen.

Für so manchen Gelegenheits-Internetnutzer - egal ob in der Stadt oder auf dem Land - ist hingegen ein UMTS-Surfstick mit günstigem Tarif die günstigere Wahl. Das gleiche gilt für Anwender, die das Web überwiegend unterwegs mit einem Laptop nutzen.

Jede DSL-Alternative hat Vor- und Nachteile. Allen gemeinsam ist, dass sie nicht überall verfügbar sind. Sie müssen sich also zunächst darüber informieren, ob es das Angebot an Ihrem Wohnort überhaupt gibt. Bei Verbindungen über eine Funktechnik muss zudem die Empfangsqualität stimmen. Im Folgenden gehen wir auf die einzelnen DSL-Alternativen näher ein.

Antennendose mit Anschluss fürs Kabelmodem
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© Kabel Deutschland

Die beste DSL-Alternative: Kabel-Internet

Internet per TV-Kabel ermöglichst meist sehr schnelle Verbindungen. So gibt es beim Kabelbetreiber Kabel Deutschland etwa Kabel-Internet-Tarife mit Leitungsgeschwindigkeiten von 6 bis 100 MBit pro Sekunde für 20 bis 40 Euro pro Monat. Das ist in vielen Fällen günstiger und/oder schneller als DSL. Kabel Deutschland ist in fast allen Bundesländern aktiv, mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Diese drei Bundesländer sind das Territorium des Unternehmens "Unitymedia KabelBW", wobei deren Tochterfirma Unitymedia Nordrhein-Westfalen und Hessen betreut, während der Unternehmensbereich KabelBW für Baden-Württemberg zuständig ist.

Auf den Websites der Kabelnetzanbieter finden sich jeweils Verfügbarkeitsabfragen: Nach Eingabe Ihrer Adresse erfahren Sie, ob und welche Produkte an Ihrer Adresse machbar sind. Sollte Ihre Hausverkabelung (inklusive eventueller Signalverstärker) noch nicht Kabel-Internet-tauglich sein, erhalten Sie einen entsprechenden Hinweis. Sie haben dann die Möglichkeit, die Kabel und Verstärker vom Anbieter austauschen zu lassen. Wenn Sie zur Miete oder in einem Gemeinschaftseigentum wohnen, benötigen Sie dazu allerdings die Einverständniserklärung des Vermieters beziehungsweise der Eigentümergemeinschaft oder Hausverwaltung.

Internet über TV-Kabel ist also eine attraktive und oft schnellere DSL-Alternative, auch wenn DSL verfügbar ist. Die Geschwindigkeiten werden zukünftig in Regionen von 500 bis 1000 MBit/s vorstoßen, denn technisch gesehen ist noch viel Luft nach oben.

Die schnellste DSL-Alternative: Glasfaser

Internet per Glasfaser
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© en:Wikipedia / BigRiz

In Sachen Übertragungsgeschwindigkeit kommt momentan nichts an die Lichtwellenleiter-Technik heran. Rein technisch gesehen lassen sich damit mehrere Terabit pro Sekunde auch über hohe Entfernungen hinweg übertragen. Aber nur dann, wenn die Glasfaser nah genug an den Endkunden herangeführt wird, im Idealfall also bis in seine Wohnung hinein (FTTH - Fiber to the home). Doch das erfordert natürlich hohe Investitionen und wird daher nur sehr zögerlich gemacht. Mittel- und langfristig wird der Glasfaser-Zugang aber so weit verbreitet sein, dass er DSL ablösen und zu einer harten Konkurrenz fürs Kabelinternet wird. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Ratgeber " Glasfaser auf der letzten Meile ".

Stationäres LTE: Notlösung für "weiße Flecken"

Die Funktechnik LTE (Long Term Evolution) bringt schnelles Internet auch in die Gebiete, in denen keine der vorstehend genannten, kabelgebundenen Techniken verfügbar ist. Als DSL-Alternative kommt "stationäres LTE" zu Einsatz. Das bedeutet, dass Sie einen LTE-Router für zuhause erhalten, der sich nur bei dem in Ihrer Nähe befindlichen Funkturm einbucht. Sie können damit also nicht durch Deutschland reisen und ihn anderswo nutzen. Das Problem bei LTE auf dem Land: Es gibt gemessen an der Fläche nur wenige Funktürme, die jeweils - je nach Bevölkerungsdichte - in einem Umkreis von circa 10 Kilometern mehrere hundert Nutzer bedienen. Die Gesamtbandbreite pro Turm, die im ungünstigsten Fall nur 75 MBit oder weniger beträgt, müssen sich alle Anwender teilen. Gerade in den Abendstunden kann das durchaus zu Tempoeinbrüchen führen.

Damit es niemand übertreibt und andere dauerhaft zu sehr ausbremst, gibt es Geschwindigkeitsdrosselungen. Je nach Tarif kann dann schon nach 5 bis 10 GB verbrauchtem Datenvolumen der Surfspaß vorbei sein, denn anschließend geht es bis zum Ende des Monats nur noch mit erheblich langsamerer Geschwindigkeit durchs Web. Wer nur surft, E-Mails verschickt und ab und zu mal ein YouTube-Video schaut, wird die Drosselungs-Grenze vermutlich nie erreichen. Nutzer von Online-Videotheken, YouTube-Dauergucker und Nutzer von digitalen Spiele-Download-Plattformen wie Steam werden LTE aber sehr schnell verfluchen und sich einen unlimitierten kabelgebundenen Zugang wünschen.

Alle Details zur DSL-Alternative LTE, zu Angeboten und Geschwindigkeiten, erhalten Sie im Ratgeber " LTE – Turbo-Internet für Stadt und Land ". Ein Vorläufer von LTE ist übrigens Wimax-Netze, die es auch heute noch vereinzelt gibt. Angeboten wird Wimax von den Firmen DBD - Deutsche Breitband Dienste und Televersa . Bei Televersa gibt’s zum Beispiel einen Tarif mit 6 MBit/s für 49,95 Euro im Monat.

UMTS/HSDPA: Günstige DSL-Alternative für Wenig-Surfer oder mobile Nutzer

Ein Internet-Zugang per Mobilfunk mit einem UMTS-Stick oder UMTS-Router kann eine gute Alternative für alle sein, die selten ins Internet gehen oder monatlich maximal  5 GB Daten übertragen. Je nach Nutzungsintensität sind Sie dann schon mit 10 bis 20 Euro im Monat dabei – und haben den zusätzlichen Vorteil, dass Sie den Zugang auch unterwegs mit dem Notebook oder Tablet nutzen können. Mit UMTS beziehungsweise der darauf basierenden Beschleunigungs-Technologie HSPA lassen sich unter Alltagsbedingungen zwischen 2 und 20 MBit/s im Download und zwischen 1 und 4 MBit/s im Upload übertragen.

DSL-Alternative für Gelegenheits-Surfer und mobile Nutzer:
Ein UMTS-USB-Stick wie der "Option Icon 505M"
Vergrößern DSL-Alternative für Gelegenheits-Surfer und mobile Nutzer: Ein UMTS-USB-Stick wie der "Option Icon 505M"
© Option

Die Geschwindigkeit ist einerseits abhängig vom Tarif und vom Ausbau des genutzten Mobilfunknetzes. Andererseits ist aber auch entscheidend, wie intensiv andere Kunden, die in die gleiche Mobilfunkzelle eingebucht sind wie Sie, das Netz gerade nutzen. Ausgebremst werden Sie allerdings auf jeden Fall dann, wenn Sie ihr monatliches Highspeed-Volumen verbraucht haben – das Limit liegt bei den meisten Tarifen bei 5 GB. Dann müssen Sie sich bis zum Beginn des nächsten Monats mit mickrigen 56 bis 64 KBit/s zufrieden geben.

Wir haben die UMTS-Flatrates und UMTS-Prepaid-Flatrates mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis zusammengestellt. Einen UMTS-Stick oder UMTS-Router erhalten Sie in der Regel günstig dazu. Bevor Sie sich für eines der zahlreichen Angebote entscheiden, sollten Sie aber prüfen, welche Mobilfunkanbieter an den Orten, an denen Sie hauptsächlich online gehen wollen, die beste Abdeckung haben. Das finden Sie über die folgenden Seiten heraus: Netzabdeckung T-Mobile , Netzabdeckung Vodafone , Netzabdeckung O2 , Netzabdeckung E-Plus .

Mittwoch, 25.07.2012 | 07:55 von Arne Arnold, Daniel Behrens
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