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Das bringt Google Wave

03.05.2010 | 11:00 Uhr |

Google will mit seinem neuen Dienst „Wave“ ganz große Wellen schlagen: Er soll die Kommunikation via Internet revolutionieren. PC-WELT verrät, was Wave kann und wie Sie das Angebot richtig nutzen.

Noch ist der englischsprachige Internetdienst Google Wave in der Testphase. Nur wer eine Einladung hat, bekommt Zugang zur „Welle“. Doch bereits jetzt wird der jüngste Spross des Suchmaschinengiganten Google im Internet heiß diskutiert. Er soll die Vorteile von E-Mail, Chat, Online-Fotoalben und vielen weiteren Services in einem einzigen Dienst vereinen. Google Wave läuft wie ein herkömmlicher E-Mail-Dienst im normalen Internet-Zugriffsprogramm (Browser). Auch die Bedienung ist ähnlich: Wer über Google Wave Informationen austauschen möchte, erstellt in seinem Browser eine neue Wave. Das geht in etwa so, wie man auch eine E-Mail verfassen würde. Anders als normale elektronische Post wird eine Wave aber nicht verschickt, sondern bleibt auf dem Google-Server. Damit nutzen Sie den Dienst eher wie eine persönliche Internetseite.
Um andere Anwender an der neuen Nachricht teilhaben zu lassen, fügt man ihre Wave-Adressen hinzu. Jeder Teilnehmer muss natürlich ein Wave-Konto haben. Danach können die Wave-Anwender direkt in der Nachricht antworten. Was der eine eingibt, sieht der andere sofort. Mit einer Wave lassen sich aber wesentlich mehr Sachen anstellen, als nur Textnachrichten austauschen. Sehr einfach können Sie beispielsweise Bilder hinzufügen: Mit der Maus ziehen Sie die gewünschten Fotos aus dem Windows-Explorer von ihrem privaten Computer ruckzuck in die öffentliche Wave. Die Bilder können Sie einzeln oder als Diashow anzeigen lassen. Jede beliebige Datei lässt sich auf diesem Weg in die Wave ziehen. Einzige Einschränkung: Eine Datei darf derzeit nicht größer als 20 MB sein.

Der Einbau einer Umfrage in Google Wave gelingt ganz einfach über das Gadget Yes/No/Maybe. (siehe roter Kasten)
Vergrößern Der Einbau einer Umfrage in Google Wave gelingt ganz einfach über das Gadget Yes/No/Maybe. (siehe roter Kasten)
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Durch Erweiterungen sehr vielseitig
So wie sich ein Browser mit Zusatzprogrammen um beliebige Funktionen erweitern lässt, können Sie eine Wave mit sogenannten Gadgets und Robots mit zusätzlichen Fähigkeiten ausstatten. Beispielsweise lässt sich eine Umfrage in die Nachricht einbauen. So findet man schnell heraus, wie viele Kollegen heute in die Kantine gehen wollen und wie viele lieber zur Frittenbude. Sie können Landkarten von Google Maps oder Videos aus Youtube einbinden. Auch die Player von manchen Webradios stehen bereit, ebenso ein Schachspiel und ein Sudoku. Die Zahl der Gadgets wird mit Sicherheit noch stark zunehmen.

Zu viele Teilnehmer machen eine Wave unbrauchbar
Google Wave eignet sich gut für die Kommunikation unter vier Augen, aber auch als Arbeitsmittel für Gruppen von bis zu einigen Dutzend Anwendern. Der Dienst kann ungemein produktiv sein. Allerdings muss man mit einer gewissen Einarbeitungszeit rechnen, da Wave mit seinem ganzen Funktionsumfang sehr komplex ist. Eine Wave lässt sich zwar auch für alle Wave-Benutzer freigeben. Sie wird dann aber schnell unbrauchbar, denn es gibt kaum Filter- und Sortierfunktionen. Wer Nachrichten an viele Anwender richten will, sollte besser Twitter oder das neue Google Buzz nutzen.

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