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Das bringt Cloud Computing

25.10.2010 | 08:45 Uhr |

Immer mehr klassische Computeranwendungen wandern derzeit in das Internet. Der Trend heißt „Cloud Computing“. PC WELT erklärt, was hinter dem wolkigen Begriff steht.

Briefe im Internet schreiben, online spielen, der Virenschutz aus dem Datennetz oder Filme übers Internet ansehen: Viele PC-Besitzer nutzen bereits „Cloud Computing“, ohne sich dessen bewusst zu sein. Das „Rechnen in der Wolke“ hat Vorzüge, damit einher gehen aber auch Risiken für Privatsphäre und Datensicherheit. Ursprünglich bezeichnete der Begriff Cloud Computing Methoden, um Rechenkapazitäten in einem Netzwerk nach Bedarf zu verteilen. Ein bekanntes Projekt in diese Richtung heißt „SETI@home“, bei dem weltweit Millionen von Computern nach außerirdischem Leben forschen, wenn sie gerade nicht vom Besitzer gebraucht werden.

Inzwischen versteht man unter Cloud Computing, dass PC-Anwendungen über das Internet erledigt werden, ohne das der PC-Benutzer die entsprechende Software auf dem Computer hat. Stattdessen läuft sie in großen weltweit verteilten Rechenzentren. Dort werden oft auch die Benutzerdateien gespeichert. Bei „Software as a service“, wie Cloud Computing auch umschrieben wird, braucht der Kunde auf seinem Computer nur einen aktuellen Internet-Browser mit Flash-, ActiveX- und Javascript-Erweiterung sowie eine Internetverbindung. Bezahlt wird nicht die Software, sondern deren Nutzung.

Cloud-Computing-Vorteile: Alles überall verfügbar
Der Nutzen von Cloud Computing liegt auf der Hand: Auch mit einfachen oder älteren Computern, ja sogar mit Smartphones können Sie komplexe Aufgaben bewältigen. Der Benutzer muss sich um die Software nicht kümmern. Das übernimmt der Dienstanbieter. Statt Software teuer zu kaufen, zahlt man bei Cloud Computing in der Regel eine monatliche Gebühr. Allerdings stehen die Programme nach Ende der Vertragslaufzeit nicht mehr zur Verfügung. Viele Cloud-Computing-Dienste sind in unterschiedlichen Funktionsumfängen und Speichergrößen erhältlich. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Variante Sie brauchen, buchen Sie zunächst ein kleineres Paket. Denn in den meisten Fällen können Sie unkompliziert aufrüsten.

Weiterer Vorteil: Mehrere PC-Benutzer können parallel an einer Datei arbeiten. Ein Beispiel: Wer bei einem Bürosoftware-Dienst wie Google Text & Tabellen eine Textdatei speichert und für andere Nutzer freigibt, kann mit ihnen gemeinsam den Text bearbeiten. Jeder Beteiligte ist an seinem PC mit dem Internet verbunden und sieht die Änderungen der anderen direkt auf seinem Monitor. Kommuniziert wird über ein Chat-Fenster auf dem Monitor. Der bearbeitete Text bleibt dabei in der Cloud, also auf einem Computer im Rechenzentrum der Anbieter wie Google. Das spart nicht zuletzt auch Geld. Denn der Servicekunde muss kein Geld für eigene Hard- und Software, den Serverunterhalt und Strom ausgeben.

Cloud-Computing-Nachteile: Sind die Daten sicher?
Dass die Daten im Internet und damit stets verfügbar sind, ist ein Pluspunkt. Der kann aber schnell ins Gegenteil umschlagen. Und zwar beispielsweise dann, wenn durch eine Panne beim Dienstanbieter die Beschränkung der Zugriffsrechte ganz oder teilweise außer Kraft gesetzt wird. So berichteten einzelne Benutzer von Google Text & Tabellen im Oktober 2009, dass sie Zugriff auf Dateien gehabt hätten, die weder von ihnen stammten noch von Besitzern anderer Konten, die mit ihrem Konto verknüpft waren.

Zwar dementierte Google diverse Medienberichte sofort: Der Zugriff sei lediglich aufgrund von gesetzten Freigaben möglich gewesen. Eine gewisse Skepsis ist aber bei allen Diensten angebracht, bei denen Dateien und andere vertrauliche Informationen liegen. Beim Speichern im Internet ist der Kunde darauf angewiesen, dass der Dienstanbieter seine Datensicherungspflichten ernst nimmt. Das könnte man sogar eher zu den Vorteilen zählen. Denn – Hand aufs Herz – wer sichert schon regelmäßig die Daten auf seinem PC?

Blauäugiges Vertrauen kann sich aber auch rächen. Nämlich dann, wenn beim Dienstanbieter Daten verschwinden, wie vor einigen Monaten in den USA passiert: Dort hatten zahlreiche T-Mobile-Kunden ihre auf einem Server des Mobilfunkanbieters gespeicherten Telefonbücher und Kalendereinträge durch eine Panne verloren.

Zudem kann Cloud Computing auch ganz schön ins Geld gehen. Nämlich dann, wenn die Internetdienste mobil per Net- oder Notebook und Smartphone genutzt werden. Denn der mobile Internetzugang, insbesondere der per Mobilfunk im Ausland, ist zum Teil erheblich teurer als die Flatrate zu Hause oder im Büro. Und bei einer wackeligen Mobilfunkverbindung droht im schlimmsten Fall sogar Datenverlust, falls dann bei der Datenübermittlung etwas schief läuft.

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