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Geld gespart beim DSL-Vertrag

Freitag den 10.08.2012 um 10:01 Uhr

von Daniel Behrens

Bildergalerie öffnen DSL, sparen, Geschwindigkeit
© istockphoto.com/sykadelx
Wenn Sie alle zwei Jahre Ihren DSL-Vertrag hinterfragen, können Sie bares Geld sparen oder mehr Leistung erhalten. Manchmal sogar dann, wenn Sie Ihrem Anbieter treu bleiben ...
Nach spätestens zwei Jahren läuft bei einem DSL-Anschluss die Mindestvertragslaufzeit aus – und damit stellt sich die Frage „Wechseln oder bleiben?“. Während ein reiner Tarifwechsel normalerweise reibungslos über die Bühne geht, kann beim Wechsel des Anbieters einiges schief laufen. Wenn Sie Pech haben, sitzen Sie ein paar Stunden, Tage oder im Extremfall auch Wochen ohne Telefon- und DSL-Anschluss da. Oder Ihre bisherige Telefonnummer kommt unter die Räder. Und wenn Fristen von den beteiligten Unternehmen nicht penibel eingehalten werden, verzögert sich der Wechsel sogar um ein ganzes Jahr.

Welche Probleme es geben kann und wie Sie dazu beitragen, dass möglichst alles rund läuft, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Ein Hinweis vorneweg: Wer denkt, ein Umzug wäre der ideale Zeitpunkt, um den DSL-Vertrag zu wechseln, der irrt. Denn so lange die Mindestlaufzeit nicht abgelaufen ist, wird Sie der Anbieter trotz Wohnungswechsel nicht – oder nicht ohne Entschädigungszahlung – aus dem Vertrag lassen. Nur wenn am neuen Wohnort kein DSL verfügbar ist, zeigt sich mancher Provider kulant.

DSL-Wechsel: Den richtigen Zeitpunkt finden
Im Leben kommt es oft auf das richtige Timing an. Das gilt auch in Bezug auf den Wechsel des DSL-Tarifs oder des DSL-Anbieters. Kein Unternehmen lässt seine Kunden gerne zur Konkurrenz ziehen. Und daher legen Ihnen die meisten Provider eine zeitliche Fußfessel an. Zwei Jahre Mindestlaufzeit sind die Regel. Aber das heißt nicht, dass Sie sich erst in zwei Jahren Gedanken über einen Wechsel machen dürfen. Denn dann ist es bereits zu spät. Im Kleingedruckten findet sich nämlich in aller Regel eine solche oder ähnliche Klausel: „Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag um jeweils zwölf weitere Monate, wenn er nicht mit einer Frist von drei Monaten zum Ende der Vertragslaufzeit gekündigt wird.“

Allerdings reicht es bei einem Anbieterwechsel auch nicht, sich erst kurz vor Ablauf der Drei-Monats-Frist Gedanken über einen neuen Provider zu machen. Denn wie Sie in diesem Beitrag erfahren werden, sollten Sie Ihrem alten Anbieter keinesfalls selber kündigen, sondern dies vom neuen Provider übernehmen lassen. Dieser braucht aber einen gewissen Vorlauf. Lange Rede, kurzer Sinn: Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich fünf Monate, allerspätestens aber vier Monate vor Neubeginn der nächsten Vertragsperiode für einen neuen Anbieter entscheiden und bei ihm den Anschlusswechsel beauftragen.

Derzeitiges DSL-Tempo exakt messen: Machen Sie mehrere
Geschwindigkeitstests – zum Beispiel per www.speed.io – zu
unterschiedlichen Uhrzeiten, und bilden Sie einen
Durchschnittswert.
Vergrößern Derzeitiges DSL-Tempo exakt messen: Machen Sie mehrere Geschwindigkeitstests – zum Beispiel per www.speed.io – zu unterschiedlichen Uhrzeiten, und bilden Sie einen Durchschnittswert.

Clever: Fürs gleiche Geld mehr Geschwindigkeit
Sind Sie mit Ihrer bisherigen DSL-Geschwindigkeit zufrieden, und es geht Ihnen nur darum, Geld zu sparen? Dann können Sie diesen Schritt überspringen und beim Punkt „Den günstigsten DSL-Tarif für Ihren Standort finden“ weiterlesen. Sie sind noch da? Gut, dann geht es jetzt ans Eingemachte in Sachen DSL-Geschwindigkeit. Zunächst geht es darum, den Ist-Zustand festzustellen. Dazu sollten Sie zu unterschiedlichen Tageszeiten nacheinander bei mehreren darauf spezialisierten Web-Diensten Geschwindigkeitstests durchführen, zum Beispiel bei www.speed.io und bei www.speedtest.net . Nutzen Sie dafür – wenn irgend möglich – nicht WLAN, sondern verbinden Sie PC oder Notebook per Kabel mit dem Router, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Bilden Sie dann aus allen Ergebnissen einen Mittelwert. Nun wissen Sie, wie hoch die Geschwindigkeit Ihres DSL-Anschlusses derzeit ist.

Ob der Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter tatsächlich mehr Geschwindigkeit bringt, kommt auf den Einzelfall an. Denn das maximal mögliche Tempo hängt im Wesentlichen von der Länge und Qualität der Leitung ab, die von Ihrer Telefondose bis zur Vermittlungsstelle führt. Prinzipiell haben also alle Anbieter die gleichen technischen Voraussetzungen, erreichen also auch im Normalfall die gleiche Geschwindigkeit. Speziell die Telekom hat aber sehr konservative Grenzen, bis zu welcher Signalstärke sie welche Bandbreite schaltet. Viele andere Provider sind da risikofreudiger.

Die Wahrscheinlichkeit ist daher recht hoch, dass sich bei einem Wechsel von der Telekom zu einem Vollanschluss-Konkurrenten die Bandbreite zumindest etwas erhöht – eine Garantie gibt es jedoch nicht. Allzu optimistische Hotline-Aussagen wie „16 000 KBit/s sind bei Ihnen überhaupt kein Problem“ sind mit Vorsicht zu genießen. Denn eine genaue Aussage lässt sich erst treffen, wenn die Umschaltung erfolgt ist und der Anbieter die Leitung selber durchmessen kann. Besser sieht die Lage bei Kabelinternet-Anschlüssen aus. Das TV-Kabel ermöglicht wesentlich höhere Bandbreiten – auch über lange Entfernungen hinweg – als das Kupferkabel des klassischen Telefonanschlusses.

Freitag den 10.08.2012 um 10:01 Uhr

von Daniel Behrens

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