Ramsch zu Geld

Gebrauchte Schätze über das Web verkaufen

Donnerstag, 23.02.2012 | 10:12 von Tobias Weidemann
Bildergalerie öffnen Gebrauchte Waren in Geld umtauschen
© iStockphoto.com/cheyennezj
Alte Bücher, DVDs, Software oder PCs können Sie bei Ankaufdiensten direkt wieder zu Geld machen. Wer aufräumen will und dabei kein Vermögen erwartet, ist hier richtig.
Deutsche Verbraucher im Recycling-Fieber: An- und Verkaufsdienste im Internet wie Momox, Rebuy oder Sellfix liegen derzeit im Trend. Anders als bei Auktions- und Verkaufsportalen wie Ebay und Amazon Marketplace oder Privatanzeigendiensten wie Ebay-Kleinanzeigen und Quoka handeln hier Käufer und Verkäufer nicht miteinander, sondern der Verkäufer verkauft seine Ware direkt „en bloc“ an das Portal und erhält binnen weniger Tage sein Geld aufs Konto oder einen Gutschein. Das komplizierte Einstellen von Angeboten und der Versand an mehrere einzelne Kunden entfällt. Der Ankaufdienst verkauft dann seinerseits die Waren weiter – beispielsweise über den Amazon Marketplace, über Ebay oder über „diverse Portale im In- und Ausland“, wie einer der Anbieter etwas vage auf seiner Internetseite erklärt. Konkret landen insbesondere Elektrogeräte oft in Osteuropa und in Afrika.

Einfache Erfassung über die Artikelnummer
Will ein Kunde Waren anbieten, trägt er die Artikelnummer, also die ISBN bei Büchern oder die EAN bei Filmen, CDs und anderen Artikeln, in ein Formular ein oder scannt den Strichcode mit einem Smartphone. Der Dienst zeigt dann an, wie viel Geld er zu zahlen bereit ist. Der Kunde kann daraufhin entscheiden, ob er damit einverstanden ist oder die Ware lieber behält. Entscheidet man sich dafür, Waren an den Service zu verkaufen, werden sämtliche Daten (Name, Adresse und Bankverbindung des Absenders, Kontodaten und eingereichte Waren) erfragt und auf einem mit Strichcode oder Vorgangsnummer versehenen Einlieferungsschein zusammengefasst.

Online-Handel im EU-Vergleich: Die Deutschen liegen mit
ihren privaten Online-Verkäufen von Waren und Dienstleistungen auf
Platz 3.
Vergrößern Online-Handel im EU-Vergleich: Die Deutschen liegen mit ihren privaten Online-Verkäufen von Waren und Dienstleistungen auf Platz 3.

Der Kunde muss nun sämtliche angegebenen Waren verpacken und mit dem Einlieferungsschein an den Anbieter schicken. Portokosten fallen hierfür meist nicht an – bei allen von PC-WELT getesteten Diensten erhält der Kunde einen DHL-Aufkleber, mit dem er sein Paket frankiert. Das ist für die Ankaufdienste günstiger, da sie als Großkunden bessere Konditionen bei den Paketdiensten erhalten als Privatkunden.

Sonderfall bei Technikartikeln: Hier muss der Kunde genau angeben, in welchem Zustand sich das Gerät befindet, ob es im Falle eines Handys an ein bestimmtes Netz oder gar an eine bestimmte SIM-Karte gebunden ist, welches Zubehör beigelegt ist und ob das Gerät in der Originalverpackung kommt. Daraus ergeben sich unterschiedliche Preise. Denken Sie daran, dass gerade in Smartphones oder Notebooks oft sehr persönliche Daten gespeichert werden. Zwar erklären einige der Dienste, dass sie die auf den Geräten befindlichen persönlichen Daten entfernen – verlassen sollte man sich darauf aber nicht.



Binnen weniger Tage gibt’s Geld aufs Bankkonto
Die meisten Dienste überweisen den versprochen Beitrag innerhalb weniger Tage auf das angegebene Bankkonto. In den meisten Fällen dauerte dies rund eine Woche, besonders schnell ging’s bei Amazon Trade-in (zwei bis vier Arbeitstage) sowie bei Momox (drei Arbeitstage). Besonderheit bei Amazon Trade-in: Der Kunde erhält hier einen Amazon-Gutschein, der automatisch dem hinterlegten Kundenkonto gutgeschrieben wird und für alle Warengruppen (nur Amazon-Käufe, keine Marketplace-Angebote) verwendet werden kann.

Bei Flip 4 New hat der Kunde die Wahl zwischen Barauszahlung, Gutschein (für Amazon, Saturn, iTunes und andere) oder einem Produkt aus dem Online-Shop. Zusätzlich zum eigenen Dienst gehen die Ankaufdienste derzeit auch Kooperationen ein. So arbeitet Flip 4 New mit Ebay zusammen und bietet damit den Kunden des großen Online-Marktplatzes die Möglichkeit, Waren direkt an Flip 4 New zu verkaufen. Rebuy schließlich kooperiert mit Bücher.de, wobei interessanterweise die gebotenen Ankaufpreise nicht identisch sind, so dass es sich durchaus lohnt, auf beiden Seiten die Artikelnummern einzutragen und Preise abzufragen.

Donnerstag, 23.02.2012 | 10:12 von Tobias Weidemann
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