Vernetzung

Das multimediafähige Heimnetzwerk einrichten

Dienstag den 12.06.2012 um 09:33 Uhr

von Thorsten Eggeling

So richten Sie sich Ihr Multimedia - Heimnetzwerk ein.
Vergrößern So richten Sie sich Ihr Multimedia - Heimnetzwerk ein.
© istockphoto.com/RuslanDashinsky
Ein Netzwerk in den eigenen vier Wänden erleichtert in vielerlei Hinsicht das Leben. Um ein solches Netz für Datenaustausch und Media-Streaming optimal einzurichten, haben Sie vor allem drei Möglichkeiten.
Ein Heimnetzwerk bietet inzwischen weit mehr als einen Datenserver oder einen Drucker, auf den die befugten Personen oder Geräte gemeinsam zugreifen können. Das Netzwerk verbindet die großen Massenspeicher von PCs und NAS-Geräten mit der Wiedergabequalität und dem Bedienkomfort von Smart-TVs, Hi-Fi-Anlagen oder Tablet-PCs. Das Miteinander von Internet, klassischer PC-Vernetzung und netzwerkfähiger Unterhaltungselektronik bringt Musik, Bild und Film vom PC zum TV, zur Musikanlage, zum Smartphone oder umgekehrt. Musik und Film im Heimnetz macht aber nur Laune, wenn die Übertragungsleistung stimmt. Dieser Artikel bietet eine kurze Einführung in die Möglichkeiten und Voraussetzungen.

Je nach den Gegebenheiten in der Wohnung oder im Haus bieten sich verschiedene Vernetzungstechniken an. Die Entscheidung darüber, welche speziell in Ihrem Fall die empfehlenswerte Technik ist, müssen Sie nach den jeweiligen Gegebenheiten selbst treffen. Diese Entscheidung ist nicht immer einfach, aber sie hat eine beruhigende Komponente: Die Techniken können sich gegenseitig ergänzen und funktionieren friedlich nebeneinander .

Hinweis: LAN-Übertragungsraten zeigen sehr große
Schwankungen bei WLAN und Powerline.
Vergrößern Hinweis: LAN-Übertragungsraten zeigen sehr große Schwankungen bei WLAN und Powerline.

1. Robust und sicher: Ethernet-Verkabelung
Das Kabelnetz ist die zuverlässigste Vernetzungstechnik. Sie ist absolut sicher gegen direkte Einbruchsversuche (man muss sich hier den Einbrecher schon selbst ins Netz holen!) und gewährleistet einen von äußeren Einflüssen unabhängigen, störungsfreien Datendurchsatz. Der Aufwand für die Verkabelung ist relativ hoch. Ein Nachteil ist auch die Immobilität der verkabelten Geräte. Doch PCs, NAS-Geräte (Network Attached Storage) oder Smart-TVs mit festem Standort sollten nach Möglichkeit immer verkabelt angeschlossen werden, dies erst recht, wenn sie sich in der Nähe des Routers befinden.

Denn anders als beim Funknetz sind so Übertragungsraten nahe dem theoretischen Wert auch im Alltag zu erreichen: Ein 100-MBit-LAN (Fast Ethernet, 100BASE-T) schafft zwar nicht die theoretischen 12,5 MB/s (100 MBit pro Sekunde / 8 Bit = 12,5 MB pro Sekunde), aber doch in der Spitze 10 und meist dauerhaft 9 MB/s. Das reicht aktuell noch für fast alle Anforderungen der Videowiedergabe und Spieledarstellung. Allerdings kann ein Blu-ray-Film fast schon allein die Bandbreite eines 100-MBit-Netzwerks fordern, und große Datentransfers und Backups geraten bei 100 MBit ebenfalls zur Geduldsprobe. Wer ganz neu verkabeln will oder muss, sollte daher ein zukunftssicheres Gigabit-LAN (1000BASE-T) wählen. Ältere Netzgeräte mit langsameren Netzwerkadaptern sind darin kein Hindernis, können aber natürlich nur mit ihrer langsameren Übertragungsrate mitspielen.

Von den beiden Standards für die Ethernet-Verkabelung ist
der TIA-568A der gebräuchlichere. Wichtig ist vor allem, dass die
Stecker über das Kabel 1:1 verbunden werden.
Vergrößern Von den beiden Standards für die Ethernet-Verkabelung ist der TIA-568A der gebräuchlichere. Wichtig ist vor allem, dass die Stecker über das Kabel 1:1 verbunden werden.

Kabelstandards: Netzwerkkabel sind in verschiedenen Kategorien erhältlich. Sie sind oft durch einen Aufdruck „CAT“ und der nachfolgenden Kennziffer qualifiziert. Für 100 MBit wird ein CAT-5-Kabel benötigt; dieses funktioniert zur Not auch im Gigabit-Netz. Weniger anfällig für Störungen sind dort aber Kabel mit der Kennzeichnung CAT-5e. Verwirrend ist, dass auch CAT-5e-Kabel seit 2003 offiziell nur noch mit CAT-5 bezeichnet werden.

Bei den meisten Anbietern finden Sie die Bezeichnung CAT-5e aber dennoch. Im Zweifel fragen Sie nach, ob das gewünschte Kabel für ein Gigabit-Netzwerk geeignet ist. Wer besonders zukunftssichere Kabel verlegen möchten, greift zu CAT-6 oder CAT-7-Kabeln. Diese sind für höhere Frequenzen ausgelegt und unterstützen auch 10-GBit-Ethernet (10GBASE-T). Diese Geschwindigkeit ist im heimischen Netzwerk zurzeit nicht sinnvoll nutzbar, zudem sind die anderen erforderlichen Netzwerkkomponenten noch recht teuer. Das kann sich aber schon in naher Zukunft ändern.

Wenn Sie Ihr Netzwerk selbst verkabeln möchten, brauchen
Sie mehrere Werkzeuge. Mit der Crimp-Zange verbinden Sie Stecker
und Kabel. Das Auflegewerkzeug (unten) benötigen Sie für
Netzwerkdosen.
Vergrößern Wenn Sie Ihr Netzwerk selbst verkabeln möchten, brauchen Sie mehrere Werkzeuge. Mit der Crimp-Zange verbinden Sie Stecker und Kabel. Das Auflegewerkzeug (unten) benötigen Sie für Netzwerkdosen.

Verkabelung selbst durchführen: Bei der Verkabelung sparen lohnt nicht (10 Meter CAT-5e-Kabel liegen unter 5 Euro), da Sie die meist aufwendige Arbeit der Verkabelung sicher nicht alle paar Jahre machen möchten. Greifen Sie eher zu Kabeln in guter Qualität, und planen Sie schon jetzt eine ausreichende Menge Netzwerkdosen ein. Auch wenn Sie jetzt pro Raum nur eine Dose benötigen, kann in 10 Jahren der Bedarf größer sein. Sie können für die Verkabelung einen Fachmann beauftragen oder sie selbst durchführen. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das kein Problem. Anders als bei Arbeiten am Stromnetz besteht bei den Niedervoltleitungen auch kein Risiko. Bei Fehlern funktioniert das Netzwerk nur einfach nicht.

Für die Installation von Netzwerkkabeln benötigen Sie ein Werkzeug zum Abisolieren der Kabel (Abisolierzange oder Seitenschneider), ein Auflegewerkzeug für den Anschluss des Kabels an eine Dose und eine Crimp-Zange, wenn Sie Kabel mit Steckern (RJ-45) versehen möchten. An welche Kontakte des Steckers standardmäßig welches Kabel gehört, sehen Sie in der Abbildung oben. Weit verbreitet ist etwa der Standard TIA-568A. Im Prinzip spielt es aber keine Rolle, in welcher Reihenfolge die Kabel angeordnet sind. Es kommt nur darauf an, dass die Kabel 1:1 mit den Steckern verbunden sind und nicht über Kreuz.

Dienstag den 12.06.2012 um 09:33 Uhr

von Thorsten Eggeling

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