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So machen Sie Ihr Heimnetzwerk schnell und sicher

12.07.2010 | 09:53 Uhr |

Wer mehrere Computer zu Hause hat und sie miteinander verbindet, kann so Dateien schnell und sicher austauschen. PC-WELT erklärt, wie Sie ein Heimnetzwerk aufbauen.

Über einen USB-Adapter lassen sich ältere PCs bequem mit einem Gigabit-Netzwerkanschluss ausstatten
Vergrößern Über einen USB-Adapter lassen sich ältere PCs bequem mit einem Gigabit-Netzwerkanschluss ausstatten
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Die Familienfotos sind im PC gespeichert, wichtige Word-Dateien wurden auf dem Netbook geschrieben, und auf der Notebook-Festplatte sind ein paar Filme. Und gerade die Datei, die man eben schnell braucht, befindet sich mit Sicherheit auf dem anderen Computer. Um an sie heranzukommen, könnten Sie etwa mit einem USB-Stick zwischen den Geräten hin- und herhetzen. Schneller und einfacher ist es, alle Computer zu Hause zu einem Netzwerk zusammenzuschließen. Die Fotos auf dem PC können Sie sich dann genauso gut am Netbook anschauen, und die Texte auf dem Netbook lassen sich am Notebook korrigieren. Damit das problemlos klappt, brauchen Sie die richtige Technik im Heimnetzwerk. PC-WELT zeigt die verschiedenen Arten der Computervernetzung und erklärt die Vor- und Nachteile. Außerdem erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie Ihr Heimnetzwerk schützen und Dateien zwischen den PCs sicher austauschen.

Wenn Ihr Computer keine WLAN-Hardware besitzt, können Sie ihn am einfachsten mit einem WLAN-USB-Adapter aufrüsten
Vergrößern Wenn Ihr Computer keine WLAN-Hardware besitzt, können Sie ihn am einfachsten mit einem WLAN-USB-Adapter aufrüsten
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1. Die Grundlagen fürs Heimnetzwerk
Im Mittelpunkt des Heimnetzwerks steht der Router: Mit welcher Technik Sie Router und PCs vernetzen, hängt von Ihren Ansprüchen ab: Soll das Heimnetzwerk schnell, sicher oder bequem sein – oder alles zusammen? Es gibt drei Möglichkeiten, Rechner zu verbinden: die Vernetzung per Kabel, per Funk als WLAN oder über die Stromleitung mit der Powerline-Technik. Die Techniken sind unterschiedlich schnell, unterschiedlich bequem und vor allem unterschiedlich teuer. Jede hat Vor- und Nachteile, die sie für bestimmte Einsatzzwecke ideal, für andere zu aufwendig machen.

Kabelnetzwerk:
Die schnellste, günstigste und sicherste Netzwerktechnik ist die Verbindung der PCs per Kabel. In den meisten aktuellen Computern stecken Netzwerkkomponenten, die mit Gigabit-Ethernet-Technik knapp 1000 MBit/s übertragen können. Selbst Geräte mit der älteren Fast-Ethernet-Technik schaffen fast 100 MBit/s. Dieses Tempo liefert ein Kabelnetzwerk zuverlässig, wenn die Leitung nicht beschädigt ist, etwa durch einen Knick. Funk- und Stromleitungs-Netzwerke sind dagegen anfälliger für Störungen und kommen nur selten auf Datenübertragungsgeschwindigkeiten über 100 MBit/s. Außerdem kostet ein Kabelnetzwerk wenig: Mindestens Fast-Ethernet-Hardware, also Netzwerkchip oder -karte, gehört selbst in günstigsten PCs und Notebooks seit Längerem schon zur Grundausstattung.

Netzwerkadapter für die Stromleitung wie die Dlan-Geräte von Devolo nutzen das Stromkabel zur Datenübertragung
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Als zentrale Vermittlungsstelle arbeitet in einem Kabelnetzwerk ein so genannter „Switch“. Diesen Umschalter haben Sie oft schon zu Hause, denn er ist in den meisten DSL-Routern eingebaut. Auch wenn die normalerweise vier Netzwerkanschlüsse am Router nicht ausreichen sollten, um alle Geräte zu verbinden, wird es nicht allzu teuer: Einen zusätzlichen Switch mit Fast-Ethernet-Tempo, an den Sie weitere vier Geräte anschließen können, gibt es ab 13 Euro. Höheres Tempo kostet mehr Geld: Wenn Sie Daten mit Gigabit-Geschwindigkeit austauschen wollen, müssen alle Netzwerkgeräte diese Technik beherrschen. Notebooks und PCs können Sie dafür mit einer Gigabit-Netzwerkkarte aufrüsten, sofern sie einen passenden freien Steckplatz haben. In aktuelle Notebooks passt eine Karte im Expresscard-Format, die es ab rund 15 Euro gibt. Für Notebooks, die älter als rund drei Jahre sind, benötigen Sie eine so genannte PC-Card. Sie wird auch PCMCIA-Karte genannt und kostet rund 20 Euro. Rund 15 Euro müssen Sie für eine Gigabit-PCI-Karte ausgeben, die in den PC passt. Ein Switch mit Gigabit-Anschlüssen kostet etwa 35 Euro.

So schnell sind die Datenübertragungstechniken
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Einen im Router eingebauten Switch können Sie nicht aufrüsten. Hier muss ein neuer Router mit Gigabit-Switch her, den Sie ab rund 70 Euro bekommen. Bleibt noch das Kabel: 5 Meter kosten rund 3 Euro. Als Faustregel für die Kabellänge gilt: Sie benötigen das Doppelte der zu verkabelnden Luftlinie. In Sachen Sicherheit ist das Kabel konkurrenzlos: Ohne Zugriff auf die Strippe lassen sich die Daten nicht abhören. Der große Nachteil des Kabelnetzwerks: Es ist sehr aufwendig und auch teuer, die Leitungen unauffällig in Wänden und unter dem Teppichboden zu verlegen. Offen liegende Kabel in der Wohnung sehen nicht nur hässlich aus, sondern sind auch Stolperfallen.

So viel kosten die verschiedenen Heimnetzwerke
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Funknetzwerk (WLAN):
Bequemer als per Funk lassen sich Geräte nicht verbinden. Es stören keine Kabel. Man kann sich zudem mit dem Notebook durch das ganze Haus bewegen und ist trotzdem immer vernetzt. Die Kosten sind überschaubar: Ein WLAN-Router mit dem aktuellen Hochgeschwindigkeitsstandard 802.11n kostet je nach Ausstattung zwischen 50 und 280 Euro. Beim Abschluss eines DSL-Vertrags bekommen Sie ihn meist günstiger oder sogar umsonst. Note- und Netbooks bringen WLAN-Funk bereits mit, allerdings arbeitet der oft nach dem älteren und langsameren Standard 802.11g. Den PC müssen Sie meist aufrüsten: Am einfachsten geht das mit einem WLAN-USB-Adapter, der rund 30 Euro kostet.

Ein Router wie die Fritzbox von AVM verbindet die Geräte im Heimnetzwerk
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Welches Tempo Sie bei der Datenübertragung per WLAN erzielen, hängt vom Einsatzort ab: Die maximale Geschwindigkeit liegt bei rund 80 bis 120 MBit/s. Die ist aber nur zu erreichen, wenn Sender und Empfänger Sichtverbindung haben und höchstens fünf Meter voneinander entfernt sind. Bei einer größeren Entfernung bricht die Datenrate ein, da sich die Funkwellen nicht mehr ungebremst ausbreiten können. Andere Funknetzwerke, Möbel, Wände und Personen stören die Übertragung. Außerdem kann jeder, den die Funkwellen erreichen, ein WLAN ausspähen. Daher müssen Sie die Datenübertragung im Funknetzwerk unbedingt verschlüsseln. Stand der Technik ist dabei das WPA(2)-Verfahren, ältere Verschlüsselungsverfahren wie WEP bieten nur unzureichenden Schutz, da Computer-Profis sie in wenigen Minuten knacken können.

Netzwerk per Stromleitung:
Stromleitungen und Steckdosen befinden sich in allen Zimmern. Mit der so genannten „Powerline-Technik“ lassen sie sich zum Aufbau eines Computernetzwerks nutzen: Die Stromleitung ersetzt dabei das Kabel zwischen den einzelnen PCs. Pro Steckdose, die Sie fürs Netzwerk nutzen wollen, brauchen Sie einen Adapter. Kosten: ab 45 Euro inklusive Kabel. Aktuelle Powerline-Adapter versprechen derzeit ein Datenübertragungstempo von 200 MBit/s. Doch wie bei WLAN liegen die Datenraten in der Praxis mit rund 60 bis 80 MBit/s deutlich unter diesem theoretischen Maximalwert. Ob und wie schnell Powerline funktioniert, lässt sich aber kaum voraussagen: Das hängt von Aufbau und Qualität der Stromleitungen ab und davon, welche anderen Geräte am Stromnetz hängen. Die Datenrate sinkt beispielsweise deutlich, wenn in der Steckdose neben dem Adapter ein Netzteil eingesteckt ist. Auch Lampen mit Dimmer oder Halogenlampen stören die Übertragung. Außerdem können nur solche Adapter uneingeschränkt miteinander Daten austauschen, die an der gleichen Stromphase der Hausinstallation hängen. Um das Powerline-Netzwerk vor fremdem Zugriff zu schützen, können Sie die Datenübertragung verschlüsseln. Das geht entweder per Knopfdruck am Adapter oder per mitgelieferter Software.

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