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Fernseher zum Smart-TV aufrüsten - mit Micro-PCs

14.12.2012 | 10:34 Uhr |

Kaum größer als ein USB-Stick kommen sie daher: Micro-PCs kosten wenig mehr als 30 Euro und passen an praktisch jedes TV-Gerät. Dafür erweitern sie deren Funktionen aber enorm.

Noch vor wenigen Monaten gab es die Geräteklasse schlicht nicht, doch inzwischen werden mehr als ein Dutzend solcher Geräte angeboten: Die Rede ist von Mini- oder Micro-PCs, die meist nicht viel größer sind als ein USB- oder UMTS-Stick. Vorreiter dieser Entwicklung ist der Raspberry Pi – ein Rechner, auf den es im Frühjahr weltweit einen regelrechten Run gab. Die erste Produktcharge war im Nu vergriffen. Wer einen Raspberry Pi bestellte, wurde mit einer Lieferzeit von drei Monaten vertröstet.

Angefacht wurde der Hype nicht zuletzt durch den sensationell günstigen Preis: Die beiden Online-Shops RS Components und Premier Farnell, die den Kleinstrechner als erste Händler vertrieben, verlangten gerade einmal 25 beziehungsweise gut 30 Britische Pfund – umgerechnet sind das gut 30 Euro. Ursprünglich waren für 2012 rund 50 000 Exemplare geplant, jetzt rechnet man bis zum Jahresende mit der zehnfachen Menge. Auch die Liefersituation hat sich inzwischen entspannt, schließlich ist Sony in die Produktion eingestiegen.

Mini-PCs - eine komplett neue Gerätegattung auf dem Vormarsch

Voll funktionstüchtig, aber im Bastel-Look: Der Raspberry Pi wird als Platine mit allen Anschlüssen verkauft, passende Gehäuse gibt es bei Ebay ab 10 Euro. Versteckt man das Gerät hinter dem Fernseher, kann man sich diese Ausgabe aber sparen.
Vergrößern Voll funktionstüchtig, aber im Bastel-Look: Der Raspberry Pi wird als Platine mit allen Anschlüssen verkauft, passende Gehäuse gibt es bei Ebay ab 10 Euro. Versteckt man das Gerät hinter dem Fernseher, kann man sich diese Ausgabe aber sparen.

Raspberry Pi & Co.: Neue Mini-PCs liegen im Trend
Raspberry Pi – das sei etwas für Bastler, war anfangs noch zu hören. Zum einen wird der neue Minirechner nach wie vor als bloße
Platine ausgeliefert. Ein passendes Gehäuse muss man bei Ebay und in Online-Shops zu einem Preis ab zehn Euro dazukaufen. Zum anderen will sich nicht jeder Normalanwender mit einem Linux-Betriebssystem herumschlagen. Denn dafür war und ist der Rechner konzipiert, wenngleich Android in der aktuellen 4er Version inzwischen für den Raspberry Pi fast fertig portiert ist. Doch die Konkurrenz hat nicht geschlafen und bietet inzwischen ein ganzes Arsenal von ähnlichen Minirechnern an: teilweise sogar deutlich kleiner und einem USB-Stick zum Verwechseln ähnlich.

Der Versender Pearl hat unter der Bezeichnung „TV Pe Cee“ beispielsweise gleich drei Modelle zwischen 80 und 100 Euro im Angebot. Die Unterschiede liegen jeweils im Detail: So verfügt das teuerste Modell über mehr Speicher und einen schnelleren Prozessor. Gemeinsam sind sämtlichen Exemplaren der HDMI-Anschluss, über den sich die Rechner an nahezu jeden modernen Fernseher und Monitor anschließen lassen, das eingebaute WLAN-Modul, mindestens ein USB-Anschluss und Android 4.0 als Betriebssystem. Ebenfalls drei solcher Mini-PCs verkauft die Konkurrenz von Satkontor.de: Die Rikomagic-Modelle MK 802 und MK 802+ kosten jeweils knapp 100 Euro, brandneu erreichte uns der Nachfolger MK 802 II für 119 Euro, der noch etwas kleiner ist und zudem mehr USB-Anschlüsse besitzt.

Smart fernsehen auch mit altem TV-Gerät

Begriffe wie etwa „Android-Stick“ oder „Android-Mini-PC“ fördern auf Ebay weitere günstige Angebote zutage. Vorsicht ist allerdings bei manchen Offerten für 30 Euro angebracht: Die teureren Modelle mit 1 GB bieten meistens doppelt so viel RAM und die Versandgebühren betragen bis zu 20 Euro. Darüber hinaus fallen bei der Online-Bestellung bei einem Händler außerhalb der EU weitere Gebühren an. Weitere, teilweise bereits seit Monaten angekündigte Modelle sind dagegen nach wie vor nicht im Handel erhältlich: Dazu zählen beispielsweise der Cotton Candy von FXI Technologies, der Tizzbird N1, der FVD-11 sowie der Always Innovating HDMI Dongle.

Die Bedienung der neuen Minirechner erweist sich dabei als ausgesprochen einfach: Anstecken, einschalten, schon kann es losgehen! Dazu benötigen die Rechner – anders als ein USB-Stick – eine Stromversorgung. Der Raspberry Pi und die meisten Android-Sticks verfügen über einen Mini-USB-Anschluss, den ein Netzteil oder ein Handy-Ladegerät mit Strom versorgt. Wenn Sie vorhaben, den Minicomputer über den HDMI-Anschluss ohnehin direkt mit dem Fernsehgerät oder dem PC-Monitor zu verbinden, können Sie das Gerät auch über ein Verbindungskabel von einer vorhandenen USB-Buchse speisen.

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