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Das intelligente Zuhause

23.01.2013 | 12:32 Uhr |

Noch gibt es die eine allumfassende Lösung für das Smart Home nicht, aber einige vielversprechende Ansätze: vom Starter- oder Sicherheitspaket für 300 Euro bis zu speziellen Anwendungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. PC-WELT erklärt, welche Geräte wirklich intelligent sind.

Das klügste Haus Europas – so ließ sich im Jahr 2000 das Projekt „Intelligentes Haus“ der Fraunhofer Gesellschaft in Duisburg feiern. Ebenfalls zur Jahrtausendwende entstanden im schweizerischen Hünenberg sogenannte intelligente Wohnhäuser – inzwischen ist wie beim Berliner T-Com-Haus nicht einmal mehr deren Internet-Adresse aktiv. Auch das im Jahr 2001 aus einem Ideenwettbewerb hervorgegangene „Haus der Gegenwart“ in München ist Geschichte und wurde schon wieder abgerissen: nur einige von vielen Beispielen aus der Steinzeit der Heimvernetzung und -steuerung.

Willkommen zur Jahreswende 2012/2013: Wir schließen Haus und Wohnung weiterhin mit dem Schlüssel auf, schalten das Licht wie jahrzehntelang geübt von Hand über den Schalter ein und lüften, indem wir Fenster und Türen öffnen – natürlich von Hand. Hat sich bei Hausautomatisierung in den vergangenen zehn Jahren also gar nichts getan? Haben wir das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends gar verschlafen? Die genannten Beispiele scheinen diese Ansicht zu bestätigen. Andererseits aber sind zwei Entwicklungen unverkennbar, die die Home Automation entscheidend voranbringen können.

Erstens die Vernetzung von Computern, der IT-Peripherie sowie immer stärker auch der Unterhaltungselektronik daheim. Zweitens die ohnehin mit dem Netz verbundenen mobilen Endgeräte: Man braucht mittlerweile keine zusätzlichen Fernbedienungen oder stationären Bedienelemente mehr. Steuerung, Überwachung und gegebenenfalls Aktionen erledigen längst Smartphones und Tablet-PCs mit den passenden Apps.

Der Blick in den Keller eines E-Hauses zeigt die unterschiedlichen Steuergeräte – hier auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin.
Vergrößern Der Blick in den Keller eines E-Hauses zeigt die unterschiedlichen Steuergeräte – hier auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin.

Das intelligente Haus: Was ist das eigentlich genau?
Die per Timer programmierbare Waschmaschine ist im eigentlichen Sinn ebenso wenig intelligent wie eine simple akustische Alarmanlage im Eigenheim. Ist aber die Waschmaschine ins Netzwerk eingebunden, lässt sie sich per App starten. In Verbindung mit einem intelligenten Stromzähler erledigt sie dies sogar selbstständig: nämlich dann, wenn der Strom gerade besonders preiswert ist. Ähnlich kann die Alarmanlage kommunizieren und bei einem Einbruch per SMS oder Mail warnen oder per IP-Kamera Bilder der Einbrecher direkt auf Smartphone streamen.

Fünf Technik-Trends für die Zukunft

Waschmaschine und Alarmanlage sind wiederum nur Beispiele für eine ganze Reihe von Geräten und Szenarien, wie sich das Smart Home schon jetzt einfach und zu moderaten Kosten verwirklichen lässt. Stören Sie sich nicht an unterschiedlichen Begriffen: Intelligentes Haus, vernetztes Wohnen, Smart Home, Home Automation, Heimautomation, eHome oder Smart Living – letztlich werden alle Ausdrücke synonym verwendet und bedeuten das Gleiche.

Diese Alarmanlage von Abus streamt in Verbindung mit der IP-Kamera bei Einbruch oder Feueralarm sofort Bilder des Geschehens auf das Smartphone.
Vergrößern Diese Alarmanlage von Abus streamt in Verbindung mit der IP-Kamera bei Einbruch oder Feueralarm sofort Bilder des Geschehens auf das Smartphone.
© Abus

Die Forschung ist längst viel weiter als die Beispiele veranschaulichen. So entwickelt das Forschungszentrum Informatik FZI in Karlsruhe intelligente Konzepte für altersgerechtes Wohnen – ein Bereich, der angesichts der demografischen Entwicklung enorm an Bedeutung gewinnen wird. Beim „Ambient Assisted Living“ hingegen geht es gerade nicht darum, ältere Menschen mit moderner Technik zu überfordern. Im Gegenteil, die Systeme müssen so intelligent sein, dass sie assistieren und Gefahrensituationen erkennen, ohne dass sich die Bewohner überwacht fühlen. So lässt sich mittels geeigneter Sensorik erkennen, ob sich ein Mensch entgegen seiner Gewohnheit längere Zeit an einer bestimmten Stelle in der Wohnung aufhält. Dies könnte einen Sturz bedeuten, also alarmiert die Technik medizinische Hilfe.

Geradezu banal, aber dennoch hilfreich ist das automatische Abschalten des Herdes, wenn der Sensor an der Eingangstür registriert, dass der Bewohner seine Wohnung verlässt. So gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, die nicht nur für hilfsbedürftige Personen interessant sind. Warum sollte man beispielsweise beim Verlassen der Wohnung noch kontrollieren, ob wirklich alle Fenster und Türen geschlossen sind? Sensoren können das einfach auf dem Handy signalisieren.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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