Digital Strom messen

Smart Meter: Die Zukunft der Stromzähler

Freitag, 27.07.2012 | 10:35 von Daniel Behrens
Smart Meter messen den Stromverbrauch haargenau - das ist sowohl für Verbraucher wie auch Betreiber praktisch.
Vergrößern Smart Meter messen den Stromverbrauch haargenau - das ist sowohl für Verbraucher wie auch Betreiber praktisch.
© iStockphoto.com/Kenneth-cheung
Digitale Stromzähler sind derzeit noch recht unbekannt, werden aber bald in jedem Haus Einzug halten. Wir verraten die Vor- und Nachteile dieser neuen "Smart Meter".
Die Energiewende ist in aller Munde. Weg von der Atomkraft, hin zu erneuerbaren Energien. Doch das ist gar nicht so einfach: Die Stromnetze waren ursprünglich nicht dafür vorgesehen, dass Energie dezentral von Solarstromanlagen, Windkrafträdern und auch Privathaushalten eingespeist wird und dass die Leistung wetterabhängig schwankt. Die Lösung dafür nennt sich Smart Grid und bezeichnet Stromnetze, die das Stromangebot und den Strombedarf messen, vorhersagen und daraufhin intelligent regeln. Und zwar so, dass im Norden nicht die Lichter ausgehen, wenn der Wind längere Zeit nicht bläst, und im Süden nicht die Waschmaschine stehen bleibt, wenn die Sonne eine Pause einlegt.

Damit das alles rund läuft, wird bald auch der Stromkunde gefragt sein, der ganz am Ende des Smart Grids steht. Er sollte Strom zukünftig möglichst zu den Zeiten verbrauchen, zu denen viel zur Verfügung steht. Zu den übrigen Zeiten, in denen durch die Industrie viel verbraucht wird, oder in Perioden, in denen die regenerativen Energiequellen gerade mal nicht sprudeln, wird bewusster und sparsamer Umgang mit der Energie gefragt sein.

Da sich die meisten Verbraucher aber nicht freiwillig einen ökonomischeren Energiekonsum aneignen werden, wird es Anreize geben – und zwar in Form von günstigeren „Sparzeiten“ und teureren „Hauptzeiten“. Prinzipiell gibt es das auch heute schon, zum Beispiel für die Besitzer von elektrischen Nachtspeicheröfen. Diese hängen an einem Zweitarifzähler, der den Verbrauch am Tag und den in der Nacht getrennt ausweist. Flexibel sind diese analogen Zähler allerdings nicht. Hier kommen Smart Meter ins Spiel.


Smart Meter von Yello Strom: Noch wirkt ein digitaler
Stromzähler wie ein Exot zwischen den analogen Veteranen. In nicht
allzu ferner Zukunft wird er aber Standard sein.
Vergrößern Smart Meter von Yello Strom: Noch wirkt ein digitaler Stromzähler wie ein Exot zwischen den analogen Veteranen. In nicht allzu ferner Zukunft wird er aber Standard sein.

Smart Meter: Die Fakten zum digitalen Stromzähler

Smart Meter ist der englische Begriff für vielseitige digitale (Strom-)Zähler. Vielseitig deshalb, weil sie nicht nur stumpf den Energieverbrauch messen, sondern auch Schnittstellen zum Benutzer und zum Stromlieferanten besitzen und optional auch mit anderen kompatiblen Geräten im Haus kommunizieren können. Die Schnittstelle zum Benutzer sorgt dafür, dass Sie sich jederzeit sekundengenau über Ihren Stromverbrauch informieren können – und zwar auch im Verlauf über die letzten Tage, Wochen und Monate. Auch der Strombetreiber profitiert vom Smart Meter, da er kontinuierlich erfährt, welcher Kunde wie viel Strom verbraucht. Dadurch wird nicht nur die Jahresablesung vor Ort unnötig – der Stromlieferant kann auch auswerten und in der Folge prognostizieren, wann wo wie viel Strom benötigt wird. Das sind sehr wertvolle Informationen für seine Bedarfsplanung.

Die kontinuierliche Meldung des Stromverbrauchs an den Betreiber ermöglicht es ihm vor allem, flexible Tarifzeiten einzuführen – und zwar nicht nur einen für tagsüber und einen für nachts, sondern prinzipiell beliebig viele. Denn Wind- und Wasserkraftwerke produzieren auch dann Strom, wenn gerade nur wenig benötigt wird. Die Netzbetreiber haben aber nur begrenzt Möglichkeiten, überschüssige Energie zu speichern.

Freitag, 27.07.2012 | 10:35 von Daniel Behrens
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