18.10.2011, 11:02

Oskar Greb

Schutz vor Datenklau

Sicherheitslücken von Smartphones stopfen

©iStockphoto.com/MotoEd

In Sachen Datenschutz gleichen Smartphones einem offenen Buch. Wir zeigen, was Handys und Apps alles weitergeben und wie Sie Ihre persönlichen Daten unter Kontrolle behalten.
Sicherheitsexperten mahnen schon seit Jahren Datenschutz auch auf dem Mobiltelefon an und warnen vor Handy-Kriminalität. Nur interessierte das bisher kaum jemanden. Denn ein Smartphone vermittelt eine Art „gefühlte Sicherheit“: Es ist klein, man hat’s im Blick, was soll da schon passieren ...
Eine Menge: Der Mobilfunkanbieter weiß, von wo aus Sie wen angerufen und an wen Sie eine SMS gesendet haben. Das Handy protokolliert die Daten mit und kann sie versenden. Wer auch das Internet mobil nutzt, gibt seine IP-Adresse preis, und das gleich in mehreren (WLAN-)Netzen. Munter werden oft Dutzende Apps ohne jede Prüfung installiert. Und Daten sind im Klartext und ohne Schutz gespeichert. Schadprogramme wie Viren oder Trojaner haben da leichtes Spiel. Und schließlich Diebstahl: Ist das Handy weg, sind alle Daten leichte Beute.
1. Unabwendbar: Daten-Sammelwut
Mitterweile sollte jeder Smartphone-Besitzer beim Thema Datenschutz sensibilisiert sein. Nicht zuletzt durch den Datenskandal jüngst in Dresden: Bei einer Demonstration hat die Polizei durch Auswertung der Mobilfunkzellendaten Handybesitzer ausspioniert: eingehende und ausgehende Anrufe, SMS und Position. Begründung: Damit sollen Drahtzieher von schweren Straftaten und Mitglieder einer kriminellen Vereinigung überführt werden. Neben dem Mobilfunkanbieter haben also auch staatliche Stellen (mit richterlicher Genehmigung) Zugriff auf Handydaten. Dagegen ist niemand gefeit. Einzige Abhilfe: das Smartphone ausgeschaltet zu Hause lassen.
Davor hatte Apple für heftige Negativ-Nachrichten gesorgt: iPhones und iPads zeichnen die per GPS ermittelten Standorte der Besitzer auf und übermitteln diese Daten an Apple-Server im Internet. Die GPS-Datensammlung über das Handy ist aber schon lange üblich. Eingebaute standortbezogene Dienste wie etwa Karten zur Navigation, die Ortung von Familienmitgliedern und Touristeninfos brauchen GPS-Daten, um zu funktionieren.Diese Standortdaten lassen sich leicht auch dazu verwenden, lokalisierte Werbung einzublenden.
Deaktiviert man die Ortungsdienste über das Einstellungsmenü des Smartphones, dürfen Gerät und Apps den Standort zwar nicht mehr übermitteln. Diese Daten werden derzeit dennoch weiter im Hintergrund auf dem Gerät gespeichert. Größter Haken der Abschaltung neben dem Nutzenverlust: Die Geräte laufen nicht mehr fehlerfrei. Wer standortbasierte Dienste als Dreh- und Angelpunkt seiner Handynutzung begreift, kann also Rückschlüsse auf seinen Standort nicht verhindern.
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