10.05.2012, 10:35

Oskar Greb

Urlaubs-Tipp

Geotagging - Bilder mit Koordinaten erweitern

Markiert man seine Bilder mit Koordinaten, kann man den genauen Aufnahmeort in Google Maps zurückverfolgen.

"Verflixt, wo habe ich noch mal dieses Bild aufgenommen?" Dieses Problem kennt wohl jeder. Mit Geotagging können Sie Ihren Fotos den exakten Aufnahmeort zuweisen.
Manchen Fotos sieht man die genaue Stelle an, etwa wenn es um Wahrzeichen geht, vielen anderen aber nicht. Da wäre es hilfreich, wenn man die Ortsangabe gleich in der Bilddatei speichern könnte. Tatsächlich geht das recht praktisch in den Exif-Daten einer Bilddatei: Dort sind Felder etwa für Längen- und Breitengrad vorgesehen oder lassen sich zumindest einfügen.
Geotagging nennt man diese „Verortung“, ein Kunstwort aus der griechischen Vorsilbe „geo“ für Erde und dem englischen „tag“ für Markierung. Zwei Wege bieten sich an: Am besten, man speichert die Ortsdaten gleich beim oder unmittelbar nach dem Schnappschuss in den Bilddaten. Alternativ ist es auch möglich, Bilder im Nachhinein mit Ortsdaten zu versehen, was sich aber oft als schwierig erweist, weil man den Ort umständlich in Koordinaten wandeln muss – oder ihn nicht mehr weiß.
GPS: In der Kamera oder separat
Eine Digitalkamera benötigt zur Georeferenzierung von Fotos einen GPS-Empfänger. Kameras mit GPS sind aber nach wie vor die Ausnahme und auch vergleichsweise teuer. Beispiele aus der Mittelklasse sind etwa die Lumix DMC-TZ22 von Panasonic ab rund 250 Euro oder die Alpha 55V von Sony ab rund 600 Euro. Geotagging läuft hier praktisch von allein, jedes Foto erhält automatisch den exakten Koordinatensatz. Praktisch sind Kameras mit elektronischem Kompass und Weltkarte, wie etwa die Coolpix AW100 von Nikon für rund 300 Euro, die auch die Blickrichtung speichert und den Standort auf dem Display anzeigt. Kameras ohne internes GPS lassen sich mit mehr oder weniger hohem Preisaufwand und einem externen GPS-Empfänger für Geotagging erweitern. Hier gibt es drei Möglichkeiten:
• Die professionellste Möglichkeit bieten „Geotagger“, die auf den Blitzschuh einer Kamera aufgeschoben werden und die GPS-Daten über ein Kabel zu einer speziellen Eingangsbuchse an der Kamera übermitteln. Letztere schreibt die Koordinaten dann automatisch in jedes frischgeschossene Foto. Solche Geotagger arbeiten aber nur mit dazu geeigneten Kameras zusammen. Ein Beispiel ist der N2 von Solmeta, den es für einige Nikon-Kameras gibt. Er enthält sogar einen Kompass, kostet aber auch bis zu 200 Euro.
• Andere GPS-Logger (oder GPS-Tracker) arbeiten unabhängig mit Digitalkameras zusammen. Die meist nur streichholzschachtelgroßen Empfänger legen in regelmäßigen Abständen die aktuelle Position zusammen mit der Uhrzeit in einem internen Speicher ab. Wird dann die Uhr in der Kamera nach der Zeit des Trackers gestellt, muss man den Winzling nur noch beim Fotografieren mit sich herumtragen, etwa am Gürtel oder Rucksack. Später lassen sich die Daten am PC auslesen und die Fotos mit den Koordinaten zusammenführen. Vorteile: GPS-Tracker gibt es bereits ab etwa 50 Euro, und sie haben in der Regel gute Akkulaufzeiten, was bei langen Trips wichtig ist. Allerdings sind schlichte Geräte oft nur unzureichend konfigurierbar: Wenn sich das Speicherintervall nicht fein genug einstellen lässt, kann es je nach Reisegeschwindigkeit zu Abweichungen bei der Ortsbestimmung kommen.
• Smartphones mit GPS lassen sich mit der richtigen App auch für Geotagging nutzen. Der Vorteil: Man spart sich das Herumtragen eines weiteren Geräts, dafür ist die Akkulaufzeit meistens schlechter als bei Stand-alone-Loggern. Einige Handys taggen ab Werk die Fotos der internen Kamera mit GPS-Koordinaten oder können direkt als GPS-Logger für die „große“ Digitalkamera arbeiten. Meist müssen Programme jedoch aus den jeweiligen App-Stores nachgeladen werden. Wie bei den dezidierten Loggern müssen die Uhren der Geräte synchronisiert werden, das eigentliche Taggen der Bilder erfolgt dann mehr oder weniger automatisch am PC. Die Apps sind entweder kostenlos oder für nur eine Handvoll Euro zu haben.
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