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So schützen Sie Ihre Privatsphäre im Web

Wer im Internet freizügig mit seinen Daten umgeht, kann böse Überraschungen erleben. Schützen Sie deshalb Ihre Privatsphäre. Wir sagen, wie Sie die volle Kontrolle über Ihre privaten Daten im Web behalten.

Passen Sie auf Ihre Daten auf! Das gilt schon lange für Daten auf Ihrer Harddisk. Immer mehr aber auch für Informationen, die von Ihnen – oder über Sie – im Netz landen. Was in fremde Hände gerät, entzieht sich gänzlich Ihrer Kontrolle und kann ein unerwünschtes Eigenleben entwickeln: Ihre Privatsphäre ist in Gefahr.

Früher war das Vermeiden von Massenmails der Hauptgrund, online mit den eigenen Daten besonders vorsichtig umzugehen. Heute werden viele weitere Informationen missbraucht. Ein besonnener Umgang mit den eigenen Daten ist deshalb äußerst wichtig. Dabei helfen sowohl verschiedene Maßnahmen als auch kostenlose Programme.

Der Link IM CACHE führt zu einer früheren Version der Webseite
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Das World Wide Web vergisst zudem nichts. Mächtige Suchmaschinen wie Yahoo oder Google sind in der Lage, Daten aus den entlegensten Winkeln auszugraben. Dank der Funktion Google-Cache sind sogar Infos von Webseiten auffindbar, die eigentlich schon längst aus dem Netz verschwunden sind.

Die Suchplattform Yasni sammelt Daten aus verschiedenen Quellen
Vergrößern Die Suchplattform Yasni sammelt Daten aus verschiedenen Quellen
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Web 2.0 gefährdet die Privatsphäre der Internetnutzer

Das Modewort "Web 2.0" bezeichnet unter anderem Plattformen, auf denen Anwender selbst Inhalte ins Netz stellen können (z.B. Facebook oder MySpace). Das treibt mitunter unschöne Blüten. Niemand kontrolliert und berichtigt solche Daten. Darüber hinaus sammeln Dienste wie Spock und Yasni Daten über Daten.

Lese-Tipp: Yasni weiß alles über Sie

Sie tragen Infos über eine Person aus verschiedenen Quellen (z.B. Facebook, Flickr, MySpace, Xing) zusammen. Die Betreiber gehen davon aus, dass die einzelnen Personen ihre Daten selbst veröffentlicht haben. Pech jedoch, wenn Letzteres nicht zutrifft; wenn Daten aus dem Zusammenhang gerissen werden oder sogar jemand absichtlich falsche oder zu persönliche Informationen verbreitet.

Theoretisch müsste jeder, der ein Bild oder Video von Ihnen veröffentlicht, erst um Erlaubnis fragen. Aber leider tun das die wenigsten. Und wer ist schon in der Lage, das gesamte Internet regelmäßig nach Texten über sich oder nach unautorisierten Bildern abzugrasen? Laut Umfragen in Deutschland werfen rund 25 Prozent der Personalchefs einen Blick ins Web, bevor sie jemanden zum Vorstellungsgespräch einladen. Sie können sich ausmalen, was passiert, wenn unter unflätigen oder gar rechtswidrigen Beiträgen in Foren oder unter peinlichen Bildern Ihr Name steht. Das vermasselt Ihnen nicht nur das nächste Rendezvous, sondern unter Umständen sogar die Chancen auf eine neue Stelle.

Ein Bild zeigt zum Beispiel Sie, männlich, als Marilyn Monroe verkleidet. Wurde es an einem Faschingsball inmitten von zwanzig weiteren lustigen Personen geschossen, ist das gar kein Problem. Landet es aber – abseits vom Kontext – auf einem einschlägigen Portal, zeigt es Sie als Fan von Frauenkleidern.

Ein weiteres Beispiel: Fotos von Ihnen an einem großen Firmenevent. Sie wurden geknipst, als Sie sich gerade zur hübschen Hostess hinüberbeugten. Nur, um sie dezent zu fragen, wo denn der Geschäftsleiter abgeblieben sei. Mit ein paar Photoshop-Tricks kann ein "ins Ohr flüstern" aussehen, als planten Sie einen Kuss auf die Wange der Schönen. Jetzt erklären Sie das einmal Ihrer Frau.

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