Online & Internet

Mit dem LTE-Router online gehen

Donnerstag, 13.09.2012 | 11:32 von Harald B. Karcher, Michael Rupp
© istockphoto.com/zmeel
Soll LTE als Alternative zu DSL genutzt werden, ist ein LTE-Router mit WLAN ratsam. So surfen alle damit verbundenen Rechner mit LTE-Tempo. Den Router gibt es bei Vertragsabschluss dazu.
Ein stationärer LTE-WLAN-Router ist das Gegenstück zum DSL-WLAN-Router. Er versorgt PCs, Notebooks und andere WLAN-Geräte mit kabellosem Internet über das LTE-Funknetz. Dazu holt der LTE-Router quasi das Internet aus der Mobilfunkluft und gibt es per LAN oder WLAN an die lokalen Surfgeräte weiter. An den LTE-Router lassen sich zudem Geräte wie Drucker, Scanner und NAS-Speicher anschließen. Einige Router-Modelle arbeiten außerdem als Telefonanlage. Wie bei einem DSL-Router können die mit dem Internet verbundenen Rechner gleichzeitig online gehen.
In den Router wird die LTE-SIM-Karte eingesetzt, die Sie beim Abschluss eines LTE-Vertrags vom Provider erhalten. Zwar können Sie den Router auch einzeln kaufen, es empfiehlt sich aber, das Gerät von dem Provider zu beziehen, bei dem Sie den LTE-Vertrag abschließen. Dies hat den Vorteil, dass Router und SIM-Karte aufeinander abgestimmt sind. Darüber hinaus kann der Provider Service-Updates automatisch über die Datenverbindung auf dem Router installieren.

WLAN-Router bis 50 MBit/s

Die LTE-SIM-Karte bekommen Sie vom Mobilfunk-Provider. Sie
wird in den Router eingesteckt.
Vergrößern Die LTE-SIM-Karte bekommen Sie vom Mobilfunk-Provider. Sie wird in den Router eingesteckt.

Die meisten derzeit erhältlichen LTE-Router arbeiten ausschließlich mit 800 MHz – die Zahl bezeichnet das Frequenzband der jeweiligen LTE-Variante. Details zu den Frequenzstandards lesen Sie auf dieser Webseite . LTE-800-Router erzielen maximal 50 MBit/s im Downstream. Eines der populärsten Geräte kommt von Huawei. Das Modell B390s-2 wird in Deutschland von Vodafone (Modellbezeichnung „Vodafone B1000 LTE WLAN Router“), der Telekom („Telekom Speedport LTE“) und O2 („O2 LTE WLAN Router“) vertrieben. Empfehlenswert sind diese Router-Modelle für Anwender, die das Gerät in einer ländlichen Region mit LTE-800-Versorgung einsetzen und auch nur dort verwenden wollen. Unter optimalen Bedingungen schafft der Router fast 50 MBit/s im Downstream. Welchen Datendurchsatz Sie damit in der Praxis erzielen, hängt vom LTE-Vertrag ab. Vodafone, die Telekom und O2 vermarkten den Router meist als stationären DSL-Ersatz mit günstigen Tarifen als Gegenstück zu DSL 6000. Die LTE-Geschwindigkeit wird dazu von den Providern künstlich gebremst.



WLAN-Router für die Stadt
Für die vollen 100 MBit/s von LTE in Ballungszentren bei Frequenzen von 1800 MHz und 2600 MHz brauchen Sie einen LTE-Router, der LTE 1800 und 2600 unterstützt. AVM bietet dafür die Fritzbox-Modelle 6842 LTE und 6840 LTE an. Beide kommen mit einer umfangreichen Ausstattung: vier Gigabit-Netzwerkanschlüsse, ein USB-Anschluss mit NAS- und Druckerfunktion, Dualband-WLAN bei 2,4 und 5 Gigahertz – jedoch nicht simultan –, DECT-Basisstation für schnurlose Telefone und IP-Telefonfunktionen. Am analogen Anschluss der Fritzbox 6842 LTE lassen sich vorhandene Telefone oder Faxgeräte nutzen. Die Fritzbox punktet mit einer aufgeräumten LTE-Software. Praktisch ist das mitgelieferte Tool für die Ausrichtung der LTE-Antenne. Im LTE-Netz von Vodafone unterstützt das Gerät Voice-over-LTE-Telefonie, kurz VoLTE, die international noch gar nicht voll standardisiert ist.

An den Fritzbox-LTE-Router 6842 von AVM lassen sich bis zu
sechs DECT-Schnurlostelefone sowie analoge Telefone und Faxgeräte
anschließen.
Vergrößern An den Fritzbox-LTE-Router 6842 von AVM lassen sich bis zu sechs DECT-Schnurlostelefone sowie analoge Telefone und Faxgeräte anschließen.

Nachteil der Fritzbox 6840 LTE: Der Router beherrscht im Unterschied zur Fritzbox 6842 LTE kein LTE 1800. Die Telekom hat angekündigt, LTE 1800 noch in diesem Jahr in über 100 Städten anzubieten. Im Falle eines späteren Wechsels zu LTE 1800 kann man das Gerät nicht weiter verwenden.


Die einfachere Fritzbox 6810 LTE zielt auf Einsteiger und kommt mit WLAN bis 300 MBit/s, einer Netzwerkbuchse sowie eingebautem DECT-Modul für kabellose Telefone. Vornehmlich auf Firmennutzer zielt Lancom mit dem WLAN-Router 1781-4G. Er beherrscht sämtliche in Europa relevante Mobilfunkkarten, darunter auch LTE bei 800, 1800 und 2600 MHz. Wenn der Router kein LTE-Netz findet, dann schaltet er auf GPRS, EDGE, UMTS, HSPA oder HSPA+ zurück. Und fällt jedwede Funkversorgung aus, kann das Gerät auch über ISDN online gehen. Mitgeliefert wird eine umfangreiche Software zur LTE-Diagnose und Tempo-Optimierung. Der große Leistungsumfang schlägt sich im Preis nieder: Zwischen 640 und 700 Euro sind für den Lancom 1781-4G bei Online-Versendern zu veranschlagen. Bisher bietet kein Provider den Router vergünstigt an.

Donnerstag, 13.09.2012 | 11:32 von Harald B. Karcher, Michael Rupp
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