Ratgeber Browser

Warum Firefox 4 Ihr nächster Browser wird

Dienstag den 23.11.2010 um 13:44 Uhr

von Benjamin Schischka

Jägermonkey (Bild: David Mandelin)
Vergrößern Jägermonkey (Bild: David Mandelin)
© 2014
Jägermonkey-Turbo, neues Aussehen und Grafikkarten-Beschleunigung – wir verraten im Detail, wie Mozilla es schafft, Firefox-Abtrünnige zurückzuholen.
In unseren Browser-Benchmarks muss sich Firefox in letzter Zeit immer öfter der Konkurrenz geschlagen geben. Immer wieder liegen Chrome und Opera deutlich vorne. Nur der Internet Explorer ist noch langsamer als der Mozilla-Browser. Eine neue Javascript-Engine soll die Geschwindigkeitskrone nun zurückerobern: Jägermonkey .

Um die Funktion von Jägermonkey, alias Jaegermonkey, zu verstehen, werfen wir einen Blick zurück auf Firefox 3.5. Ab dieser Version beschleunigt Mozilla die bestehende Javascript-Engine Spidermonkey mit dem neuen Tracemonkey .

Javascript-Compiler übersetzen normalerweise Methoden genannte objektorientierte Code-Einheiten in die Zielsprache – eine nach der anderen. Bei Spidermonkey geht vor allem dann viel Zeit verloren, wenn der Interpreter jedes Mal den Code-Typ herausfinden muss, um dann den passenden Schritt einzuleiten (links im Bild, orange). Tracemonkey geht deshalb anders vor und sucht, vereinfacht gesagt, bereits vorab per Interpreter nach Typ-gleichen Code-Bausteinen. Die Funde werden dann zum Kompilieren in „Traces“ gegliedert (Englisch für „Spuren“). Das spart viel Zeit (ganz rechts im Bild).

  • Programme zu viele Pfade haben. Da die Analyse zuviel Speicher benötigen würde, stoppt Tracemonkey nach einer bestimmten Pfad-Zahl und übergibt an Spidermonkey. die Code-Typen zu bunt zusammengewürfelt sind. Ähnlich wie bei zu vielen Pfaden steht der Sortieraufwand dann nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen. die Typisierung durch Codeschnipsel erschwert wird, die zu viele Möglichkeiten offen lassen. Die Mozilla-Entwickler vergleichen Tracemonkey deshalb mit einem Raketentriebwerk: Es sei zwar sehr schnell, kann aber nicht die ganze Zeit laufen. Weil die Tracemonkey-Schübe kürzer als erwartet ausfallen, fällt Firefox insgesamt gesehen in Benchmarks so weit zurück - an dieser Stelle kommt Jägermonkey ins Spiel. Das neue Jägermonkey schraubt an der Engine-Basis – dem Motor, der einspringt, wenn der Raketenbetrieb ausfällt. So verzichtet Mozilla für Jägermonkey bewusst auf den in Tracemonkey verwendeten Compiler Nanojit. Stattdessen greifen die Jägermonkey-Entwickler zu Nitro. Nitro ist in C++ geschriebene Open-Source-Software von Apple. Erste Tests mit Jägermonkey beschleunigten den Browser um 18% dank Nitro. Tracemonkey ist aber keinesfalls gestorben, sondern in Jägermonkey integriert.

Dienstag den 23.11.2010 um 13:44 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • Testsetter 21:04 | 23.11.2010

    FF 4 Beta 7

    Benutze die FF Beta 7 seit etwa 1 Woche und bin sehr zufrieden. Die Oberfläche ist aber stark von Opera abgekupfert, gefällt aber. Natürlich funktionieren noch nicht alle meine geliebten Add-ons, aber das wird noch bis zum Finale. Bis jetzt wirkt FF 4 schon sehr ausgreift und ein paar neue Funktion, auch wenn mir der Sinn teilweise verborgen bleibt (etwa Panorama, aber trotzdem nette Spielerei)
    Zum ausgiebigen Testen taugt die Beta schon allemal, FF4 hatte bis jetzt nur einen Hänger, aber abgestürzt ist nichts.

    Antwort schreiben
752233