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Ratgeber Bios

Bios-Update in 10 Schritten - gefahrlos und schnell

09.06.2013 | 09:23 Uhr |

Neue CPU und Grafikkarte – ohne BIOS-Update läuft oft nichts. Wir verraten, wie Sie Ihr Bios in zehn Schritten sicher auf den neuesten Stand bringen.

Problem: Sie haben eine Quadcore-CPU gekauft, Windows spricht im Gerätemanager aber nur von einem einfachen Rechenkern, die Leistung hat sich kaum erhöht. Das liegt daran, dass Ihr Bios – die Firmware Ihres PCs – veraltet ist und keine Quadcore-CPUs kennt. Das Problem kann auch beim Einbau einer Grafikkarte auftreten – auf einmal ist kein Bild mehr zu sehen –, oder wenn Sie Lüfter-Einstellungen geändert haben und jetzt die Drehzahlen viel zu häufig wechseln.

Mehr Tempo: So holen Sie mehr Geschwindigkeit aus Ihrem BIOS heraus

Lösung: Abhilfe schafft ein Update des Basic Input Output Systems (BIOS). Achtung: Beim Bios-Update darf nichts schiefgehen. Denn es werden grundlegende Informationen überschrieben, die Ihr PC nach dem Einschalten benötigt – fehlen sie, fährt er nicht hoch. Mit unserer Anleitung kommen Sie sicher ans Update-Ziel.

Schritt 1: Mainboard und Bios-Version identifizieren

Genaue Modellbezeichnung
Hersteller und Modell des Mainboards finden Sie im Platinenhandbuch. Die Modellbezeichnung – beispielsweise P5E3 Deluxe – und oft der Hersteller sind meist auch auf der Platine aufgedruckt, oder es befindet sich ein Aufkleber auf einem Kartensteckplatz. Beachten Sie unbedingt die Revisionsnummer – etwa REV 1.03G. Boot-Bildschirm lesen
Auch der Bildschirm beim Booten birgt wichtige Hinweise auf Platinenhersteller, Platinenmodell und Bios-Version. Um ihn in Ruhe lesen zu können, drücken Sie die Pause-Taste. Wird stattdessen nur ein Hersteller-Logo angezeigt, drücken Sie einmal DEL, ESC beziehungsweise F2.

Schritt 2: Update-Dateien finden und herunterladen

Update-Download
Die Update-Dateien bekommen Sie meist auf der Mainboard-Herstellerseite. Bei PC-Komplettsystemen – etwa von Dell, Fujitsu-Siemens oder Medion – werfen Sie zuerst einen Blick auf deren Webseite und erst im zweiten Schritt auf die Mainboard-Seite. Nach Eingabe der Modellbezeichnung finden Sie dort neben anderen Downloads auch die passenden Update-Dateien. Vergleichen Sie die Angaben: Stimmt der Mainboard-Name? Ist das im Internet angebotene Bios aktueller als das auf dem Mainboard? Grundsätzlich bestehen die notwendigen Pakete aus zwei Teilen: einem Flash-Programm zum Beschreiben des Bios-Bausteins und der eigentlichen Bios-Datei. Notwendigkeit und Risiko abwägen
Selbst wenn Sie alle Tipps beherzigen, kann es passieren, dass Ihr PC nach dem Update nicht mehr funktioniert und alle Versuche zur Wiederherstellung fehlschlagen. Deswegen sollten Sie vor dem Update nachsehen, was die Prozedur bringt. Lesen Sie dazu die Release-Notes zu den Update-Dateien. Sie werden meist als TXT-Datei mitgeliefert oder zusammengefasst unter dem Download-Link angezeigt. Drei Möglichkeiten
Bios-Updates werden vor allem für DOS angeboten. Für moderne PCs ohne Diskettenlaufwerk ist das ein Problem. Weichen Sie dann auf einen USB-Stick aus – wie das geht, erfahren Sie auf Seite 5. Einige Hersteller bieten mittlerweile Bios-Updates an, die unter Windows laufen. Auf der nächsten Seite erläutern wir jeweils die Vorgehensweise.

Schritt 3: Update-Entscheidung – Windows, Bios oder DOS?

Update unter Windows
Wollen Sie das Update direkt in Windows durchführen, benötigen Sie ein Update-Utility für Ihr Betriebssystem. Suchen Sie im Service-Bereich nach „Liveupdate“ oder „Install Program for Windows“. Nach Download und Installation machen Sie einen Probestart; ein versehentliches Bios-Update müssen Sie zu diesem Zeitpunkt nicht fürchten. Das Tool zeigt Ihnen übrigens auch die aktuelle Version sowie die Modellbezeichnung der Hauptplatine an. Wählen Sie je nach Programm beispielsweise „BIOS-Informationen prüfen“. Schritt 4 überspringen Sie beim Update unter Windows.

Update über Bios
In vielen modernen Bios-Menüs ist das Flash-Programm schon integriert – etwa unter „Tools, EZ Flash 2“. Sie benötigen dann einzig die BIN-Datei von der Hersteller-Seite, die Sie entweder auf einer leeren Diskette, einem USB-Stick oder auf der Festplatte des PCs speichern. Da das Update vom Bios aus gestartet wird, ist kein Boot-Medium nötig: Lassen Sie Schritt 4 aus.

Update unter DOS
Unter DOS sind nur USB-Sticks oder USB-Festplatten geeignet, die sich beim Booten ebenso erkennen und ansprechen lassen wie ein Diskettenlaufwerk (siehe Schritt 4). Laden Sie die Bios-Datei herunter – meist als EXE oder ZIP. Entpacken Sie sie in ein neues Verzeichnis auf Ihrer Festplatte: Neben dem Flash-Programm sollte mindestens eine Datei mit der Endung BIN (für Award-Bios), ROM (für AMI- oder Phoenix-Bios) oder mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination – etwa 3A0 – stehen. Befindet sich in den entpackten Dateien auch eine namens „Autoexec.bat“ oder „Update.bat“, ist das Update besonders leicht. Speichern Sie diese Datei auf dem Bootmedium. Die Batch-Datei startet das Flash-Tool mit den entsprechenden Parametern automatisch, wenn es sich samt Bios-Datei auf dem gleichen Medium befindet. So sparen Sie sich Schritt 8.

Schritt 4: Das Boot-Medium vorbereiten

Falls Ihr Bios-Menü ein eingebautes Flash-Programm besitzt oder Sie Bios via Windows updaten möchten, dann können Sie die BIN-Datei einfach auf der PC-Festplatte ablegen und zu Schritt 5 gehen. Andernfalls müssen Sie das Boot-Medium vorbereiten und dort BIN-Datei und Flash-Programm unterbringen.

Bios-Update mit Diskette
Unter DOS legen Sie eine Bootdiskette mit „format a: /s“ an. Unter Windows: Diskette einlegen, und im Explorer mit der rechten Maustaste auf „Laufwerk A:“ klicken. Wählen Sie „Formatieren“ und dann „MS-DOS Startdiskette erstellen“. Löschen Sie außer „Command.com“, „Io.sys“ und „Msdos.sys“ alle Dateien auf der Diskette, auch die versteckten: Gehen Sie in der Systemsteuerung ins Verzeichnis „Ordneroptionen“, und markieren Sie unter „Ansicht“ „Alle Dateien und Ordner anzeigen“. „Geschützte Systemdateien ausblenden“ darf nicht markiert sein. Spielen Sie die im Schritt 2 gewonnenen Bios-Dateien auf. Bios-Update mit USB-Laufwerk
Um ein USB-Laufwerk bootfähig zu machen, formatieren Sie es im FAT-16-Format und kennzeichnen den Bootsektor mit Ox80. Das kann die Windows-eigene Formatierfunktion nicht, aber beispielsweise die Freeware PeToUSB . Das Tool zeigt die Bezeichnung Ihres USB-Laufwerks bei „Ziellaufwerk:“ an. Aktivieren Sie „Erlaube Formatieren“ und „Aktiviere LBA (FAT16X)“. „Kopieroptionen“ muss deaktiviert sein. Nach einem Klick auf „Start“ wird Ihr USB-Laufwerk zwar formatiert und ist bootfähig, besitzt aber noch keine Dateien. Diese erhalten Sie beispielsweise auf masterbootrecord.de . Klicken Sie dort auf den Link „DOS-Bootdisk mit einigen nützlichen Tools“. Laden Sie die Datei „Wbootess.exe“ herunter, und führen Sie sie aus. Stellen Sie das sich öffnende Entpackprogramm von „Writing on Floppy“ auf „File Extraction“. Bei der Pfadangabe müssen Sie per „Browse…“ Ihr USB-Laufwerk angeben. Löschen Sie alle unnötigen Dateien, und spielen Sie die Update-Files wie in Schritt 2 beschrieben auf.

Schritt 5: Backup und Bios-Ersatz für den Notfall

Alle wichtigen Dateien sichern
Um allen Eventualitäten vorzubeugen, sollten Sie vor dem Flash-Vorgang noch wichtige Dateien extern sichern. Zwar gefährdet ein misslungenes Bios-Update nicht die Daten auf der Festplatte; aber wenn das Update daneben geht, ist Ihr PC eventuell für länger außer Gefecht gesetzt. Mit den gesicherten Dateien können Sie zumindest an einem anderen PC weiterarbeiten.

Schritt 6: Bios-Ersatz für den Notfall

Für den Notfall vorsorgen
Theoretisch kann jedes Bios-Update missglücken. Falls Ihr PC nur ein Speicher für Ihre privaten Digitalfotos ist, schmerzt eine gewisse Ausfallzeit nicht allzu sehr. Katastrophal ist ein PC-Defekt aber, wenn Sie auf Ihren Rechner nicht verzichten können. Dann empfiehlt es sich, einen Ersatz für den eingebauten Bios-Chip anzufertigen – etwa mit dem Set Bios Savior RD1 (Preis: rund 27 Euro). Das geht allerdings nur bei gesockelten Chipmodellen. Vorsicht: Schon beim Hantieren mit den empfindlichen Bauteilen könnte Ihr PC Schaden nehmen.

Schritt 7: Bios vorbereiten

Vor dem Update nehmen Sie noch einige Bios-Einstellungen vor. Wenn Sie Ihren PC einschalten, zeigt er – je nach Modell – ein Herstellerlogo, die Speicherdaten, den Prozessornamen, Taktraten und vieles mehr. Drücken Sie F2 oder Entf.

Schreibschutz entfernen
Manche Platinen schützen Bios vor versehentlichem Löschen. Wenn Sie im Menü eine Option wie „Flash Bios Protection“, „Firmware Write Protect“, „Bios Guardian“ oder „BIOS-ROM Flash-Protect“ finden, dann stellen Sie diese auf „Disabled“. Der Schutz ist manchmal auch per Jumper ausgeführt. Schauen Sie im Handbuch oder auf der Hersteller-Website nach.

Bios-Einstellungen sichern
Wenn Sie allerlei Tuning im Menü vorgenommen haben, sollten Sie die aktuellen Einstellungen notieren. Zum Update laden Sie die Werkeinstellungen (über „Exit, Load Setup Defaults“).

Boot-Reihenfolge

Normalerweise bootet ein PC von seiner Festplatte. In dem Menü, das meist „Advanced Bios Features“ oder „Boot, Boot Device Priority“ heißt, können Sie die Boot-Reihenfolge ändern. Erklären Sie das Diskettenlaufwerk oder Ihr USB-Laufwerk zum primären Boot-Medium („1st Boot Device“), indem Sie den Namen des Mediums oder eine Option wie „USB-HDD“ auswählen. Speichern Sie die Einstellungen, und starten Sie Ihren PC neu.

Schritt 8: Das Bios-Update durchführen

Mit Bios
Statt wie im nächsten Punkt unter DOS zu booten, gehen Sie in das Bios-Menü unter „Tools, EZ Flash 2“. Dieses Tool nutzen Sie dann wie das im Folgenden beschriebene Flash-Programm.

Mit DOS
Geben Sie die Boot-Diskette oder das vorbereitete USB-Laufwerk in den PC, und schalten Sie ihn ein. Der PC bootet nun bis zum DOS-Prompt. Geben Sie den Namen des Flash-Tools ein, also im Fall eines Award-Bios beispielsweise „awdflash“, und drücken Sie „Return“. Das Flash-Programm startet und zeigt unter anderem die Bios-ID und das Bios-Datum an. Erstellen Sie ein Backup des vorhandenen Bios-Bausteins – wie das funktioniert, steht am unteren Bildschirmrand (meist mit der „B“-Taste). Wählen Sie anschließend die neue Bios-Datei. Es wird überprüft, ob sie zur aktiven Version passt. Anschließend werden Sie gefragt, ob das Update wirklich durchgeführt werden soll. Bestätigen Sie mit „Z“ (denn auf der englischen Tastatur wäre an dieser Stelle das „Y“ für „Yes“). Das Flash-Programm zeigt den Fortschritt des Updates an. Weiße Felder bedeuten, dass der Sektor erfolgreich geschrieben wurde, rote Felder zeigen einen Fehler an. Der Flash-Vorgang dauert rund eine Minute. Entfernen Sie dann die Diskette, und starten Sie den PC neu.

Mit Windows
Starten Sie das Live Update – in unseren Fall heißt es „ASUSUpdate“. Eigentlich würde es genügen, „BIOS aus dem Internet aktualisieren“ zu wählen – aber mit der im Folgenden beschriebenen Methode sind Sie besser bedient, da sie auch ein Bios-Backup erstellt: Das geht, indem Sie „Aktuelle BIOS-Datei speichern“ auswählen und auf „Weiter“ klicken. Nach Angabe des Speicherorts wird der Baustein ausgelesen. Als Nächstes laden Sie die eigentliche Bios-Datei herunter – wählen Sie „BIOS aus dem Internet herunterladen“. Sollte der voreingestellte Server nicht ansprechbar sein, klicken Sie einmal auf „Auto Select“. Falls ein neueres Update-Programm als das derzeit aufgespielte gefunden wird, zeigt Ihnen das Programm dies nun an – laden Sie es herunter, deinstallieren Sie die alte Version und spielen die neue auf. Spätestens im zweiten Anlauf sollten Ihnen Updates angezeigt werden. Laden Sie die gewünschte Version herunter. Wählen Sie „Bios von Datei aktualisieren“, wählen Sie die heruntergeladene Datei aus, und klicken Sie auf „OK“. Jetzt zeigt Ihnen der PC eine Zusammenfassung der alten und der neuen Bios-Daten an – prüfen Sie, ob beispielsweise die Modellbezeichnung der Hauptplatine sowie die Versionsnummern stimmen. Klicken Sie auf „Aktualisieren“, um den Update-Vorgang zu starten. Bekommen Sie vom Programm eine Erfolgsmeldung, starten Sie Ihren PC neu.

Schritt 9: Bios und Gerätemanager aufräumen

Hat das Flash-Programm das Update erfolgreich durchgeführt, können Sie Ihren PC nach drei kurzen Schritten wieder in Betrieb nehmen.

CMOS löschen
Das CMOS ist ein batteriegepufferter Speicherbaustein, der die Bios-Einstellungen enthält. Eventuell legt das neue Bios bestimmte Einstellungen in einem anderen CMOS-Register ab als das alte – so können Konflikte entstehen und der PC nach dem Update sogar nicht mehr richtig booten. Löschen Sie deshalb nach dem Update den Inhalt des CMOS. Wie das geht, steht im Platinenhandbuch. Meist müssen Sie den PC vom Stromnetz trennen und den Jumper kurzfristig umsetzen.

Eigene Einstellungen wiederherstellen
Nach dem Update beziehungsweise nach dem Zurückstellen auf die Werkseinstellungen konfigurieren Sie Bios wieder nach Wunsch. Verlassen Sie das Bios-Setup, nachdem Sie Ihre Werte per „Save & Exit“ gesichert haben.

Schritt 10: Im Fall des Falles das alte Bios zurückholen

Trotz aller Umsicht kann ein Update auch in die Hose gehen und das Flash-Programm mit einer Fehlermeldung abbrechen. Schalten Sie nicht aus. Egal ob DOS oder Windows: Schließen Sie zunächst das Flash-Tool. Wiederholen Sie den Flash-Vorgang mit der erstellten Backup-Datei. Macht der PC nach einem Neustart keinen Mucks mehr, versuchen Sie durch das Löschen des CMOS (Schritt 9) Ihren PC wieder lauffähig zu bekommen. Wenn das ebenfalls nicht klappt und Sie auch keinen Ersatzchip besorgt haben (Schritt 6), wenden Sie sich an die Hotline des Platinenherstellers: Dort verweist man Sie entweder an einen Fachhändler, der den Bios-Baustein neu programmiert, oder Sie müssen den Baustein an den Hersteller schicken.

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