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Schärfe bei Fotos optimal maximieren

02.03.2010 | 09:14 Uhr

Oft macht eine herausragende Schärfe den Unterschied zwischen einem Top-Foto und einem Standardbild aus. Grund genug, dem Nachschärfen von Fotoaufnahmen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Von Jens Wacker

Das Scharfzeichnen eines Fotos macht Details sichtbar, die dem Betrachter so vorher nicht ins Auge gestochen sind. Die Schärfewirkung beim Betrachter entsteht durch eine Kontrastanhebung von bereits kontrastreichen Bildregionen. Wie viel oder wie wenig Schärfe ein Foto benötigt, bis es detailreich wirkt, hängt von der jeweiligen Aufnahme ab. Dies alleine schon deshalb, weil die Ausgangsbilder unterschiedlich unscharf beziehungsweise defokussiert sein können.

So funktioniert Schärfe
Den Unterschied zwischen scharf und unscharf beurteilt das menschliche Auge anhand des Aufnahmeinhalts. Ein Bild ist nach physikalischen Gesetzen scharf, wenn ein kleiner Punkt der realen Welt auch in der Bilddatei scharf abgebildet wird. Als scharf empfindet ein Betrachter eine Fotoaufnahme allerdings nur dann, wenn es seinen normalen Sehgewohnheiten entspricht und geometrische Bildmerkmale wie Linien und Kanten klare Grenzen haben. Je deutlicher der Unterschied an den Kanten im Foto hervortritt, desto schärfer wirkt das Bild.

Mehr Schärfe
Durch Scharfzeichnen wirken Fotos oft frischer und detailreicher. Bei Bildern mit kaum scharfen Kanten oder geringer Durchzeichnung sind Unterschiede zum nicht geschärften Original allerdings weniger stark. Das Schärfen gehört zu den wichtigsten Techniken in der Bildbearbeitung. Photoshop und andere Bildkorrekturprogramme stellen gleich mehrere Schärfeverfahren zur Verfügung: „Konture scharfzeichnen“, „Scharfzeichnen“, „Stark scharfzeichnen“ und „Unscharf maskieren (USM)“. Von den vier Filtern arbeiten drei als Instant-Filter ohne Dialogfenster, über das Sie das Ergebnis beeinflussen könnten. Keiner dieser Filter liefert qualitativ gute Resultate.

Richtig schärfen
Empfehlenswertes ist ausschließlich der Filter „Unscharf maskieren“. Nur diese Korrekturfunktion bietet Ihnen die Möglichkeit, gezielt Parameter für den Schärfungsprozess anzugeben, um jedes Bild individuell zu behandeln. Aufgrund seiner übersichtlichen Optionen ist er für die meisten Fotos gut geeignet. Wie intensiv Sie ein Bild schärfen müssen, hängt stark von der visuellen Beurteilung der Bilddatei durch den Fotografen ab.

Das Verbessern der Bildschärfe steht als letzter Schritt bei der Nachbearbeitung an. Ausnahme: Das Grundschärfen mit Camera Raw. Wechseln Sie stets zur 100- Prozent-Ansicht. So sehen Sie einen Bildpunkt exakt auf einem Monitorpixel. Nur die 1:1-Zoomstufe erlaubt eine verlässliche Beurteilung des Qualitätsergebnisses beim Nachschärfen. Und: Suchen Sie sich einen Bereich im Bild aus, an dem Sie die Wirkung der Aktion gut erkennen, etwa Haare oder die Augenpartie.

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