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Raspberry Pi mit XBMC zum TV-Center aufrüsten

08.02.2015 | 09:15 Uhr |

Der Raspberry Pi taugt auch als Medienzentrale im Heimnetz. Der Fernsehempfang ist ebenfalls möglich, wenn Sie dafür einen Extra-PC abstellen.

Medien-Zuspieler für das TV-Gerät gibt es inzwischen viele. Sie können zu einer kleinen Android-Box für um die 100 Euro greifen oder sich einen ausgewachsenen Multimedia-PC neben den Fernseher stellen. Der Selbstbau mit einem Raspberry Pi bietet im Vergleich dazu mehrere Vorteile: Anders als die Android-Boxen lässt er sich sehr flexibel mit Software ausstatten und daher leichter individuell anpassen. Gegenüber einem PC kann der Raspberry Pi mit einer sehr geringen Leistungsaufnahme punkten, und er ist komplett geräuschlos.

Der Mini-PC bietet dabei zwar nur eine vergleichsweise schwache Rechenleistung, aber die langt dank Hardware-Beschleunigung selbst für hochauflösende Videos.

Dieser Artikel stammt aus dem Sonderheft PC-WELT Hacks - Raspberry Pi & Arduino

Medienzentrale mit Live-TV selbst gebaut oder automatische Haussteuerung - das und mehr erwartet Sie im neuen Sonderheft PC-WELT Hacks - Raspberry Pi & Arduino !

1. Raspberry Pi als Mediacenter

Über den Raspberry Pi können Sie Videos, Musik sowie Bilder auf Ihr TV-Gerät transportieren, und der Zugriff auf Youtube und die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender macht aus jedem Fernseher ein Smart-TV. Zur vollwertigen Medienzentrale wird der Mini-PC aber erst, wenn Sie laufende Fernsehsendungen darüber betrachten und TV-Aufnahmen planen und darüber ansehen können. Das kann der kleine PC jedoch nicht selber leisten, weil ihm als TV-Empfänger schlicht die Leistung fehlt. Mit einem zusätzlichen TV-Server auf einem eigenen PC lässt sich aber auch der Fernsehempfang realisieren.

Als Multimedia-Oberfläche ist für Linux-PCs XBMC die erste Wahl. Das Projekt hat sich im August 2014 ab der Version 14 in „Kodi“ umbenannt. Für den Raspberry Pi gibt es XBMC in zwei Geschmacksrichtungen: Raspbmc und Open Elec . Von der Oberfläche und dem Funktionsumfang her sind beide praktisch identisch. Wir empfehlen Open Elec, weil es schlanker und damit schneller als Raspbmc ist. Die Installation erfolgt sehr komfortabel über Noobs .

In den Punkten 2 und 3 beschreiben wir die Einrichtung und Konfiguration von Open Elec auf dem Raspberry Pi. Dann können Sie sich schon Filme und Musik von einem NAS oder PC am TV-Gerät ansehen. In Punkt 4 erfahren Sie, wie Sie den TV-Server installieren und konfigurieren. Abschließenden müssen Sie nur noch in XBMX das Live-TV-Add-on konfigurieren und aktivieren (Punkt 5).

Interessante Verwendungsmöglichkeiten für den Raspberry Pi

Aufnahmen steuern: Über ein Add-on zeigt XBMC den Programmführer (EPG) vom TVServer an. Darüber lassen sich Aufnahmen planen, oder Sie schalten zum Live-TV um.
Vergrößern Aufnahmen steuern: Über ein Add-on zeigt XBMC den Programmführer (EPG) vom TVServer an. Darüber lassen sich Aufnahmen planen, oder Sie schalten zum Live-TV um.

2. Open Elec auf dem Raspberry Pi installieren

Zum Start eines Linux-Systems auf dem Raspberry Pi müssen Sie dessen Image auf eine SD-Karte übertragen. Formatieren Sie eine SD-Karte mit dem Dateisystem FAT32. Dazu verwenden Sie unter Windows das kostenlose Tool SD Formatter . Stellen Sie über „Option“ den Parameter „Format Size Adjustment“ auf „On“. Entpacken Sie dann Noobs auf die Festplatte. Kopieren Sie den Inhalt des Ordners auf die SD-Karte, so dass die Datei „bootcode.bin“ im Hauptverzeichnis liegt. Stecken Sie dann die SD-Karte in den Raspberry Pi, und verbinden Sie das Gerät mit dem Netzteil. Nach dem Start sehen Sie das Noobs-Menü. Wählen Sie hier „OpenElec“ und klicken auf „Install“. Folgen Sie dann den weiteren Anweisungen des Assistenten. Danach startet das System neu, und Sie sehen die Open-Elec-Oberfläche.

Die Oberfläche lässt sich mit Tastatur und Maus bedienen. Die Tastatur-Shortcuts finden Sie hier . Bequem wird es aber erst mit einer Fernbedienung. Dafür eignet sich beispielsweise eine Infrarot-Fernbedienung für die Windows Media Center Edition. Das Original werden Sie wahrscheinlich nicht mehr im Handel finden, aber es gibt einen Nachbau von Hama für knapp 20 Euro . Oft können Sie aber auch die Fernbedienung des TV-Geräts nutzen, wenn dieses HDMI-CEC unterstützt. Die Option, über die sich HDMI-CEC aktivieren lässt, heißt bei Samsung „Anynet+“, bei Sony „Bravia Link“ und bei Philips „Easy Link“. Eine weitere Alternative ist die Bedienung über ein Android-Smartphone und eine kostenlose App wie XBMC Remote .

Systeme für den Raspberry Pi: Sie müssen die Noobs-Dateien nur auf eine SD-Karte kopieren. Nach dem Start wählen Sie das gewünschte System über ein Menü aus.
Vergrößern Systeme für den Raspberry Pi: Sie müssen die Noobs-Dateien nur auf eine SD-Karte kopieren. Nach dem Start wählen Sie das gewünschte System über ein Menü aus.

3. Erstkonfiguration von Open Elec durchführen

Nach dem ersten Start erscheint ein Konfigurationsassistent, in dem Sie unter „Select your Regional Setting“ die Sprache „German“ einstellen. Nach einem Klick auf „Weiter“ ändern Sie den voreingestellten Rechnernamen oder übernehmen ihn mit „Weiter“. Danach wählen Sie die gewünschte Netzwerkverbindung aus und aktivieren die Dienste „SSH“ und „Samba“ für den Fernzugriff.

Jetzt müssen Sie XBMC nur noch mitteilen, wo Ihre Medieninhalte liegen. Dazu gehen Sie beispielsweise auf „Videos > Dateien“ und dann auf „Videos hinzufügen...“. Bei „Bilder“ und „Musik“ läuft die Konfiguration entsprechend an. Wählen Sie über „Durchsuchen“ die Quelle aus. Es stehen Ihnen mehrere Optionen zur Verfügung, etwa „Windows-Netzwerk (SMB)“ für Windows-Freigaben und NAS-Geräte. Per USB verbundene Sticks oder Festplatten finden Sie unter „Root Dateisystem“ im Ordner „media“. Bestätigen Sie die ausgewählte Quelle mit „OK“. Es erscheint das Fenster „Inhalt festlegen“. Hier wählen Sie unter „Dieser Ordner beinhaltet“ eine Kategorie, beispielsweise „(TV-Serien)“. Diese Einstellung ist für den Abruf von Informationen zu den Medieninhalten erforderlich. XBMC lädt dann automatisch Cover-Bilder und Beschreibungstexte aus dem Internet herunter. Damit diese auch in deutscher Sprache erscheinen, gehen Sie auf „Einstellungen“ und wählen hinter „Sprache“ den Eintrag „de“. Nachdem Sie zweimal mit „OK“ bestätigt haben, klicken Sie auf „Ja“, um die Medieninfos zu aktualisieren.

Zuerst nur in Englisch: Wenn Sie Open Elec zum ersten Mal starten, erscheint ein Assistent. Darüber können Sie die Benutzeroberfläche auf „Deutsch“ umstellen.
Vergrößern Zuerst nur in Englisch: Wenn Sie Open Elec zum ersten Mal starten, erscheint ein Assistent. Darüber können Sie die Benutzeroberfläche auf „Deutsch“ umstellen.

Lizenznummern für Codecs: Der Raspberry Pi spielt h264-codierte Videos mit Hardware- Beschleunigung ab. Die Codecs für MPG-2 und VC1 sind jedoch kostenpflichtig. MPEG-2 ist jedoch für die Live-TV-Wiedergabe von SDProgrammen zwingend erforderlich. Wen Sie dagegen nur HD-Sender gucken, können Sie darauf verzichten.

Für die Bestellung der Lizenzschlüssel benötigen Sie die Seriennummer des Raspberry Pi. Um diese zu ermitteln, verbinden Sie sich per SSH mit dem Gerät. Unter Windows verwenden Sie dazu Putty .

Starten Sie das Programm, tragen Sie unter „Host name (or IP address)“ die IP-Adresse des Raspberry Pi ein, wählen Sie die Option „SSH“ und klicken auf „OK“. Melden Sie sich mit dem Benutzernamen „root“ und dem Standardpasswort „openelec“ an. Geben Sie

cat /proc/cpuinfo | grep Serial  

ein, und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Die Befehle geben die Seriennumer aus. Gehen Sie dann im Browser auf www.raspberrypi.com . Hier können Sie den MPEG-2-Lizenschlüssel für umgerechnet etwa drei Euro erwerben, der VC1-Schlüssel kostet 1,50 Euro. Den Lizenschlüssel erhalten Sie kurze Zeit nach Kaufabschluss per E-Mail.

MPEG.2-Unterstützung: Die Wiedergabe von MPEG.2-Videos funktioniert erst, wenn Sie den Lizenzschlüssel erworben und in die Konfigurationsdatei „/flash/config.txt“ eingetragen haben.
Vergrößern MPEG.2-Unterstützung: Die Wiedergabe von MPEG.2-Videos funktioniert erst, wenn Sie den Lizenzschlüssel erworben und in die Konfigurationsdatei „/flash/config.txt“ eingetragen haben.

Im Putty-Fenster führen Sie die folgenden beiden Zeilen aus:

mount /flash -o remount,rw  nano /flash/config.txt  

Im Editor scrollen Sie ziemlich an das Ende der Datei und tippen die Schlüssel in den vorbereiteten Bereich unterhalb von „License key to enable GPU hardware decoding“ ein. Entfernen Sie das Kommentarzeichen „#“ vor den betroffenen Zeilen. Das sieht dann beispielsweise so aus:

decode_MPG2=0x00001234  decode_WVC1=0x00005678  

Speichern Sie die Änderungen über Strg-O, und beenden Sie den Editor mit Strg-X. Anschließend führen Sie die folgenden drei Befehlszeilen aus:

sync  mount /flash -o remount,ro  reboot  

Der Raspberry Pi startet dann neu, und MPG- 2-Inhalte lassen sich von nun an abspielen.

Raspberry Pi macht aus jedem Fernseher einen Smart-TV

Anwendungsgebiet: Bei der Mythbuntu-Installation legen Sie fest, welche Rolle der PC einnehmen soll. Wählen Sie hier die im Bild gewählte Option, um über das Front-End die Funktionen zu testen.
Vergrößern Anwendungsgebiet: Bei der Mythbuntu-Installation legen Sie fest, welche Rolle der PC einnehmen soll. Wählen Sie hier die im Bild gewählte Option, um über das Front-End die Funktionen zu testen.

4. Mythbuntu-TV-Server auf einem PC installieren

Mythtv ist eine Mediacenter- Software für Linux. Das Programmpaket besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Das Mythtv-Back-End ist für die Ansteuerung der TV-Karten, die Aufnahmen und die Verwaltung von Multimedia-Inhalten zuständig. Das Back-End läuft als Server-Dienst im Hintergrund. Es kann so viele Geräte mit Live-TV-Streams versorgen, wie TV-Tuner im PC stecken. Aufnahmen können an beliebig viele Clients ausgeliefert werden. Mythtv-Front-End ist für einen PC am TV-Gerät gedacht und stellt die Mediacenter-Oberfläche bereit.

Voraussetzung für den Fernsehempfang ist eine von Linux unterstützte TV-Hardware. Welche TV-Karten oder USB-Sticks geeignet sind, erfahren Sie unter www.linuxtv.org/wiki nach einem Klick auf „Hardware Device Information“. Sollten Sie kein passendes Gerät besitzen oder erwerben wollen, verwenden Sie statt Mythtv einen TV-Server unter Windows.
Mythtv installieren: Wen Sie bereits einen Linux-Rechner einsetzen, finden Sie Mythtv bei fast allen Distributionen über die Paketverwaltung. Für eine Neuinstallation empfehlen wir Mythbuntu , dessen Einrichtung wir in diesem Artikel beschreiben.

Schritt 1: Die Installation läuft ähnlich wie bei einem regulären Ubuntu ab. Dazu müssen Sie den PC von einer DVD booten, auf der die ISO-Datei von Mythbuntu gebrannt ist. Wie Sie Ubuntu parallel zu Windows installieren, können Sie hier nachlesen.

Schritt 2: Eine Besonderheit bei Mythbuntu ist, dass der Installationsassistent noch weitere Informationen abfragt. Bei „Installationsmethode“ wählen Sie die Option „Hintergrunddienst mit Benutzeroberfläche“. Beim Einsatz zusammen mit XBMC und einem Raspberry Pi benötigen Sie eigentlich nur das Mythtv-Back- End. Für einen Funktionstest ist es jedoch sinnvoll, Back-End und Front-End zu installieren.

Kanalsuche: Bei der Back-End-Konfiguration scannen Sie nach Einrichtung des DVB-Gerätes die Kanäle. Abhängig vom DVB-Typ kann das einige Zeit dauern.
Vergrößern Kanalsuche: Bei der Back-End-Konfiguration scannen Sie nach Einrichtung des DVB-Gerätes die Kanäle. Abhängig vom DVB-Typ kann das einige Zeit dauern.

Schritt 3: Nach einem Klick auf „Weiter“ setzen Sie auf der Seite „Additional Services“ Häkchen vor „SSH Service“, „Samba Service und „MythTV Service“. Das ermöglicht später den Fernzugriff auf den Server. Im nächsten Schritt wählen Sie die Option „No Additional Remote Support“, wenn Sie das Mythtv-Front-End nicht regelmäßig nutzen wollen. Andernfalls konfigurieren Sie die Bedienung über ein Smartphone oder einen Infrarotempfänger am USB-Anschluss.

Schritt 4: Nach Abschluss der Installation startet der PC neu, und Sie sehen die Oberfläche des Mythtv-Front-Ends. Die Bedienung erfolgt über die Tastatur mit den Pfeiltasten und der Enter-Taste. Zwischen Eingabefeldern wechseln Sie mit der Tab-Taste. Schaltflächen lassen mit einer Kombination der Alt-Taste mit dem unterstrichenen Buchstaben betätigen. Gehen Sie mit der Pfeiltaste auf auf „Setup“, drücken Sie die Enter-Taste, und gehen Sie auf „Appearance“. Drücken Sie zweimal Alt-N („Next“), und wählen Sie hinter „Language“ den Eintrag „Deutsch“. Drücken Sie Alt-N und dann Alt-F („Finish“). Die Oberfläche erscheint jetzt in deutsche Sprache. Über Esc und „Ja, jetzt beenden“ schließen Sie das Mythtv-Front-End.

Schritt 5: Klicken Sie links oben auf „Applications> System > Xfce Terminal“. Geben Sie in das Terminalfenster ifconfig ein, und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Sie sehen dann bei „eth0“ hinter „inet addr“, welche IP-Adresse der PC erhalten hat. Die meisten DSL-Router vergeben an denselben PC immer wieder die gleiche IP-Adresse. Sollte das nicht korrekt funktionieren, können Sie über „ Applications > Einstellungen > Network Connection“ die ermittelte IP-Adresse auch als statische Adresse fest einstellen.

Schritt 6: Klicken Sie links oben auf „Applications > System à Mythbuntu-Kontrollzentrum“, dann auf „MySQL“ und die Schaltfläche „Launch MythTV Setup“. Bestätigen Sie mit „Yes“, geben Sie das root-Passwort ein und klicken Sie auf „OK“. Gehen Sie auf „1. Allgemeines“. Tragen Sie hinter „IPv4 Adresse:“ und „IP-Adresse:“ die in Schritt 5 ermittelte IP-Adresse ein. Drücken Sie Alt-W („Weiter“). Hinter „TV-Norm:“ stellen Sie „PAL“ ein, hinter „VBI-Norm“ wählen Sie „PAL teletext“, und hinter „Tabelle der Sendefrequenzen“ geben Sie „europe-west“ an. Drücken Sie jeweils Alt-W für die nächsten Konfigurationsseiten und zum Abschluss Alt-F („Fertig“).

Schritt 7: Gehen Sie auf „2. TV-Karten“ und dann auf „(Neue Karte)“. Stellen Sie hinter „Kartentyp:“ für DVB-Karten oder Sticks „DVB-T/S/ X,ATSC oder ISDB-Tunerkarte“ ein. Drücken Sie Alt-F. Bei mehren DVB-Geräten wiederholen Sie das, stellen aber hinter „DVB Gerät“ jeweils einen anderen Pfad ein.

Schritt 8: Gehen Sie auf „4. Videoquellen“ und dann auf „(Neue Videoquelle)“. Tippen Sie hinter „Name:“ eine aussagekräftige Bezeichnung ein, beispielsweise „DVB-S“. Hinter „TV-Programm Grabberskript:“ stellen Sie „Nur ausgestrahltes EPG (EIT)“ ein. Die Programminformationen werden dann aus den DVB-Streams extrahiert. Drücken Sie Alt-F.

Schritt 9: Bei „5. Verknüpfungen“ finden Sie beispielsweise den Eintrag „[DVB:/dev/dvb/ adapter0/frontend0](DVBInput)à Nichts“. Wählen Sie diesen mit der Enter-Taste aus. Geben Sie hinter „Anzeigename (optional)“ eine Bezeichnung ein, etwa „DVB-S-1“. Hinter „Videoquelle“ stellen Sie die in Schritt 8 erstellte Quelle ein. Gehen Sie auf „Sendersuchlauf“. Hinter „Scantyp“ stellen Sie „Vollständiger Suchlauf“ und hinter Land „Deutschland“ ein. Mit Alt-W starten Sie den Suchlauf. Schließen Sie das Fenster mit Alt-W und danach Alt-F.

Beenden Sie die Back-End-Konfiguration über die Esc-Taste. Danach müssen Sie mit dem root-Passwort bestätigen, um das Back-End wieder zu starten. Die Frage „Would you like to run mythfilldatabse“ beantworten Sie mit „No“. Über „Applications > Multimedia > Mythtv Frontend“ starten Sie das Front-End und können sich über „Fernsehen“ ein Programm ansehen. Wenn alles funktioniert, gehen Sie auf „Konfiguration > Allgemeines“. Notieren Sie sich das Passwort für den Zugriff auf die Datenbank.

Konfiguration über den Browser: Mythbuntu richtet standardmäßig die Oberfläche Mythweb ein, die Sie über die IP-Adresse des Mythtv-Servers im Browser aufrufen. Darüber können Sie sich beispielsweise das EPG ansehen und Aufnahmen planen. Über „Einstellungen“, die Schaltfläche „TV“ und die Registerkarte „Senderinformationen“ gelangen Sie zu einer Übersicht mit den gefundenen Sendern. Die Reihenfolge lässt sich bestimmen, indem Sie in der Spalte „Sender“ Kanalnummern vergeben. Klicken Sie zum Abschluss auf „Speichern“.

TV-Server bekannt machen: In den Einstellungen des Mythtv-Add-ons müssen Sie die IP-Adresse des Mythtv-Servers und das Datenbank-Passwort festlegen.
Vergrößern TV-Server bekannt machen: In den Einstellungen des Mythtv-Add-ons müssen Sie die IP-Adresse des Mythtv-Servers und das Datenbank-Passwort festlegen.

5. Open Elec für das Mythtv- Back-End konfigurieren

Zurück auf dem Raspberry Pi müssen Sie jetzt nur noch die Live-TV-Funktion konfigurieren. Gehen Sie auf „System > Einstellungen > Addons“, dann auf „Deaktivierte Addons“, „MythTV cmyth PVR Client“ und „Konfigurieren“. Tragen Sie hinter „MythTV Backend Hostanme oder IP“ die in Punkt 4, Schritt 5 ermittelte IP-Adresse des Mythtv-Back-Ends ein. Hinter „MythTV Datenbank Passwort“ tippen Sie das zuvor notierte Passwort ein.

Bestätigen Sie mit „OK“, gehen Sie auf „Aktivieren“, und schließen Sie dann das Fenster mit der Esc-Taste.

Gehen Sie auf „System > Einstellungen > Live TV“ und drücken Sie bei „Aktivieren“ die Enter- Taste. XBMC importiert dann die vorhandenen TV-Kanäle und das EPG. Im Hauptmenü können Sie jetzt über „Live TV“ das EPG aufrufen und einen Kanal für die Live-Wiedergabe oder Aufnahme wählen. Die Aufzeichnungen rufen Sie über „Live-TV > Aufnahmen“ und die Gruppe „default“ ab.

Tipp: TV-Server unter Windows einrichten

Open Elec enthält mehrere Add-ons, die den Zugriff auf die unterschiedlichsten TV-Server ermöglichen. Einige davon laufen auch unter Windows. Empfehlenswert ist beispielsweise das Open-Source-Media-Center Mediaportal . Ähnlich wie Mythtv besteht es aus einer Multimedia-Oberfläche für den Wohnzimmer-PC und einem TV-Server. Im Server-Setup konfigurieren Sie die DVB-Hardware. Das Programm unterstützt alle TV-Karten oder TV-Sticks, die unter Windows über einen BDA-Treiber (Broadcast Driver Architecture) verfügen. Eine Übersicht mit den unterstützten Geräten finden Sie auf dieser Webseite und Tipps zur Installation bei uns . Unter Open Elec richten Sie dann das Add-on „Media Portal PVR-Client“ ein. Die Konfiguration des Add-ons funktioniert ähnlich wie in Punkt 5 beschrieben.

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Raspberry Pi erfreut sich gerade unter Bastlern einer großen Beliebtheit. Kein Wunder, denn mit der 35-Euro-Platine lassen sich viele spannende Projekte realisieren. Vom Mediacenter, Netzwerkspeicher, Fotomaschine bis hin zum Überwachungssystem ist alles möglich. Dieser Bereich ist aber nicht nur dem Raspberry Pi gewidmet, sondern bietet auch viele Tipps, Tricks und Anleitungen für andere spannende Bastelprojekte.

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