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Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Raspberry Pi im Auto

14.11.2014 | 08:30 Uhr |

Sie wollen im Auto Radio hören oder im Stau auch mal einen Film ansehen? Mit dem Raspberry Pi lässt sich für wenig Geld ein Multimedia-System im Auto installieren.

Werner Ziegelwanger, technisch vielseitig interessiert, ist Inhaber einer EDV-Firma mit Schwerpunkt auf Programmierung für Internetanwendungen. In seiner Freizeit pflegt er einen Blog – und da er selber viele Informationen aus dem Internet holt, teilt er sein Wissen auch gern mit anderen. Hier beschreibt er, wie Sie sich ein selber gebautes Multimedia-System in Ihrem Auto installieren können.

Das RaspBMC Mediencenter verwandelt jeden Fernseher für wenig Geld und mit wenig Aufwand in einen Smart-TV und Ihr Wohnzimmer in ein Heimkino. Die gleiche Unterhaltung können Sie sich ins Auto holen, indem Sie Ihren Raspberry Pi als Multimedia-System einbauen. Mit dem RaspBMC Mediencenter können Sie anschließend im Auto sowohl Musik hören als auch die neuesten Blockbuster ansehen - und es ist noch nicht einmal teuer.

Diese Teile brauchen Sie für den Einbau:

  • Raspberry Pi: Er wird der neue Bordcomputer. Sie brauchen außerdem eine SD Karte mit installiertem RaspBMC, und ein Gehäuse wäre auch ganz praktisch.

  • TFT-Monitor : Je nach Platz im Auto sind Modelle von 7 Zoll bis 10  Zoll möglich. Sie können sich auch einen Monitor mit Standfuß montieren. Falls Sie Platz für einen Einbau in die Armatur haben, bitte auf jeden Fall vor dem Kauf genau ausmessen. In der Regel brauchen diese Monitore fast keine Tiefe (nur ca. 0,5 cm), es sollte aber auch die Verkabelung  hineinpassen und eine Halterung.

  • Mini-Keyboard : Die Steuerung über einen TFT Touchscreen ist möglich, aus Erfahrung empfehle ich aber dringend ein kleines Wireless-Keyboard.

  • Kabel: Sie brauchen ein Composite - oder HDMI-Kabel , je nach Monitor für das Bild und ein 3,5-mm-Klinkenkabel für den Ton.

Die Mediendaten (Filme, Musik, …) können Sie über einen USB-Stick am Pi anstecken, oder Sie spielen Medien zuvor direkt auf die SD-Karte.

Nicht ganz einfach: der Zusammenbau

Der Zusammenbau hängt sehr stark vom Autotyp und der Marke ab. Erster und schwierigster Schritt ist der Einbau des Monitors. Gibt es dafür schon Platz, beispielsweise von einem Navi, dann ist es schnell erledigt. Komplizierter wird es, wenn Sie erst die Armatur zerlegen und ein Loch schneiden müssen. Wer sich das nicht zutraut, sollte besser einen Mechaniker fragen. Am sichersten ist die Verwendung eines Monitors mit Standfuß oder einer, den man an einen Lüftungsschlitz anstecken kann.

Die Monitorkabel sollten Sie zu einem Hohlraum mit einer Stromversorgung führen, beispielsweise zum Handschuhfach oder in die Mittelkonsole - je nach Modell. Der Hohlraum muss groß genug sein für den Raspberry Pi, und er muss gut erreichbar sein. Dort platzieren Sie nun den Pi. Schließen Sie das Videokabel vom Monitor und das Audiokabel an, anschließend das Micro-USB-Kabel zur Stromversorgung. Das können Sie entweder direkt an einen USB-Stecker hängen oder - falls das Auto noch keinen hat - an einen Adapter am Zigarettenanzünder. Das andere Ende vom Audiokabel kommt in den Line-in vom Autoradio.

Nachdem nun alles verkabelt ist, machen Sie einen Test: Zündung aufdrehen, und schon sollte der Raspberry Pi das Mediencenter starten. Steuern sollten Sie es über das Wireless Keyboard. Sollte etwas nicht funktionieren, können Sie jetzt noch die SD-Karte tauschen oder eine USB-Tastatur anhängen.

Passt aber alles, können Sie die erste Ausfahrt mit dem neuen Multimedia-System unternehmen. Gute Unterhaltung!

Werner Ziegelwanger hat auf www.pcwelt.de/hacks bereits folgende Projekte vorgestellt:

Aktiver CPU-Lüfter für den Raspberry Pi

Karaoke mit dem Raspberry Pi

Der Raspberry Pi lernt sprechen

Hinweis für alle Bastler:
Wenn auch Sie ein kreatives Projekt entwickelt haben, schreiben Sie uns. Wir würden Ihre Konstruktionen, nützlich oder einfach nur schräg, gern auf www.pcwelt.de/hacks vorstellen. Schreiben Sie an Birgit Götz - hacks@pcwelt.de.

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