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So funktioniert Raspberry Pi als Diashow-Bilderrahmen

24.06.2016 | 11:20 Uhr |

Sie fotografieren gerne? Dann setzen Sie Ihre Aufnahmen optimal in Szene. Mit einem Raspberry Pi bauen Sie sich ganz einfach einen eigenen Bilderrahmen. So wird Ihr Wohnzimmer zu Ihrer ganz eigenen Galerie.

Digitale Bilderrahmen wirken technisch irgendwie wie ein aufpoliertes Überbleibsel aus vergangenen Zeiten: Die Menüführung ist oft fummelig, die Verarbeitung der Rahmen meistens etwas klapprig. Gut, dass es den Raspberry Pi gibt: Mit dem kleinen Computer und einem möglichst schlanken Monitor basteln Sie sich mit ein wenig Geschick einen deutlich besseren Rahmen für Ihre Bilder. Die Bedienung ist dank App sehr bequem und der Mini-PC bietet ein Vielfaches mehr an Funktionen.

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Die Grundlagen: Hardware und Software

Sie benötigen einen Raspberry Pi 2 nebst Gehäuse, einen TFT-Monitor mit HDMI-Kabel, ein LAN-Kabel oder einen WLAN-Dongle, einen USB-Stick für die Bilder oder Videos, eine Micro-SD-Karte, ferner das Betriebssystem Xbian inklusive der Software Kodi (ehemals XBMC) sowie die App Kore für Ihr Smartphone (siehe Kasten „Die digitale Fernbedienung von Kodi“). Darüber hinaus benötigen Sie noch einmalig eine Maus und eine Tastatur, die aber nur für die Installation Ihres digitalen Bilderrahmens nötig sind.

Die Installation von Xbian ist dank eigenem Installer sehr einfach.
Vergrößern Die Installation von Xbian ist dank eigenem Installer sehr einfach.

Laden Sie sich zunächst die Setupdatei des Betriebssystems Xbian herunter. Dies ist eine eigenständige Software, die das Mediencenter Kodi als Kernelement enthält. Xbian wird anstelle des herkömmlichen Betriebssystems Raspbian Wheezy installiert. Die Installation von Kodi als Programm unter Wheezy ist zwar auch möglich – die Einrichtung ist aber etwas komplizierter und zudem gibt es dabei gelegentliche Probleme mit der Fernbedienung per App. Sobald der Download abgeschlossen ist, stecken Sie eine leere Micro-SD-Karte samt Adapter per Lesegerät/internem Cardreader an Ihren PC an und starten Sie die Installationsdatei von Xbian.

Xbian installieren

Wählen Sie zunächst aus, welches System Sie verwenden möchten: Den Raspberry Pi 1, 2 oder den Mini-PC Cubox-i. Wir nehmen hier an, dass Sie den aktuellen Raspberry benutzen, daher wählen Sie an dieser Stelle „Raspberry Pi 2“. Anschließend nennen Sie dem Installationsprogramm den Ort Ihrer SD-Karte, also „/dev/sd[x]“ (oder unter Windows den passenden Laufwerksbuchstaben). Die aktuellste Xbian-Version ist bereits von dem Tool ausgewählt. Klicken Sie nun also auf „Install“. Der Download des Mediencenters startet und anschließend wird die Software auf der Speicherkarte installiert. Achtung: Das Programm formatiert die Karte – sichern Sie, falls nötig, vorher die darauf gespeicherten Daten. Das Setup verkündet schließlich per Infobox das Ende der Installation. Schließen Sie das Tool, entfernen Sie die SD-Karte vom Linux-oder Windows-PC und stecken Sie sie in den Raspberry Pi.

Frisch installiert: Zunächst sollten Sie die Auflösung Ihres Monitors anpassen.
Vergrößern Frisch installiert: Zunächst sollten Sie die Auflösung Ihres Monitors anpassen.

Kodi starten und einrichten

Sobald Sie den Minicomputer gestartet haben, erscheint das blau-gelbe Logo von Xbian. Darunter verläuft ein Ladebalken: Das Betriebssystem passt sich Ihrem Raspberry Pi an. Der Prozess dauert höchstens ein paar Minuten. Danach sehen Sie den Setup-Wizard von Kodi. Dabei werden im Hintergrund bereits erste Updates installiert – die Einrichtung über den Wizard kann daher unter Umständen etwas ruckeln. Über den Wizard können Sie Kodi nach Belieben anpassen. Für den Anfang genügt aber ein simples Durchklicken mit „Next“, bis der Button „Finish“ erscheint. Anklicken – fertig. Damit läuft Ihr Raspberry Pi mit der Mediencentersoftware Xbian samt Kodi. Sie sehen nun die frisch installierte Oberfläche.

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Das Hauptmenü von Kodi. Über den Punkt „Bilder“ kommen Sie zur Diashow.
Vergrößern Das Hauptmenü von Kodi. Über den Punkt „Bilder“ kommen Sie zur Diashow.

Das Mediencenter konfigurieren

Als erste wichtige Amtshandlung sollten Sie die Auflösung einstellen. Während der Installation auf unseren Testgeräten war die Auflösung mit 640 x 480 für die verwendeten Monitore deutlich unterdimensioniert. Klicken Sie dafür im Hauptmenü auf den Punkt „System“ und wählen Sie „Settings“ aus. Im linken Menü finden Sie den Punkt „Video Output“. Dort sehen Sie den Eintrag „Resolution“. Wählen Sie hier die Auflösung, die für Ihren TFT-Monitor am besten geeignet ist. Im Zweifel ist dies 1280 x 1024 bei einem 19-Zoll-Monitor mit dem Bildformat 4:3. Auf größeren Bildschirmen, die ein breiteres 16:9-Format haben, ist in der Regel die Auflösung mit 1920 x 1080 Bildpunkten zu empfehlen.

Nachdem Sie nun den Durchblick haben, sollten Sie die Sprache auf Deutsch umstellen. Dies geht im Systemmenü unter dem obersten Punkt „Appearence“. Stellen Sie nun im Unterpunkt „International“ die „Language“ auf „German“ ein. Weitere nützliche Anpassungen wären zum Beispiel noch Tastaturbelegung, Region, Uhrzeit, Datum und sonstige Individualisierungen, die Sie gerne vornehmen möchten. Zu guter Letzt sollten Sie Kodi noch beibringen, dass die Software nach einem Neustart des Raspberry Pi direkt in den Menüpunkt „Bilder“ durchstartet. Klicken Sie dafür im Hauptmenü auf „Optionen“ und wählen Sie links den Unterpunkt „Darstellung“. Klicken Sie nun im Menü „Skins“ rechts auf den Eintrag „Startfenster“ und wählen Sie „Bilder“ aus. Kodi ist nun für eine erste Diashow fertig eingerichtet.

Xbian erkennt USB-Geräte automatisch. Sie finden Ihre Aufnahmen sofort im Mediencenter.
Vergrößern Xbian erkennt USB-Geräte automatisch. Sie finden Ihre Aufnahmen sofort im Mediencenter.

Fotos einspielen

Das Betriebssystem Xbian hinter Kodi ist mit aktuellen USB-Geräten gut vertraut. Die Speichermedien sind somit Hot-Plug-tauglich. Also einfach einstecken und loslegen. Klicken Sie im Hauptmenü auf „Bilder“. Sie sehen womöglich bereits angeschlossene externe Datenträger und die Punkte „Bilder-Addons“ und „Bilder hinzufügen“. Wenn Sie Ihren USB-Stick mit den Fotos nun in den Raspberry Pi stecken, taucht unten rechts eine Nachricht auf: Das System hat Ihren Stick erkannt, und dieser ist nun auch im Bildermenü sichtbar. Klicken Sie doppelt auf den Stick mit seiner Bezeichnung. Sie sehen alle Bilder, die auf dem Stick gespeichert sind. Zudem stellt Kodi die Fotos rechts in einer kleinen Vorschau dar. Um nun Ihre Diashow zu starten, fahren Sie mit der Maus links über den Pfeil am Bildschirmrand. Hier können Sie die Fotos nach Belieben sortieren, bestimmte Bilder per Filter aussortieren und die Präsentation starten. Klicken Sie dafür einfach auf „Diashow“.

Mit Picture Slideshow Screensaver können Ihre Fotos automatisch anzeigen lassen.
Vergrößern Mit Picture Slideshow Screensaver können Ihre Fotos automatisch anzeigen lassen.

Besonders praktisch: Falls Sie einmal ein größeres Publikum mit Ihren Fotos begeistern möchten, brauchen Sie nicht extra auf eine grundlegend andere Technik umzusatteln. Schließen Sie einfach einen Beamer über den HDMI-Anschluss an. Ob Beamer oder Monitor: Für diesen Weg benötigen Sie stets entweder Maus und Tastatur oder die App auf Ihrem Smartphone/Tablet (siehe Kasten unten). Eine Diashow mit Ihren Fotos kann aber auch automatisch starten – ganz ohne umständliches Geklicke.

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Kodi austricksen

Für die direkte und automatische Wiedergabe brauchen Sie entweder ein kleines Python-Script oder folgenden simplen Trick: Anstelle von des Bordmittels der Diashow verwenden Sie einfach einen Bildschirmschoner. So werden die Fotos unmittelbar nach dem Bootvorgang ohne Ihr Zutun angezeigt. Da keine Maus oder Tastatur am Raspberry Pi angeschlossen ist, kann die Diashow des Bildschirmschoners auch nicht versehentlich beendet werden.

Klicken Sie dafür im Hauptmenü auf „Optionen“ und wählen Sie im neuen Menü den Punkt „Darstellung“ aus. Links sehen Sie nun den Eintrag „Bildschirmschoner“. Da Kodi standardmäßig nur verspielte Bildschirmschoner an Bord hat, müssen Sie zunächst den richtigen installieren: Picture Slideshow Screensaver ist der empfohlene Kandidat. Klicken Sie dafür auf „Bildschirmschonermodus“ und anschließend oben rechts auf „Mehr...“. Scrollen Sie nun in der Liste möglicher Bildschirmschoner nach unten, bis Sie den „Picture Slideshow Screensaver“ finden und dann per Klick installierten. Nun müssen Sie der Kodi-Erweiterung noch beibringen, welche Fotos sie abspielen soll. Klicken Sie dafür im Bildschirmschoner-Menü auf „Einstellungen“. Im Abschnitt namens „Basis“ können Sie nun die Quelle der Fotos angeben -Ihren bereits angeschlossenen USB-Stick. Klicken Sie dafür solange auf den Pfeil in der Zeile zur Angabe der Quelle der Diashow-Bilder, bis dort „Bildordner“ steht.

Direkt in der Zeile darunter geben Sie Ihren USB-Stick als Quelle an. Externe Speichermedien finden Sie hier, wie auch sonst in Linux-Systemen üblich, über das „Root-Dateisystem“ und dort unter „media“. Der USB-Stick sollte anhand seiner Bezeichnung eindeutig zu identifizieren sein. Wählen Sie ihn an und klicken Sie rechts auf „OK“. Nun können Sie noch Effekte, Dauer der Darstellung und – falls gewünscht – den Abdunkelungsgrad einstellen. Bestätigen Sie Ihre Einstellungen mit einem abschließenden Klick auf „Ok“. Nach diesen Einstellungen benötigen Sie weder Tastatur und Maus. Ziehen Sie daher beide Geräte vom Raspberry Pi ab.

Der Raspberry Pi sitzt sicher im Gehäuse und haftet fest an der Rückseite des Monitors.
Vergrößern Der Raspberry Pi sitzt sicher im Gehäuse und haftet fest an der Rückseite des Monitors.

An die Wand oder auf den Tisch?

Wo Sie am Ende Ihren Bilderrahmen aufstellen, bleibt natürlich ganz Ihnen überlassen. Eine Möglichkeit wäre etwa ein Sideboard. Alternativ können Sie den Monitor samt Raspberry Pi auch an die Wand hängen oder mit Hilfe eines Beamers eine spektakuläre Inszenierung aufbauen.

Falls Sie den Monitor samt Raspberry Pi an die Wand dübeln möchten, setzen Sie den kleinen Rechner auf jeden Fall in eines der passenden Zubehörgehäuse ein. Mit einer Heißklebepistole befestigen Sie das Kunststoffgehäuse problemlos an einer freien Stelle auf der Rückseite des Monitors. Achten Sie beim Anbringen an der Wand darauf, dass der Abstand passt: Verwenden Sie zur Not längere Schrauben oder am besten die vom Hersteller empfohlene Wandhalterung für Ihren Bildschirm.

Lese-Tipp: Einfache Raspberry-Pi-Mini-Projekte

Fazit

Mit einem Raspberry Pi 2, dem Betriebssystem Xbian inklusive Mediencenter Kodi bauen Sie sich mit etwas handwerlichem Geschick eine ideale Darstellungsplattform für private wie gewerbliche Fotos und Videos. Dabei sind Sie bei der Größe des Monitors weitaus flexibler, und auch die Bedienung ist viel intelligenter und komfortabler als bei handelsüblichen digitalen Bilderrahmen.

Den Raspberry Pi per App starten

Der kleine Computer hängt samt Monitor irgendwo hoch an der Wand und ist schwer zugänglich? Macht nichts! Mit einem Smart Plug – einer fernbedienbaren Steckdose – können Sie den Raspberry Pi samt Monitor aus der Ferne an-und ausschalten. Die smarte Steckdose Smart Plug Switch von Edimax ist ein idealer Helfer. Schließen Sie den Smart Plug zwischen Steckdose und der Steckerleiste an, an der Pi und Monitor hängen. Installieren Sie die kostenlose App Ediplug und folgen Sie den deutschsprachigen Anweisungen. Der clevere Stecker verbindet sich mit Ihrem WLAN. Eine Registrierung ist dafür nicht nötig. Die Konfiguration von Schaltzeiten, die Bedienung sowie das Auslesen des Energieverbrauchs funktionieren nun von überall.

Preis: ca. 40 Euro, Info: www.edimax-de.eu

Mit einem Smart Plug können Sie den Raspberry Pi samt Monitor aus der Ferne an- und ausschalten.
Vergrößern Mit einem Smart Plug können Sie den Raspberry Pi samt Monitor aus der Ferne an- und ausschalten.
© Edimax

Der Code links führt Sie zu Google Play – rechts geht’s zu iTunes.

Die digitale Fernbedienung von Kodi

Wer braucht schon Tastatur und Maus, wenn man ein Smartphone oder Tablet besitzt? Die Apps Kore für Android und Kodi Remote für iOS steuern alle wesentlichen Funktionen von Kodi über Ihr mobiles Gerät. Besser noch: Selbst eine richtige Fernbedienung mit Steuerkreuz ist in den beiden Apps eingebaut. Die Installation ist bei beiden Versionen denkbar einfach: Sobald der Raspberry Pi mit Xbian in Ihrem Netzwerk eingeklinkt ist, findet ihn die App. Ob Android oder iOS: Beide Versionen können nach vorhandenen Xbian-Systemen suchen. Im Test klappte dies tadellos und es war nach kurzen Augenblicken möglich, das Mediencenter mit dem Smartphone und Tablet zu steuern.

Android-App Kore als Fernbedienung von Kodi. Zeigt gleichzeitig das aktuelle Diashow-Programm.
Vergrößern Android-App Kore als Fernbedienung von Kodi. Zeigt gleichzeitig das aktuelle Diashow-Programm.

Die QR-Codes bringen Sie direkt zur App. Rechts geht’s zu iOS und links finden Sie die Anwendung bei Google Play.

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