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HD+ im Detail erklärt

19.01.2011 | 11:53 Uhr |

Fernsehen in HD-Auflösung ist schon eine feine Sache. Schließlich will der große Flachbild-Fernseher im Wohnzimmer ja auch ausgereizt werden. Während sich die öffentlich-rechtlichen HD-Programme ohne Einschränkungen sowohl über Satellit als auch per Kabel empfangen lassen, sieht es bei den Privatsendern ganz anders aus. Wir geben einen Überblick, welche Kröten Sie schlucken müssen, um auch Filme und Serien der privaten Sender in HD anschauen und aufnehmen zu können.

Auch wenn es kaum einer weiß: Nicht nur ARD, ZDF und Arte senden in HD, sondern auch die großen Privatsender. Allerdings tun sie das - überspitzt gesagt - weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn um RTL, Sat.1, ProSieben, KabelEins, VOX, RTL2, SIXX und Sport 1 in hoher Auflösung sehen zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Und selbst wenn Sie bereit sind, sich darauf einzulassen, müssen Sie auch noch schwer wiegende Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn Sie die Sender aufnehmen möchten. Doch der Reihe nach.
 
Die Ausgangsbasis
 
Die oben genannten Privatsender haben sich dazu entschlossen, ihre HD-Sender zu verschlüsseln. Ihr Programmpaket nennt sich HD+ (HD Plus). Für diese Maßnahme  nennen sie (teils hinter vorgehaltener Hand) mehrere Gründe:
 
- Teure Kanäle: Die Sender müssen für die HD-Übertragung an uns Zuschauer zusätzliche Satelliten-Kapazitäten und zukünftig auch zusätzliche Kabelkanäle anmieten. Diese sind relativ teuer. Insbesondere, weil HD datenintensiv ist und daher eine hohe Übertragungsbandbreite benötigt.
 
- Günstigerer Filmeinkauf: Dadurch, dass nur eine begrenzte Zuschauerzahl die HD-Varianten empfangen kann, müssen die Sender weniger Geld für die HD-Ausstrahlungsrechte von fremdproduzierten Filmen und Serien ausgeben, zum Beispiel von Hollywood-Blockbustern und US-Serien. Der mit der Verschlüsselung verbundene Kopierschutz (siehe Seite 3) drückt ebenfalls den Einkaufspreis. Gleiches gilt für die territoriale Beschränkung auf Deutschland. Ohne Verschlüsselung könnten es sich die Sender nicht leisten, Hollywood-Streifen in HD einzukaufen und auszustrahlen - so ihre Argumentation.
 
- Höhere Werbe-Einnahmen: Durch die Verschlüsselung können die Sender auch Einschränkungen bei der Wiedergabe festlegen, zum Beispiel eine Vorspul-Sperre bei Werbung (siehe Seite 3). Dadurch lassen sich höhere Werbepreise erreichen.

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