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RIAA bietet P2P-Nutzern Amnestie an

05.09.2003 | 15:59 Uhr |

P2P-Anwender, die zugeben, illegal Musik-Dateien im Internet verbreitet zu haben, will der US-Musikverband RIAA mit einer Amnestie belohnen. Die User müssten lediglich zusichern, dass sie die Songs von ihrem Computer löschen. Im Gegenzug will die RIAA dann keine strafrechtliche Verfolgung der erwischten Anwender einleiten.

P2P-Anwender, die zugeben, illegal Musik-Dateien im Internet verbreitet zu haben, will der US-Musikverband RIAA mit einer Amnestie belohnen. Die Nutzer müssten lediglich zusichern, dass sie die Songs von ihrem Computer löschen. Im Gegenzug will die RIAA dann keine strafrechtliche Verfolgung des Anwenders einleiten. Das berichtet " Australian IT " in seiner aktuellen Ausgabe.

Das Amnestie-Programm richtet sich vor allem an die 1.600 User, deren Identität die RIAA gerade ausfindig zu machen versucht. Aber auch Anwender, die noch nicht auf der "Fahndungsliste" der Musikbranche sind, sollen die Amnestie in Anspruch nehmen. Bevor die RIAA allerdings die nicht strafrechtliche Verfolgung zusichert, müssen die P2P-Nutzer ein beglaubigtes Formular ausfüllen, in dem sie versprechen, dass sie alle illegal heruntergeladenen Dateien löschen und auch künftig P2P-Software nicht für illegale Zwecke nutzen werden.

Fred von Lohmann, Anwalt der US-Bürgerrechtler EFF weist allerdings darauf hin, dass die RIAA nicht alle Urheberrechts-Besitzer repräsentiere und somit auch die Anwender nicht grundsätzlich davon ausgehen könnten, künftig nicht rechtlich belangt zu werden. "Das ist nicht die Sorte einer Abmachung, die Anwälte der meisten Nutzer begrüßen würden", sagte von Lohmann. Die RIAA habe sich aber in der vergangenen Zeit ein brutales Image aufgebaut, das jetzt durch das Amnestie-Angebot etwas abgemildert werde.

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