09.07.2011, 07:07

Jürgen Donauer

RHEL, openSUSE, SLES, Ubuntu & Co.

Die besten Linux-Distributionen für Server

Linux als Server-OS hat sich längst etabliert. Wir stellen die besten Linux-Distributionen für Server mit ihren jeweiligen Stärken & Schwächen vor.
Linux als Serversystem ist längst kein Exot mehr. Nur stellt sich die Frage, auf welche Distribution man setzt. Dies lässt sich aber pauschal nicht beantworten. Theoretisch können Sie jede Linux-Installation in einen Server verwandeln. Natürlich gibt es speziell dafür ausgelegte Systeme, mit denen das Aufsetzen eines Serversystems einfacher funktioniert. In diesem Artikel stellt unsere Schwesterpublikation TecChannel einige Distributionen vor, die speziell für den Einsatz als Server gedacht sind.
Die Auswahlkriterien für die richtige Distribution sind vielfältig. Das reicht von professioneller Unterstützung über eigenes Linux-Wissen bis hin zum Einsatzgebiet. Zum Beispiel werden Sie für einen einfachen Dateiserver in einem mittelständischen Unternehmen kein Support-Paket im Wert von mehreren tausend Euro kaufen. Anders ist das bei hoch verfügbaren Systemen, die schlichtweg nicht ausfallen dürfen. Ebenso sollten Sie zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Linux-Distributionen abwägen.
Der Linux-Distributor Red Hat ist im Serverbereich derzeit Marktführer. Die Firma hat zwar auch eine Desktop-Ausgabe, konzentriert sich allerdings hauptsächlich auf den Servermarkt. Die kostenpflichtige Distribution gibt es seit einigen Monaten als Version 6.
Die Red-Hat-Entwickler legen sehr viel Wert auf Stabilität und ausgiebiges Testen. Deswegen werden neueste Technologien sorgfältig und häufig etwas langsamer integriert als bei der Konkurrenz. Das ist aber kein Nachteil, weil das Betriebssystem als sehr zuverlässig und solide gilt. Wer sozusagen "On the Edge" experimentieren möchte, kann auf das von Red Hat gesponserte Fedora-Projekt zurückgreifen. Erst wenn sich Technologien dort bewährt haben, übernehmen die Entwickler diese in Red Hat Enterprise Linux.
Gleich am Anfang der Installation können Administratoren auswählen, ob sie das System nur mit einem Standardgrafiktreiber einspielen möchten. Somit ist maximale Kompatibilität in Sachen Grafikhardware garantiert. Ansonsten folgen Sie einfach dem Installations-Wizard. Red Hat bietet bereits eine Auswahl an möglichen Szenarien für den Einsatz des Servers. Sie können aber auch zum Beispiel das Basispaket wählen und dann das System mit der Auswahl von weiterer Software individuell anpassen. Wer eine grafische Oberfläche und entsprechende Administrations-Tools haben möchte, kann dies so bestimmen. Ansonsten installieren sich die Serverpakete ohne X-Server und bieten nach dem Neustart eine schlichte Konsole.
In Sachen Virtualisierung setzt RHEL auf KVM (Kernel-based Virtual Machine). Damit lassen sich unmodifizierte Windows- oder Linux-Abbilder betreiben. Jede virtuelle Maschine erhält private, virtualisierte Hardware.
Ein weiterer großer Vorteil von RHEL ist die Langzeitunterstützung. Während die Lebenszeit von Fedora-Ausgaben nur 13 Monate beträgt, garantiert Red Hat bis zu zehn Jahre. Red Hat Enterprise Linux Server gibt es ab 349 US-Dollar pro Jahr. Die Preise staffeln sich je nach Unterstützungsvertrag und auch nach den eingesetzten CPUs. Eine komplette Preisliste finden Sie im Online-Shop des Anbieters.
Ein besonderes Lob muss man für das vorbildliche Online-Handbuch aussprechen. Hier findet der Administrator eigentlich alles, was sein Herz begehrt. Übersichtlich und sehr umfangreich sind die Dokumente gehalten. Allerdings sollten Sie der englischen Sprache mächtig sein.
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Kommentare zu diesem Artikel (1)
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