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Ist man mit 40 Jahren zu alt?

06.05.2009 | 10:01 Uhr |

Über 40 Jahre, Quereinsteiger und reichlich Erfahrung im operativen IT-Geschäft. Welche Chancen hat ein solcher IT-Experte beim Projektmanagement? Datalog-Personalchefin Tanja Beau antwortet.

Der Computerwoche-Leser "Phoneix_ffm" startete vor 20 Jahren als Quereinsteiger ohne Studium in die IT-Branche. Er arbeitete überwiegend in der Projektdurchführung und operativen IT, zunächst als Systemtechniker in einem Großunternehmen, die letzten Jahre als IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen. Nun ist er "weit über 40" und hat "keine Lust mehr auf technische Operative". Doch bislang versucht unser Leser vergeblich in eine "mehr planerische Position", etwa ins Projekt-Management, zu wechseln.

Sein besonderes Problem: Phoneix_ffm kann nur schwer erkennen, ob die Ablehnungen eher altersbedingt sind oder ob das fehlende Studium/die fehlende Ausbildung beim Quereinstieg den Ausschlag gibt. Er fragt sich: "Kann ich noch etwas tun, um wieder vermittelbar zu werden? (etwa Weiterbildung, zusätzliche Qualifikationen, die meine Chancen tatsächlich auch erhöhen.) Gibt es möglicherweise Bereiche, in denen ich auch ohne Studium und Standard Ausbildung mit meinem Background Erfolg haben könnte?"

Datalog-Personalchefin Tanja Beau meint:

Auf Ihren bisherigen Werdegang können Sie nach meiner Einschätzung stolz sein. Sie haben in großen und mittelständischen Unternehmen gearbeitet, Erfahrung in Projekten und die Position des IT-Leiters erreicht. Mich stört Ihre Formulierung mit dem "alten Eisen": solche Gedanken führen zu nichts.

Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Alter in der Beratung eher ein Vorteil denn ein Nachteil ist. Beratung hat mit Vertrauen zu tun und da haben "Silberrücken" oft bessere Chancen als die "jungen Wilden". Rein am Alter kann es nach meiner Einschätzung eher nicht liegen.

Die fehlende akademische Ausbildung ist allerdings ein Manko, gerade wenn Sie in sich in strategische/planerische Bereiche entwickeln wollen. Haben Sie hier irgendwelche Qualifikation aufgebaut (Projekt-Management- Prozessstandards, ITIL, Zertifizierungen etc.). ? Diesen Bereich sollten Sie ausbauen und in Ihrer Bewerbung auch entsprechend darstellen. Nur wenn Sie sich hier entsprechend fit gemacht haben, können Sie sich von der ungeliebten technischen Operative verabschieden.

Prüfen Sie ferner, ob Sie sich auf die richtigen Ausschreibungen bewerben bzw. wie Sie Ihre Qualifikationen " vermarkten ".Um bei dem Bild des Marktes zu bleiben: Versetzen Sie sich in die Lage Ihres "Kunden":

  • Warum sollte er gerade Sie mit einem Projekt beauftragen?

  • Was macht Sie zu einem guten Planer/Berater?

  • Warum kann er Ihnen seine IT-Strategieplanung anvertrauen?

Ihre Bewerbung / Ihr Auftreten müssen glaubhaft das Motto vermitteln: "Ich kann das"!

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation Computerwoche.de.

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