Während handelsübliche Spiele also eher ungeeignet für die Soldaten-Ausbildung sind, hat allen voran das US-Verteidigungsministerium Videospiele für ein gänzlich anderes Einsatzgebiet auserkoren: Propaganda und Rekrutierung. Die gezielte Beeinflussung von Medien durch das Militär ist nicht neu. Fast kein moderner Hollywood-Kriegsfilm entsteht heutzutage ohne die tatkräftige Unterstützung des Pentagons. Egal ob historisch inspirierte Streifen wie Pearl Harbor und Black Hawk Down oder fiktive Produktionen von Top Gun bis Transformers – das Militär stellt Waffen, Fahrzeuge, Hubschrauber zur Verfügung und gewährt sogar Zugang zu Flugzeugträgern oder Ausbildungslagern. Im Gegenzug erhält es ein Mitspracherecht beim Drehbuch. Ähnliches geschieht bei Spielen: Entwickler können Schießanlagen für das Aufnehmen von Waffensounds verwenden (wie bei Call of Duty 4), oder sie erhalten genaue technische Spezifikationen von Fahr- und Flugzeugen.
Und da es noch besser ist, selbst die Kontrolle über ein Spiel zu haben, wurde im Auftrag der US-Streitkräfte vor mehr als fünf Jahren der Taktik-Shooter America’s Army entwickelt. Das Spiel ist kostenlos verfügbar und hat nach Angaben der Entwickler mehr als neun Millionen registrierte User erreicht. Das besondere an America’s Army ist die Verbindung von Spiel und vormilitärischer Ausbildung: So müssen Sie erst verschiedene Trainingsparcours inklusive Testfragen absolvieren, bevor Sie online gegen andere Spieler antreten dürfen. Die US Army berichtet voller Stolz, dass bereits zwei ihrer Spieler anderen Menschen das Leben gerettet hätten – angeblich dank der im Spiel erlernten Erste-Hilfe-Maßnahmen.
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