An erster Stelle stehen natürlich Programme, die noch nicht einmal einen einzigen Prozessorkern voll auslasten. In diese Kategorie fallen beispielsweise Büroprogramme wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation und Bildbearbeitungs-Software für den Hausgebrauch. Immerhin nutzen gängige Konverter wie Apples iTunes, Packer wie Win-Zip und viele aktuelle 3D-Spiele Dual-Core-Prozessoren. Laut Hersteller sollen zwar Titel wie Bright Shadow, Company of Heroes: Expansion Pack 2, Crazy Stone, Crysis, Quake Wars 1.4, Unreal Tournament 3 und World in Conflict für Quad-Core-Prozessoren optimiert sein. Unsere Tests mit dem derzeit leistungshungrigsten 3D-Spiel Crysis zeigen jedoch, dass die vier Kerne zwar parallel arbeiten, aber bei weitem nicht ausgelastet sind. Eine höher getaktete Dual-Core-CPU bietet in all diesen Fällen mehr Leistung als ein Vierkerner mit gleicher Prozessorarchitektur aus derselben Preisklasse.
Für leidenschaftliche PC-Spieler macht ein Vierkern-Prozessor derzeit also keinen Sinn, und daran wird sich in den nächsten Jahren auch nicht viel ändern. Vor 2010 rechnen wir nicht mit einem Durchbruch der Vierkern-Technik im PC-Spielemarkt. Das hat einleuchtende Gründe: Nur Großproduktionen haben überhaupt das Budget, um die aufwändige Optimierung des Spielecodes für Quad Cores zu bezahlen. Andererseits müssen die Spielefirmen möglichst viele potenzielle Kunden ansprechen, also auch Spieler, die nicht so leistungsfähige PCs (mit Vierkern-CPU) besitzen.
Ungenutzte Power: Wie unsere Testergebnisse belegen, liegt die Rechenleistung von Vierkernern oft brach oder ist zum Teil sogar geringer als bei vergleichbaren Dual Cores. So war der Core 2 Duo E8500 im Spieletest "HDR Shader Modell 3.0" von 3D Mark 06 trotz der etwas geringeren Taktrate und des langsameren Front Side Buses um einen Wimpernschlag besser als der Core 2 Extreme QX9770, während der Vierkerner im Spieletest "Shader Modell 2.0" knapp vor dem E8500 lag. Allerdings lag der Unterschied in beiden Fällen unter einem Prozent und damit im Rahmen der Messungenauigkeit - unterm Strich sind beide Prozessoren also ungefähr gleich schnell.
Ein Patt ergab sich auch beim Umwandeln einer Musik-CD ins MP3-Format. Dagegen benötigte der Core 2 Extreme QX9770 zumindest bei der Video-Konvertierung mit der Apple-Software rund 10 Prozent weniger Zeit als der Core 2 Duo E8500
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