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Test von Adobe Flash Builder 4

Gerade erst hat Adobe Flash Builder 4 fertig gestellt. Wir stellen die Stärken und Schwächen des Profi-Entwicklerwerkzeugs für Flash-Anwendungen und AIR vor.

Fast ein Jahr ist es her, dass Adobe die Betaversion des Flash Builders 4 angekündigt hat. Mit dieser neuen auf Eclipse-basierenden IDE können Apps in der Open-Source Umgebung Flex geschrieben werden. Seitdem wurden nur wenige Neuerungen in Flash Builder 4 eingebaut. Das soll Sie aber nicht dazu verleitet den neuen Werkzeugkasten zu unterschätzen.

Das neue Paket liefert einige wichtige Neuerungen, sodass es den Vorgänger Flex Builder 3 bei weitem übertrifft. Zusätzlich zu den vielen Neuerungen, die Adobe in diese IDE eingebaut hat, wurden viele Dinge vereinfacht. Dazu zählen vor allem die Daten- und Dienstbeziehungen der unzähligen Datenquellen, sodass mit Flash Builder 4 Methoden und Tabellen sehr viel schneller aufrufbar sind. Der Verbesserungsprozess ist vor allem einer detaillierten Selbst-Analyse von Adobe zu verdanken.

Während unseres Tests sind auch das exzellente Daten-Management und die Seitenverwaltung auf Clientseite aufgefallen, die einen großen Effizienz-Sprung beim Umgang mit großen Datenmengen bewirken. Zudem vereinfacht die neue und schnelle Zwei-Weg Dateneinbindung ein Datenbank-Update ohne zusätzliche Programmier-Arbeit. Eine schöne Funktion, die diesen Routine-Prozess beschleunigt.

Um das Leben eines Entwicklers noch ein Stück mehr zu vereinfachen, enthält Flash Builder 4 einen Code-Generator-Assistenten für alles Mögliche von Diensten bis zur Ereignis-Steuerung. Das ist eine große Hilfe für Entwickler, die dadurch weniger Fehler machen und zudem die Code-Qualität verbessern. Um es noch weiter zu treiben ermöglicht der mitgelieferte Debugger und ein Netzwerk-Überwachungs-Werkzeug die Entwicklung Bug-sicherer Apps und beschleunigt deren Fertigstellung.

Ein weiterer Pluspunkt von Flash Builder 4 ist die Unterstützung des neuen Flex 4 SDK, das eine neue Benutzeroberfläche und Komponenten-Architektur (Spark) mit sich bringt. Dadurch wird der CSS-Support erweitert und die Benutzeroberflächen-Präsentation flexibler gestaltet.

Da Produktivität beim Flash Builder 4 an erster Stelle zu stehen scheint, überrascht es, dass Adobe Catalyst bei der Einführung des Flash Builders 4 nicht mit diesem synchronisiert ist. Catalyst ist eine Begleitsprache in der Beta-Phase, die es Programm-Designern ermöglicht visuell Formen, Benutzeroberflächen, Ereignis-Auslöser und Interaktionen zu erzeugen und den fertigen Programm-Plan dann an den Entwickler zur Fertigstellung weiterzureichen. Builder 4 könnte darum etwas schwieriger an den Mann zu bringen sein, wenn der Entwickler sich nicht sicher sein kann, dass alle Programmteile der Plattform am richtigen Platz sind und wie gewünscht unterstützt werden.

Ebenfalls ein mögliches Hindernis für den Verkaufserfolg von Flash Builder 4: Der Microsoft Silverlight 4 Release Candidate steht in den Startlöchern. Er arbeitet gut mit Visual Studio 2010 zusammen und bietet Funktionen wie eine Echtzeit-Analyse, optimierte Daten-Einbindung, mächtige Präsentations-Werkzeuge und verbesserte Funktionen für die Desktop-Entwicklung (die Ähnlichkeiten zu AIR aufweist). Adobe muss sich also vorsehen um weiterhin im Wettbewerb bestehen zu können.

Alles in allem präsentiert sich Flash Builder 4 als ein großer Schritt vorwärts für Adobe, da es Designer und Entwickler näher zusammenbringt. Mit Hilfe des Flash Builders 4 wird die Kluft zwischen Daten-Präsentation und Oberflächen-Programmierbarkeit von Rich-Internetapplikationen überbrückt.

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