16.04.2010, 13:36

Stephan Lamprecht

Profi-Toolbox

Business-Software für kleine Unternehmen

Auf dem Desktop ist Linux längst eine vollwertige Alternative. Aber gilt das auch für das Umfeld abseits der Office-Pakete? Wir stellen Programme für Buchhaltung und Warenwirtschaft vor.
Buchhaltung und Warenwirtschaft sind ein weites Feld und immer abhängig von der Firmengröße. Für die mittleren bis großen Unternehmen stellen IT-Anbieter wie IBM, Oracle und SAP einen ganzen Sack voller Business-Lösungen für Linux bereit. Aber auch kleinere Firmen oder Home-Offices werden unter Linux nicht mehr stiefmütterlich behandelt. Einige Programme, die Ihnen hier die Arbeit erleichtern, stellen wir im Folgenden vor.
Für die Buchhaltung:Lin-Habu
Das ursprünglich für den Mac entwickelte Lin-Habu kümmert sich um die Buchhaltung. Da die Anwendung in Java entwickelt wurde, ist die Installation einfach. Für das kommerzielle Programm ist eine kostenlose Testversion verfügbar, die Sie 60 Tage lang nutzen können. Allerdings fehlen dabei einige Funktionen. Nach Ablauf der Testphase müssen Sie sich registrieren und eine der drei Programmlizenzen kaufen (zu 40, 70 oder 100 Euro), sonst verweigert Lin-Habu den Zugang.
Hinweis zur aktuellen Version 10.4.4: Die Unterstützung für iPhone und iPod touch ist hinzugekommen. Daten für Kassenbuch, Zeitenliste und Fahrtenbuch können über das iPhone oder einen iPod touch erfasst werden. Außerdem lassen sich Angebote, Rechnungen und Bestellungen im XML-Format importieren.
Sie laden sich von der Seite des Herstellers das aktuelle Programmarchiv auf Ihren Rechner und entpacken es in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Vorsicht: Falls Sie bereits mit einer früheren Version von Lin-Habu gearbeitet haben, sollten Sie zuvor die Datenbank beziehungsweise die Datendatei sichern, da diese sonst eventuell überschrieben wird. Bevor Sie die Datei Lin-HaBu.app starten, müssen Sie sie erst ausführbar machen. Das geschieht zum Beispiel mit dem Befehl „chmod 744 Lin-HaBu.app“ auf der Konsole. Ein Klick oder Doppelklick auf die ausführbare Datei oder der Aufruf aus einer Konsole startet dann das Programm.
Lin-Habu konfigurieren
Nach dem ersten Start möchte Lin-Habu zunächst von Ihnen wissen, wo es künftig die Daten speichern soll. Das kann entweder eine lokale Datenbank auf dem eigenen Rechner sein oder ein SQL-Server, der im Netzwerk oder ebenfalls auf dem lokalen Rechner läuft; allerdings unterstützt Lin-Habu in diesem Fall nur den Real-SQL-Server, der je nach Version zwischen 400 und 2400 Euro kostet. Wir beschreiben daher Ersteres. Klicken Sie nun auf „Neu“, und geben Sie einen Dateinamen und den Speicherort an. Anschließend startet der Installationsassistent, der Sie durch die weiteren Schritte begleitet.
Als Erstes tragen Sie den Namen des Mandanten ein, also die Bezeichnung des Unternehmens, für das Sie die Buchhaltung erledigen wollen. Im nächsten Schritt bietet Lin-Habu an, die Daten eines Beispielmandanten zu übernehmen. Für die ersten Versuche mit der Software ist das eine gute Idee; haben Sie sich später eingearbeitet, legen Sie einfach eine neue Datei oder einen neuen Mandanten an. Je nach Auswahl müssen Sie entscheiden, welche Art von Mandanten Sie übernehmen wollen. In der Musterdatenbank stehen mehrere Sachkontenrahmen zur Verfügung, in der Beispieldatenbank nur „Gewerbe“ und „Haushalt“. Anschließend wählen Sie, ob Sie
• Steuerschlüssel verwalten wollen,
• Kostenstellen verwalten wollen,
• das Belegdatum und
• die Belegnummer automatisch vergeben wollen.
Damit ist die Konfiguration abgeschlossen, und der Darstellungsassistent startet. Hier legen Sie die Schriftart, die Form der Dialoge und die Höhe der anderen Elemente fest. Nach dem „Fertigstellen“ fordert Lin-Habu Sie zur Eingabe eines Lizenzschlüssels auf. Haben Sie diesen noch nicht, klicken Sie auf „Nicht registrieren“, um mit dem Test zu beginnen. In der unregistrierten Version sind einige Funktionen abgeschaltet.
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