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Retter in der Not

18.01.2009 | 11:13 Uhr |

Startet das System nicht mehr oder treten im laufenden Betrieb Probleme auf, ist guter Rat teuer. Wir zeigen, welche Optionen offen stehen und wie Sie zusätzlich für mehr Sicherheit sorgen.

Der gefürchtete Super-Gau tritt meistens zum ungünstigsten Zeitpunkt ein. Verweigert das System den Start, müssen Sie erst einmal kühlen Kopf bewahren und die geeigneten Recovery-Maßnahmen in die Wege leiten. Folgende Praxis-Tipps helfen Ihnen, solche Situationen ohne Dateiverlust zu überstehen.

Rettungs-CD
Den wichtigsten Tipp gleich am Anfang: Halten Sie immer eine CD oder DVD der von Ihnen genutzten Linux-Distribution bereit. Alle aktuellen Distributionen enthalten einen speziellen Rettungsmodus, mit dessen Hilfe Sie ein verloren geglaubtes Betriebssystem doch noch wiederherstellen können. Unter CentOS starten Sie diesen Modus, indem Sie den Prompt des CDROM-Boots mit dem Befehl „linux rescue“ quittieren. Die Praxis zeigt, dass die Wiederherstellung eines Betriebssystems mit dem Original-Betriebssystem immer noch am besten funktioniert. Vor allem dann, wenn Sie Features wie LVM oder Software-Raid nutzen.

RIP – Recovery Is Possible
Neben den Installations-Datenträgern des Betriebssystems empfiehlt sich auch das System Recovery Is Possible ( www.tux.org/pub/people/kent-robotti/looplinux/rip/ ). RIP enthält eine Sammlung von Werkzeugen wie ntfsmount, jfs_fsck und xfs_repair die Ihnen bei der Wiederherstellung eines Systems zur Seite stehen.

Boot Record reparieren
Ursachen für einen fehlerhaften oder zerstörten Boot Record gibt es zur Genüge: Stromausfälle, Bedienerfehler oder Hardware-Defekte können zu Meldungen führen wie:
Loading PBR For Descriptor 0...Done. Bad PBR Signature.
Die Folge: Das System bleibt nach dem Laden des Grub-Boot-Loaders stehen. Nutzen Sie zusätzlich Features wie Software-Raid, genügt „grub-install /dev/sda“ nicht mehr zur Wiederherstellung. Starten Sie das System im Rettungsmodus und hängen Sie mit chroot das alte Root-Dateisystem nach / ein. Führen Sie danach grub aus und geben Sie folgende Befehle ein:
root (hd0,0)
setup (hd0)
quit
Dabei ersetzen Sie „hd0,0“ und „hd0“ durch die aktuelle Festplatte/Partition, auf der sich die Boot-Partition Ihres Systems beendet. Nach einem Neustart sollte das System wieder tadellos funktionieren.

Festplatten-Retter: gpart erstellt auf Wunsch eine neue Tabelle
Vergrößern Festplatten-Retter: gpart erstellt auf Wunsch eine neue Tabelle
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Partitionstabelle restaurieren
Selbst mit zerstörter Partitionstabelle sind Ihre Daten nicht zwangsläufig verloren. Gpart untersucht die Festplatte nach Signaturen vorhandener Partitionen und erstellt auf Wunsch eine neue Partitionstabelle. Um beispielsweise die erste IDE-Festplatte zu analysieren, geben Sie das Kommando „gpart /dev/hda“ als Super-User root an der Konsole ein. Bei großen Festplatten kann die Analyse durchaus mehrere Stunden dauern. Werfen Sie anschließend einen Blick auf die Partitionsvorschläge von gpart. Um diese anzunehmen, geben Sie den Befehl ein:
gpart –b /mnt/usb/Backup_MBR -W /dev/hda /dev/hda
Damit schreiben Sie den aktuellen Master Boot Record (MBR) in die Datei Backup_MBR, analysieren die Festplatte „/dev/hda“ und schreiben gleichzeitig mit „-W /dev/hda“ eine neue Partitionstabelle.

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