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Gründe und Lösungen für Festplatten-Schäden

03.09.2009 | 10:01 Uhr |

Wir nennen Ihnen die Gründe, die zu Festplattenschäden führen, sagen wie die Datenrettung durch Profis funktioniert und wann Sie vielleicht selbst einen Rettungsversuch unternehmen können.

Es gibt viele Gründe für den Verlust von Daten. Manchmal lässt sich der Schaden schnell selber beheben. Doch bei wichtigen Daten und schwereren Schäden sollte schon der Versuch der Datenrettung Profis überlassen werden.

Die Flammen schlagen aus den Bürofenstern, Funken stieben in den Himmel und wenig später stürzt der Dachstuhl krachend in sich zusammen. Die Feuerwehrleute behalten das Feuer unter Kontrolle, doch der Schaden ist immens. Was nicht verkohlt, geschmolzen oder zu Asche verbrannt ist, trieft vom Löschwasser. Ein Horrorszenario: Rechner, Festplatten, Notebooks, selbst die Backup-Server – alles hinüber.

Doch solange von der Hardware etwas übrig ist, besteht immer noch die Chance, dass auch die Daten, oder zumindest ein Teil davon, gerettet werden können. Natürlich reicht dafür nicht eine "normale" Datenrettungssoftware. Die Reste der Hardware müssen bei solch massiven Beschädigungen an eine Spezialfirma, ein Datenrettungslabor, gegeben werden.

Was verursacht Datenverlust?

Das oben beschriebene Szenario stellt natürlich nicht den Normalfall des Datenverlustes dar. Brand- und Wasserschäden machen etwa nur 10 bis 15 Prozent der Defekte aus. Die weitaus häufigste Ursache von Datenverlust bei Festplatten geht auf das Konto der Hardwareschäden, wie zum Beispiel Schreib/Lesekopf-Schäden, Defekt von Motor oder Steuerplatine. Schäden an der Steuerplatine entstehen meist durch Überspannung. Nicht zu vergessen sind auch die Hardwareschäden durch Stürze bei externen Festplatten oder anderen mobilen Speichermedien wie USB-Sticks. Mehr als ein Viertel der Fälle von Datenverlust beruht sogar auf Bedienungsfehlern, sagt Edmund Hilt, Managing Direktor beim Datenretter Kroll Ontrack.

Was ist zu tun bei drohendem Datenverlust? Als Faustregel gilt: Finger weg, nicht selber rumfummeln. Dadurch wird in den allermeisten Fällen der Schaden nur größer. Erzeugt die Festplatte merkwürdige Geräusche, rät Gerlinde Wolf von CBL Datenrettung , den Rechner sofort auszuschalten. Eigene Rettungsversuche verschlimmern meist den Schaden, sagt sie. Auf keinen Fall darf man die Festplatte öffnen. Ist eine Festplatte heruntergefallen, sollte nicht getestet werden, ob sie denn doch noch funktioniert. Solch beschädigte Hardware gehört ins Datenrettungslabor.

"Logische" Schäden

Datenverlust, der durch Löschen, Formatieren oder durch Schädlinge wie Viren entsteht, wird logischer Schaden genannt. Solch ein Schaden kann unter Umständen durch eine Recovery-Software selber behoben werden. Wer diesen Weg einschlägt, sollte aber genau wissen, was er tut und wie es funktioniert, sonst wird auch hier unter Umständen der Datenverlust nur verschlimmert und vergrößert. "Beim Einsatz von Recovery-Software ist es wichtig, dass unmittelbar nach dem Datenverlust eine Wiederherstellung versucht wird", weist Edmund Hilt von Kroll Ontrack hin. "Wurde erst wieder richtig am PC gearbeitet, können verlorene oder defekte Dateien bereits wieder zumindest teilweise überschrieben sein. Das macht eine Rettung dann unnötig schwer", sagt Hilt.

Wird der defekte Datenträger einem speziellen Labor übergeben, ist es auf jeden Fall hilfreich, möglichst viele und genaue Angaben über die Entstehung des Schadens zu machen. Das rät Martin Eschenberg von Kuert Datenrettung in Bochum. So kann das Labor ableiten, welche Bauteile betroffen sind und darüber hinaus noch betroffen sein könnten. Auch Angaben zur logischen Struktur des Datenträgers wie Partitionierung, Dateisystem und Datenmengen sind hilfreich. Sollte schon jemand versucht haben, die Daten zu retten, sollte man das Labor natürlich auch über die unternommenen Schritte informieren. Detaillierte Angaben des Kunden können den Rettungsvorgang unter Umständen beschleunigen.

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