Professionelle Bildbearbeitung

Adobe Photoshop CS 6 – schneller und besser?

Donnerstag, 26.04.2012 | 10:05 von Friederike Jubel
Bildergalerie öffnen Die Beta von Photoshop CS6 im Test
© Adobe
Vor kurzem hat Adobe die Beta-Version von Photoshop CS6 freigegeben. Wir haben uns die Verbesserungen und neuen Funktionen der Bildbearbeitung angesehen.
Adobe Photoshop ist seit langem schon das beliebteste Tool zur Bildbearbeitung. Es wird in einer abgespeckten Version mit so mancher Digitalkamera mitgeliefert und erfreut sich in der Extended Version gleichermaßen im professionellen Umfeld großer Beliebtheit. In den letzten Versionen hat der Leistungsumfang von Photoshop deutlich zugenommen, die Performance ließ jedoch gleichzeitig zunehmend zu wünschen übrig. Der Einsatz mancher Effekte glich einer Einladung zu einer mehr oder weniger ausgedehnten Kaffeepause.

Das dunkle Interface ist voreingestellt
Vergrößern Das dunkle Interface ist voreingestellt

Mit der Version CS6 von Photoshop, die seit 22. März als Beta-Version zum Download zur Verfügung steht, hat Adobe kräftig an der Performance-Schraube gedreht. Dafür war es teilweise erforderlich, die Effekte komplett neu aufzubauen, wobei manch eine Funktion mit begeisternden neuen Optionen versehen wurde. Was beim Starten von Photoshop zuallererst auffällt: Adobe hat den bereits in den Zwischenversionen erkennbaren Trend hin zu dunkleren Designs auch bei Photoshop umgesetzt. Im gleichen Zug wurden sämtliche Icons neu gezeichnet und optisch aufgefrischt. Wem das dunkle Standard-Layout nicht gefällt, der hat drei weitere Layouts zur Auswahl oder kann sich in den Voreinstellungen sein eigenes Layout erstellen.

Neu: Automatisches Zwischenspeichern
Vergrößern Neu: Automatisches Zwischenspeichern

Viel interessanter sind jedoch die Neuerungen im Programmkern selbst. Wie alle anderen Komponenten in der neuen Suite ist auch Photoshop nun durchgängig für 64-Bit-Umgebungen optimiert und kann gerade da seine Verbesserungen in Sachen Performance beweisen. Effekte, deren Anwendung den Rechner bisher minutenlang lahm gelegt hat, sind nun binnen weniger Augenblicke umgesetzt. Als ein Beispiel hierfür sei der Effekt „Verflüssigen“ erwähnt. Die Auswirkungen auf ein Bild sind direkt ohne Verzögerungen sichtbar. Selbst diese komplexen Berechnungen sind für aktuelle 64-Bit-Systeme keine Hexerei mehr.

Was Generationen von Nutzern sich gewünscht haben, ist mit der Version CS6 endlich Wirklichkeit geworden: Photoshop kann zum einen im Hintergrund speichern und verfügt zum anderen endlich über eine Auto-Save-Funktion. Vor allem das Fehlen dieser Option hat so manchen Designer früh ergrauen lassen, weil das Programm natürlich genau in dem Moment abgestürzt ist, bevor man speichern konnte, und die Arbeit von vorne los ging.

Erkennung von Goldenem Schnitt und Goldener
Spirale
Vergrößern Erkennung von Goldenem Schnitt und Goldener Spirale

Überaus praktisch sind die Neuerungen im Bereich "Bild zuschneiden". Es gibt nun vordefinierte Formate für das Zielbild und Sie können zudem eigene Formate festlegen. Diese Formate können Sie entweder in der Kontextleiste zum Werkzeug auswählen oder über das Kontextmenü einfach per Mausklick auswählen. Außerdem kennt Photoshop in der Version CS6 neben der Drittelregel und dem Raster noch weitere Bildkompositionshilfen wie den Goldenen Schnitt oder die Goldene Spirale.

Praktisch, aber noch ungewohnt ist eine generelle Änderung in der Arbeitsweise: Anders als in den Vorversionen wird in der Voreinstellung von Photoshop CS6 nicht mehr der Ausschnitt auf dem Originalbild bewegt sondern das Originalbild hinter dem Ausschnitt. Insbesondere beim Drehen des Ausschnitts ist das sehr angenehm, da Sie im Ausschnitt genau das sehen, was Sie nach dem Zuschneiden erhalten und das ohne den Kopf schief zu legen oder sich auf Ihr optisches Gefühl verlassen zu müssen. Vor allem Ausrichtungen anhand einer Hilfslinie lassen sich so erheblich einfacher umsetzen.

Nun dreht sich auch der Hintergrund mit dem markierten
Ausschnitt mit
Vergrößern Nun dreht sich auch der Hintergrund mit dem markierten Ausschnitt mit

Zu den bisher bekannten Unschärfe-Filtern kommt mit CS6 eine Reihe neuer Filter, die spezielle photografische Effekte nachbilden. Field-Blur, Iris-Blur und Tilt-Shift sind aus dem Fotobereich bekannt und beliebt. Sie können diese nun per Filter anwenden. Gleichzeitig führt Adobe hier eine neue Herangehensweise an Filter-Konfigurationen ein: Alle Anpassungen lassen sich per Mausklick oder Ziehen von Linien / Punkten in der Vorschau vornehmen und Sie sehen sofort, wie sich die Änderungen auswirken.

Weitere Neuigkeiten sind im Bereich 3D und Video zu finden. Insgesamt betrachtet ist Adobe Photoshop CS6 Extended ein deutlicher Schritt vorwärts sowohl in Performance-Fragen als auch beim Funktionsumfang. Adobe hat häufige Bildmanipulationen vereinfacht beziehungsweise im Schlepptau der Performance-Optimierung mit neuen Optionen versehen. Dank offener Beta-Phase können Sie sich selbst gut ein Bild der neuen Version machen.

Donnerstag, 26.04.2012 | 10:05 von Friederike Jubel
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