22.05.2008, 10:55

Jan Schulze

Suse, Ubuntu & Co

Problematische Bereiche

Ein anderer Bereich aus der Welt der großen Unternehmen ist WLAN. Zwar beherrschen die Linux-Distributionen den Umgang mit WLAN ohne Probleme, doch fehlen für einzelne Chipsätze noch geeignete Treiber. Auch das Roaming, also der Wechsel zwischen verschiedenen Funkzellen in großen WLAN-Installationen, bereitet Linux bisher Schwierigkeiten. Laut Dyroff hat Novell deswegen in enger Zusammenarbeit mit dem Netzwerkausrüster Cisco einige Weiterentwicklungen in den Network-Manager von Linux einfließen lassen. Ebenso habe Novell Ressourcen in die Nutzung des Breitband-Mobildienstes UMTS mittels Linux gesteckt.
Für den ehemaligen Suse-Manager stehen die Zeichen für eine breite Linux-Akzeptanz auf Grün. Bis 2009 erwartet Dyroff bei den Linux-Desktops einen Marktanteil von fünf Prozent im Business-Bereich. "Das hängt auch von den Preloads ab, also von den Geräten, die mit vorinstalliertem Linux ausgeliefert werden." Dell zum Beispiel bietet Notebooks mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux an, arbeite aber in China auch eng mit Novell zusammen. Auch Lenovo bietet nun Notebooks an, die mit Suse Linux ausgeliefert werden. Zudem: "Vista hilft uns natürlich enorm. In vielen Fällen wird bei der Windows-XP-Ablösung ein Umstieg auf Linux mitevaluiert." Der Aussage von Novells CTO und Executive Vice President Jeffrey Jaffe vom vergangenen Jahr, Linux sei nun gut genug, stimmt Dyroff zu. Als Vorteile nennt er Kosteneinsparungen bis zu 90 Prozent gegenüber einem Windows-Desktop, eine höhere Flexibilität durch den Einsatz quelloffener Software und weniger Bindung an einen Anbieter.
Seit einigen Monaten bietet der Hardwarehersteller Dell neben Windows auch die Linux-Distribution Ubuntu vorinstalliert auf einigen Geräten an. Im Enterprise-Geschäft scheint die Nachfrage jedoch verhalten. Diplomatisch nannte Dell eine steigende Nachfrage im Endkundengeschäft und bei kleineren Unternehmen, während die Großkundennachfrage auf niedrigem Niveau liege. Linux als Standard-Betriebssystem sei eher im Bereich der Workstations zu beobachten, die Dell mit Red Hat ausliefert. Umsatzzahlen mit Linux-Clients nennt Dell nicht. (wh)
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