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Pro & Contra: Daten in der Cloud sichern?

22.11.2013 | 12:09 Uhr |

Die Datensicherung in der Cloud ist zuverlässig und bequem. Aber ist sie angesichts der NSA-Affäre auch noch sicher? PC-WELT erläutert Vor- und Nachteile der Datensicherung in der Cloud inklusive der Datenschutzbedenken.

„Ja, das müsste man mal machen!“ – die Rede ist vom Backup der eigenen Daten. Doch die Datensicherung gilt unter PC-Anwendern als dermaßen unsexy, dass viele die Sache immer wieder verschieben getreu dem Motto „Mir wird schon nichts passieren“.
Ein praktischer Ausweg stellt da das Online-Backup dar, also die Datensicherung in der Cloud. Einmal eingerichtet, bietet sie viele Vorteile . So läuft das Speichern auf der Online-Festplatte vollautomatisch, man muss sich also um wirklich nichts mehr kümmern. Sobald man auch nur Textdokument ändert oder lokal neue Fotos speichert, werden die Daten zum Online-Dienstleister hochgeladen. Veraltete Backup-Daten gibt es damit nicht.

Viele Anbieter von Datensicherung in der Cloud bieten mittlerweile unbegrenztes Speichervolumen für das Online-Backup. F-Secure beschränkt es auf 25 GByte.
Vergrößern Viele Anbieter von Datensicherung in der Cloud bieten mittlerweile unbegrenztes Speichervolumen für das Online-Backup. F-Secure beschränkt es auf 25 GByte.

Zudem geht es in den Rechenzentren anders als im eigenen Zuhause zu wie in einem Hochsicherheitstrakt: Eine plötzlicher Blitzeinschlag, ein Stromausfall, ein Wasserschaden, Datenverlust wie beim Herunterfallen oder Diebstahl des Notebooks oder ein Einbruch sind dort praktisch ausgeschlossen.

Online-Backup: Drei Buchstaben, die alles verändern

Schöne neue Welt also, vorausgesetzt man bezahlt die Dienstleistung, die es ohne Begrenzung der Datenmenge für Privatanwender schon ab 40 Euro pro Jahr gibt? Mitnichten! Denn es sind drei Buchstaben, die die Welt seit dem Juni 2013 verändert haben: NSA. Mit Bekanntwerden der Datenaffäre durch die US-Sicherheitsbehörden ist hinsichtlich aller online gespeicherten Daten nichts mehr so, wie es davor war.
 
Video: So funktioniert Online-Backup in der Praxis

Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat die weltweite Abhör- und Datenaffäre der amerikanischen Sicherheitsbehörde im Juni 2013 offengelegt.
Vergrößern Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat die weltweite Abhör- und Datenaffäre der amerikanischen Sicherheitsbehörde im Juni 2013 offengelegt.

Hatte man früher höchstens ein ungutes Gefühl, wenn der Backup-Anbieter die eigenen Daten in den Vereinigten Staaten speicherte (siehe Tabelle unten), scheint das mittlerweile unerheblich: Die NSA hat trotz vermeintlicher Verschlüsselung potentiell ohnehin Zugriff auf alles, nachdem aus den weiteren Veröffentlichungen der Unterlagen des Ex-Mitarbeiters Edward Snowden klar wurde, dass der Datenzugriff noch weit umfassender ist als ursprünglich angenommen.
 
Die Entscheidung für oder gegen das Online-Backup liegt gerade nach der Offenlegung der NSA-Affäre bei jedem selbst. Während sich die Kritiker der Datensicherung in der Cloud bestätigt sehen, resigniert mancher Anwender und sagt sich: „Die haben doch eh alles von mir.“

Externe Festplatten für die Datensicherung sind auf die Dauer billiger als das jährlich zu zahlende Online-Backup aber nicht so bequem zu handhaben.
Vergrößern Externe Festplatten für die Datensicherung sind auf die Dauer billiger als das jährlich zu zahlende Online-Backup aber nicht so bequem zu handhaben.
© Intenso

Datensicherung in der Cloud ab 40 Euro pro Jahr

Tatsache bleibt, dass das Backup in der Cloud verglichen mit der Kombination aus zusätzlicher Festplatte und Software für die Daten- und Systemsicherung bequem und sogar vergleichsweise preiswert ist.

Foto-Community Flickr bietet 1 Terabyte kostenlosen Online-Speicher
 
Der Grund für die günstigen Preise ab rund 40 Euro Servicegebühr pro Jahr ohne Volumenbeschränkung resultiert nicht zuletzt aus dem großen Angebot: Mehr als ein Dutzend Anbieter buhlt um private PC-Nutzer, darunter so bekannte Firmen wie Symantec (Norton), Acronis oder F-Secure. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht wichtiger Anbieter und offenbart dabei auch deutliche Preisunterschiede.

Anbieter

Kosten für 50 GByte/a (Euro)

Kosten für 100 GByte/a (Euro)

Maximale Datenmenge

Speicherort in (Land)

Verschl.

Internet

Acronis

49,95

49,95

250 GByte

Deutschland

AES 256 Bit

http://www.acronis.de/homecomputing/products/trueimage/#add-cloud-storage

Backblaze

Ca. 40

Ca. 40

Unbegrenzt

USA

AES, keine weitere Angabe

http://www.backblaze.com/de_DE/

Backup4U

120

240

Unbegrenzt

Österreich

Ja, keine Angabe

http://www.backup4u.at/

F-Secure

-

-

25 Gbyte

Frankreich, USA

Nein

http://www.f-secure.com/de/web/home_de/online-backup

Memopal

49

49

Unbegrenzt

Italien

keine Angabe

http://memopal.com/de/

Mozy

60

108

Unbegrenzt

EU

AES oder Blowfish

http://mozy.de/

Ocster

298

598

Unbegrenzt

EU und USA

AES 256 Bt

https://www.ocster.com/ocster-secure-storage/de

Safarea

60

60

Unbegrenzt

Weltweit

AES oder Blowfish

https://www.safarea.de/safarea-online-backup/static_pages/produktinfo_private.jsf

Strato

59

59

2.500 GByte

Deutschland

AES, keine weitere Angabe

http://www.strato.de/online-speicher/

Symantec

100

180

Keine Angabe

USA

AES 256 Bit

http://de.norton.com/online-backup/

TrendMicro

70

110

Unbegrenzt

Deutschland

Ja, keine weitere Angabe

http://www.trendmicro.de/produkte/safesync/

Wuala

72

120

Unbegrenzt

Deutschland, Schweiz, Frankreich

AES 128 Bit oder SHA 256 Bit

www.wuala.com

Update Star

60

60

Unbegrenzt

Dänemark

Rijndael 256 Bit

http://client.updatestar.com/de/onlinebackup/overview/

Voraussetzung für die Datensicherung im Internet ist selbstverständlich eine Breitbandverbindung. Bei vielen Anbietern von Online-Backup lässt sich der erste vollständige Datensatz auf einem Datenträger einschicken, also auf DVD oder Festplatte. Für die weiteren inkrementellen oder differenziellen Sicherungen reicht ein gewöhnlicher DSL-Anschluss mit einer Uploadrate von 1 MBit/s durchaus aus.
 
Sie sichern Sie Ihre Handy-Daten
 
Schließlich soll noch der Hauptunterschied zum Online-Speicherplatz erläutert werden: Wenn überhaupt lassen sich Dienste wie Dropbox oder Microsofts Skydrive zwar als Laufwerk im Windows Explorer einbinden. Um die Datensicherung muss man sich dann aber wieder selbst kümmern. Genau das aber macht die Kombination aus Client-Software und Speicherplatz beim echten Online-Backup automatisch – und deshalb so bequem. Und Hinweise, doch bitteschön mindestens einmal wöchentlich die eigenen Daten zu sichern, braucht man auch nicht mehr. Denn das Backup in der Cloud erledigt das von ganz alleine, und zwar sofort.

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