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Mobility für Mitarbeiter

09.06.2008 | 12:23 Uhr |

Nicht immer ist ein Smartphone die beste Lösung für die Mobilität der Mitarbeiter. Mit guter Planung und bedarfsgerechter Technik lassen sich die Kosten minimieren.

von Manfred Bremmer
Viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit Mobiltelefonen ausstatten, um ihre Produktivität zu erhöhen und so mehr Umsatz und Profit zu realisieren, erreichen damit eher das Gegenteil. Oft sind typische Fehler daran schuld, etwa, dass das für die Blackberries gebuchte Datenvolumen nicht mit der tatsächlichen Nutzung, insbesondere im Ausland, korrespondiert. Doch mit guter Planung lassen sich die Kosten in den Griff bekommen.

Ein wichtiger Schritt ist das Entwickeln einer klaren Mobility-Strategie. Dazu muss das Unternehmen zunächst von Fall zu Fall entscheiden, welche Mitarbeiter ein Mobiltelefon benötigen und welche nicht. So seien Angestellte im Außendienst direkt umsatzwirksam, erklärt Avaya-Manager Hansjürgen Jobst. Auch auf dem Firmengelände oder Campus könne es durchaus sinnvoll sein, wenn das Betriebspersonal unterwegs benachrichtigt werden kann. Dafür reicht aber oftmals Dect-Technik, eventuell auch WLAN. Trotzdem könne es sich empfehlen, mit Dect zusätzlich eine zweite drahtlose Infrastruktur auszurollen, da die WLAN-Ausleuchtung oft nicht das gesamte Gebäude erfasst, so Jobst. Außerdem erfordert die WLAN-Telefonie einen größeren Aufwand, etwa was die Übergabe des Gesprächs zwischen einzelnen Access Points betrifft, sowie eine höhere Dichte an Wireless-Hotspots. Ist eine entsprechend großzügig dimensionierte WLAN-Infrastruktur vorhanden, können Firmen mit Dual-Mode-Handys, die sowohl GSM- wie auch VoWLAN-Anrufe unterstützen, bares Geld sparen. So nutzen insbesondere Außendienstler häufig auch innerhalb des Firmengeländes ihr Mobiltelefon, da sie dort sämtliche Nummern und viele sonstige Informationen gespeichert haben.

Nutzerprofile
Aber selbst Mitarbeiter im Außeneinsatz benötigen nicht unbedingt ein teures Smartphone - sie erhalten ja auch keinen Porsche gestellt, nur weil sie ein Fahrzeug brauchen. Auswahlkriterium ist das jeweilige Nutzerprofil, je nachdem, ob es auf die telefonische Erreichbarkeit, den mobilen Zugriff auf E-Mails oder sogar auf Daten und Anwendungen ankommt. Geht es um die reine Telefoniefunktion, genügt schon ein einfaches Handy. Dieser Schritt schont die Firmenkasse bereits bei der Anschaffung um mehrere hundert Euro je Gerät. Das wahre Einsparungspotenzial liegt jedoch in Support, Verwaltung und nicht zuletzt Absicherung. So berichtet der Münchner Anbieter für Mobile-Device-Management- und -Security-Lösungen Ubitexx in einer aktuellen Studie, dass Supporttechniker - sofern sie noch manuell arbeiten - allein für die Wartung eines einzigen Smartphones 1,5 Stunden im Monat aufbringen.

Mobiler E-Mail-Zugriff
Auch für den mobilen Empfang von E-Mails ist nicht unbedingt ein Smartphone notwendig, vor allem wenn das Augenmerk primär auf dem Schriftverkehr und weniger auf Anhängen wie Word- oder Excel-Files liegt. So besitzen die meisten aktuellen Handys bereits einen POP-3- und Imap-4-Client, oft kann der Nutzer sogar festlegen, wie häufig die Mailbox nach neuen Nachrichten durchsucht wird. Wer keine Bedenken dabei hat, kann die E-Mail-Zustellung auch einem Service-Provider, darunter auch führende Mobilfunkanbieter, übertragen. So verlangt etwa O2 für sein Push-Mail-Angebot (Communication-Center-Pack) nur fünf Euro pro Nutzer und Monat. Der Mobilfunkbetreiber leitet die Mails dabei nicht auf klassische Weise weiter, sondern wandelt sie in MMS um, so dass auch einfache Handys den Dienst nutzen können.

Eine interessante Alternative zu RIMs Blackberry-Dienst und anderen Push-Mail-Lösungen bietet das Startup Cougar Bay mit dem "TriMS-Push-Mail-Server" an. Dabei werden die Mails über einen Linux-Server mit integriertem GSM-Modem versendet - in Form von bis zu fünf aneinandergehängten Kurzmitteilungen mit bis zu 500 Zeichen. Der Vorteil der Lösung besteht in geringen Einstiegskosten von knapp über 2100 Euro (einschließlich 15 Nutzerlizenzen) und den anschließend gut überschaubaren Betriebskosten. So sind für Empfang und Versand keine GPRS-Datenverbindungen erforderlich. Im Ausland entfallen zudem Roaming-Gebühren, und mit einer SMS-Flatrate, die es bereits ab fünf Euro (im internen Netz) beziehungsweise für 50 bis 60 Euro (generell) pro Monat gibt, ist der Versand nahezu umsonst.

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