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Mein Monat mit dem Samsung Galaxy S4

30.09.2013 | 08:33 Uhr |

Vier Wochen lang durfte ich das beste Samsung-Smartphone mein Eigen nennen. Im Dauertest musste das Galaxy S4 beweisen, was es im Alltag drauf hat.

Vor allem die vielen Software-Funktionen machen das aktuelle Galaxy S4 zu einem Verkaufshit. Zudem verbaut Samsung nur die beste Hardware. Allerdings hat das Handy in Sachen Haptik und Optik gegenüber dem HTC One das Nachsehen.

Software-Features ohne Ende
Die in Touchwiz integrierten Funktionen sind das Unterscheidungsmerkmal Nummer eins gegenüber den Konkurrenzprodukten. Sehr hilfreich fand ich „S Health“. Da ich viel Sport treiben wollte, kam mir diese Funktion sehr gelegen. Mit ihr kontrollierte ich meine täglichen Schritte, meine Kalorienzufuhr, mein Gewicht. Außerdem finde ich „Watch On“ ausgesprochen praktisch. Damit verwandelt sich mein S4 in eine Universalfernbedienung mit meinem individuellen Profil. Die App weiß, welches Genre ich bevorzuge, und gibt mir entsprechende Sender aus. Die Anwendung zeigt mir auch alle Filme mit Vorschaubild und Beschreibungstext. Sobald ich eine Sendung gefunden hatte, konnte ich sie antippen, woraufhin das Smartphone ein Infrarotsignal an das TV-Gerät schickte und den entsprechenden Sender einschaltete.

Samsung Galaxy mit kostenlosen Apps tunen

Mit der Funktion Dual Shot kann sich der Fotograf in jedes Motiv mit einblenden.
Vergrößern Mit der Funktion Dual Shot kann sich der Fotograf in jedes Motiv mit einblenden.

Eine App, die weniger für mich interessant ist, aber umso mehr für meine Oma, ist „Story Album“. Sie erstellt regelmäßig Fotobücher am Computer, die anschließend gedruckt werden können. Das gelingt zwar schon recht gut, als ich ihr aber die Anwendung zeigte, war sie von der vereinfachten Art und Weise begeistert. Es ist wirklich simpel: Bilder aus der Galerie wählen, die Darstellungsart bestimmen und die einzelnen Seiten so anpassen, wie man sie gerne hätte. Am Ende noch die Größe angeben und bestellen. Übrigens ist das auch ein schönes Geschenk.
Apropos Fotos: Mitte Mai war ich für ein paar Tage bei bestem Wetter in Florida unterwegs. Das war eine tolle Gelegenheit, die Dual-Shot-Funktion der Kamera auszuprobieren. Ich finde das Feature sehr cool, um sich selbst mit in die Umgebung des Motivs einzublenden.

Gestensteuerung – so weit das Auge reicht
Neben einigen mehr oder weniger im Alltag brauchbaren Softwarefunktionen integriert Samsung viele Gestensteuerungen. Aktuell nutze ich regelmäßig etwa fünf Gesten und Features – der Rest ist teilweise kaum zu gebrauchen. „Air View“ nutze ich, um mir bei Videos die Szenen-Vorschau auf dem Ladebalken anzusehen. Dabei „schwebt“ mein Finger etwa einen Zentimeter über dem Bildschirm. Außerdem verwende ich Air View, um mit der Lupenansicht auf Webseiten Texte zu vergrößern. Allerdings dauert es oft lange, bis die Lupe erscheint. Da bin ich mit dem üblichen Zweifinger-Zoom wesentlich schneller.

Meist nutze ich die Gestensteuerung per Hand – wie mit Air View –, weil die Augensteuerung noch nicht ausgereift ist.
Vergrößern Meist nutze ich die Gestensteuerung per Hand – wie mit Air View –, weil die Augensteuerung noch nicht ausgereift ist.

Außerdem finde ich „Smart Screen“ toll. Darunter fallen „Smart Stay“, damit der Bildschirm so lange aktiv bleibt, wie ich darauf blicke, und „Smart Pause“, damit eine Video-Wiedergabe pausiert, während ich mich davon abwende – das klappt sogar. „Smart Scroll“ ist als Augensteuerung dagegen ungeeignet, da das Galaxy S4 willkürlich auf meine Kopf- oder Augenbewegungen zu reagieren scheint. Die Gesten, die ich mit der Hand ausführe, funktionieren dafür umso besser. Der „Quick Check“ zeigt mir schnell bei deaktiviertem Display Nachrichten an – dazu muss ich lediglich meine Hand über das Handy halten. Mit „Air Browse“ navigiere ich mit einem Wink vor dem Gerät nach links oder rechts.

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Zwar besteht das Gehäuse nur aus Kunststoff, aber lobenswert ist, dass man den Akku wechseln kann.
Vergrößern Zwar besteht das Gehäuse nur aus Kunststoff, aber lobenswert ist, dass man den Akku wechseln kann.
© Samsung

Plastikbomber für über 700 Euro
Schade ist, dass Samsung wieder nur Kunststoff verbaut. Wenn ich schon für ein Telefon 700 Euro ausgebe, dann will ich Luxus. Für mich zählen hier nicht nur die inneren Werte. Das Kunststoffgehäuse des S4 knarzt hin und wieder und gibt mir kein hochwertiges Gefühl. Der einzige Pluspunkt des Gehäuses ist die abnehmbare Rückseite, weshalb ich den Akku wechseln kann. Zugegeben, das Gerät fasst sich angenehm an. Verantwortlich dafür sind die abgerundeten Kanten. Die Optik geht in Ordnung, auch wenn ich mich langsam am stets gleichen Design der Samsung-Smartphones sattgesehen habe.

„Wow – ist das Display scharf!“
Das riefen unzählige Leute aus, wenn sie mein Galaxy S4 in der Hand hatten. Und es stimmt: Die Kombination aus Super Amoled, der Größe von 5 Zoll und der Full-HD-Auflösung ergibt ein richtig scharfes Bild. Weil ich in letzter Zeit oft unterwegs war, schaute ich mir auf der Reise einige Filme an – und das war das reinste Vergnügen.

Ausdauer nur bei Inaktivität
Dass der Akku nach mehreren Filmen in Folge alt aussieht, war mir bewusst. Doch entleert sich der Akku des Galaxy S4 vergleichsweise besonders schnell. Vor allem, wenn ich viel telefonierte, zwischen Apps wechselte und Bilder sowie Texte hochlud. Bereits nach sechs Stunden meldete das S4 eine geringe Akkuladung. Bei normaler Nutzung, wie gelegentlichem Telefonieren und mal einer schnellen Recherche im Internet, verlangte das Smartphone erst am Abend nach externem Strom.
Nutze ich es kaum, dann hält der Akku auch tagelang. Genauer gesagt sind nach zwei Tagen gerade mal 35 Prozent der Akkuladung verbraucht.

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Viel Leistung = hohe Hitze
Unter der Haube des Galaxy S4 steckt eine Menge Kraft, die ich im Alltag nicht missen möchte. Wer viel Kraft produziert, benötigt viel Energie, was die Wärmeentwicklung fördert. Leider wird das Gerät sehr schnell im oberen Bereich, wo der Prozessor sitzt, ziemlich heiß.

Fazit nach einem Monat
Ja, das Galaxy S4 ist ein richtig gutes Smartphone. Ich bin besonders von der einen oder anderen Gestensteuerung und Funktion angetan, die ich im Alltag auch wirklich nutze. Meines Erachtens, hat Samsung die Software aber völlig überladen. Viele Features sind unausgereift. Mit der Leistung war ich sehr zufrieden. Nur die Hitzeentwicklung stört. Die Kamera lieferte stets gute Bilder, und Funktionen wie der Dual Shot sind das i-Tüpfelchen. Nicht begeistert bin ich von dem Design, das seit Ewigkeiten verwendet wird. Überaus positiv ist dafür die Qualität des scharfen Displays. Trotzdem tendiere ich persönlich eher zu dem Konkurrenten HTC One, das ich einen Monat zuvor ausführlich ausprobieren konnte.

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