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Praktische Tipps für Linux-Desktops

18.07.2014 | 13:16 Uhr |

Wir zeigen Ihnen Tipps zu Gnome, KDE und Unity. Zudem ist Cinnamon neben den Platzhirschen Gnome und KDE zu einer geschätzten Alternative geworden, die mit Erweiterungen und Anpassungen noch besser wird.

Cinnamon - Mehr Platz mit zwei Leisten

Cinnamon kombiniert im Stil klassischer Desktop-Umgebungen das aufklappende Anwendungsmenü, eine Fensterliste, Schnellstarter und den Infobereich in einer gemeinsamen Leiste am unteren Bildschirmrand. Der Desktop wirkt so zwar sehr aufgeräumt, wenn aber stets viele Programme geöffnet sind, geht es in der Leiste schnell beengt zu.

Oben und unten: Zwei Leisten in Cinnamon schaffen Platz für eine getrennte Fensterliste (Taskleiste) im unteren Panel. Diese Aufteilung ist jener von Gnome 2.32 nachempfunden.
Vergrößern Oben und unten: Zwei Leisten in Cinnamon schaffen Platz für eine getrennte Fensterliste (Taskleiste) im unteren Panel. Diese Aufteilung ist jener von Gnome 2.32 nachempfunden.

Im Stil von Gnome 2.32 und dessen weiterhin gepflegter Abspaltung namens Mate gibt es auch in Cinnamon einen Modus mit zwei Leisten für den oberen und unteren Bildschirmrand. Um diesen Modus aktivieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste in einen freien Bereich der Leiste und wählen im Menü die „Leisteneinstellungen“. Im Feld „Leistenanordnung“ steht der Eintrag „Klassisch“ bereit, der sich mit zwei Leisten am alten Gnome-Desktoporientiert. Danach ist ein Neustart von Cinnamon nötig. Dazu brauchen Sie sich aber nicht abzumelden – es geht schneller, indem Sie mit der Tastenkombination Alt-F2 den „Ausführen“-Dialog aufrufen und dort ein „r“ eingeben, gefolgt von der Enter-Taste. Die neue Leiste, welche am unteren Bildschirmrand erscheint, ist anfangs noch leer. Um von der bestehenden Leiste, die an den oberen Rand gerutscht ist, einzelne Elemente zu übernehmen, aktivieren Sie im Kontextmenü der Leiste den „Leistenbearbeitungsmodus“. Dann verschieben Sie die gewünschten Elemente bei gedrückter linker Maustaste von einer Leiste in die andere an die gewünschte Position. In diesem Menü können Sie auch neue Applets hinzufügen. Nach dem Beenden des Bearbeitungsmodus sind die Positionen der Elemente wieder fixiert.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 2/2014

Linux Mint 16: Das beste Ubuntu! Warum Linux Mint zum Desktop-Favorit vieler Linux-Anwender aufgestiegen ist, wie Sie es installieren und richtig einstellen - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 2/2014 .

Von Android auf den KDE-Desktop: Kdeconnect – hier der Dialog zum Auffinden von Geräten – ist ein junges Projekt, das mit Android-Smartphones über ein WLAN Kontakt aufnimmt.
Vergrößern Von Android auf den KDE-Desktop: Kdeconnect – hier der Dialog zum Auffinden von Geräten – ist ein junges Projekt, das mit Android-Smartphones über ein WLAN Kontakt aufnimmt.

KDE - Android-Geräte mit KDE verbinden

Die Verbindung von Android-Geräten mit Linux-Desktops per USB gelingt nicht immer problemlos. Android nutzt schon seit Version 3.1 zum Dateiaustausch MTP als Übertragungsprotokoll und meldet sich am PC nicht mehr als USB-Massenspeicher an.

Ein neues Programm für KDE schlägt über ein gemeinsames WLAN eine Brücke zu Android-Geräten: Kdeconnect verbindet das Gerät mit Hilfe einer App über das Netzwerk mit dem KDE-Desktop, um dort Kurznachrichten, Anrufe und Akkuladestand anzuzeigen. Zudem gibt es einen Dateitransfer von Android zu KDE und eine Fernsteuerfunktion, um das Smartphone als Fernbedienung für Player auf dem PC zu nutzen.

Aktuell gibt es Kdeconnect nur in den Paketquellen von Kubuntu 13.10 und bei Linux Mint 16. In diesen Distributionen ist es über den Paketmanager APT mit

sudo apt-get install kdeconnect- kde 

auf dem Linux-PC schnell installiert. Für Open Suse 13.1 hilft der Build Service weiter und liefert inoffizielle Pakete .

Auf dem Android-Gerät ist zudem noch als Gegenstückdie passende App nötig, die in Google Play bereitsteht und ein Android ab Version 2.3 voraussetzt; der komplette Funktionsumfang ist erst ab Android 4.3 verfügbar. Ist die Installation auf beiden Seiten erledigt, muss das Android-Gerät als Teilnehmer in das gleiche WLAN wie der Linux-PC. Danach starten Sie unter KDE die Anwendung „Kdeconnect“, die Sie über die Suchfunktion des KDE-Anwendungsmenüs finden, und rufen auf Android die zugehörige App auf. Tippen Sie dort rechts oben die kreisförmigen Pfeile an, um den PC zu suchen. Danach erscheint das Gerät auch unter Kdeconnect auf dem Linux- PC, und Sie können eine Verbindungsanforderung schicken, die Sie dann bestätigen müssen. Danach steht die Verbindung, und Android schickt seine Meldungen an das Benachrichtigungs- Applet in der KDE-Kontrollleiste.

Dateitransfer zum PC: Es ist nichtgleich ersichtlich, wo die App ihre Fähigkeit zum Kopieren von Dateien untergebracht hat. Diese steckt nämlich ganz unscheinbar im „Share“-Menü von Android. Markieren Sie im Dateimanager einige Dateien, und tippen Sie dann das Symbol „Teilen“ an.

In der Liste der Dienst erscheint jetzt auch ein KDE-Logo, und nach dessen Auswahl öffnet sich die App von Kdeconnect, um den PC auszuwählen. Dort landen die gesendeten Dateien automatisch im Desktop-Ordner. In die andere Richtung – vom PC zu Android – kann Kdeconnect bisher noch keine Funktion bieten.

Linux-Komfort: Welcher Desktop passt zu Ihnen?

Informationsflut eindämmen: Wenn automatisch aufklappende Infofenster stören, sorgt ein Abschalten der Option „Informationen anzeigen“ in den KDE-Systemeinstellungen für Ruhe.
Vergrößern Informationsflut eindämmen: Wenn automatisch aufklappende Infofenster stören, sorgt ein Abschalten der Option „Informationen anzeigen“ in den KDE-Systemeinstellungen für Ruhe.

KDE - Aufklappende Infofenster reduzieren

KDE bietet wie kein anderer Desktop unzählige Einstellungen und Funktionen. Der Desktop ist deshalb gesprächig, um neuen Anwendern zu zeigen, wo es langgeht. Beim Darüberfahren mit der Maus klappen viele Desktop-Elemente wie das Anwendungsmenü, die „Aktivitäten“-Verwaltung und der Werkzeugkasten für Desktop und Kontroll-Leiste ein großzügiges Infofenster mit einer Beschreibung auf.

Wer sich in KDE zurechtfindet, wird die hinter jedem Eck lauernden Infokästen eher irritierend finden. KDE wäre aber nicht KDE, gäbe es nicht auch dafür eine eigene Einstellung: Öffnen Sie über das K-Menü die „Systemeinstellungen“ und dort „Verhalten der Arbeitsfläche -> Arbeitsbereich“. In diesem Menü entfernen Sie den Haken vor „Informationen anzeigen“. Ein Klick auf „Übernehmen“schaltet alle automatischen Infofenster unter dem Mauszeiger ab.

Undurchsichtig: Das Unity Tweak Tool kann einige Effekte der Dash-Übersichtsseite des Ubuntu-Desktops ändern. Ein statischer Unschärfe-Effekt liefert ein reaktionsfreudiges Dash.
Vergrößern Undurchsichtig: Das Unity Tweak Tool kann einige Effekte der Dash-Übersichtsseite des Ubuntu-Desktops ändern. Ein statischer Unschärfe-Effekt liefert ein reaktionsfreudiges Dash.

Unity - Schnellere Dash-Übersichtsseite auf alten PCs

Unity bereitet auf langsamen älteren Rechnern wenig Vergnügen: Jeder Wechsel auf die Dash-Übersichtsseite bremst den Arbeitsablauf mit Grafikeffekten, die zwar auf moderner Hardware hübsch anzusehen sind, aber ohne schnellen, 3D-fähigen Grafikchip immer wieder für Hänger sorgen.

In Unity kommt als Window-Manager Compiz zum Einsatz. Diese Desktop-Komponente ist für die Darstellung von Programmfenstern zuständig. Ursprünglich wurde Compiz von Novell entwickelt, um mit den aufkommenden 3D-Grafikkarten und passenden Linux-Treibern die Möglichkeiten von Open GL auf dem Desktop zu demonstrieren.

Bei Ubuntu wurde Compiz von einer Ergänzung zu einem zentralen Baustein der grafischen Oberfläche befördert und als Ersatz für die Neuentwicklungen von Gnome 3 eingesetzt. Stellenweise sind die Grafikeffekte von Compiz in Unity so aufwendig, dass die Darstellung auch auf Hybrid-Grafikchips ruckelt. Ein Paradebeispiel dafür ist die Dach-Übersichtsseite mit ihrem Transparenzeffekt.

Dieser Effekt kann aber abgeschaltet werden. Dies gelingt am einfachsten mit dem Unity Tweak Tool, dessen Programmpaket im Ubuntu Software Center bereit steht. Wer die Installation über Kommandozeile bevorzugt, kann diese mit

sudo apt-get install unity-tweak-tool

erledigen. 

Nach dem Start des Tools gehen Sie dort auf „Unity -> Suchen“ und schalten die Option „Art der Unschärfe“ von „Aktiv“ auf „Statisch“. Der Unterschied ist, dass dann im Hintergrund der Dash die tatsächlichen Fenster nicht mehr zu sehen sind. Diese Einstellung ist sofort wirksam.

Desktop-Delikatessen für Linux

Intelligenter Programmstarter für Gnome - Synapse

Die Dash-Übersichtsseite von Unity kombiniert Suche und Anwendungsmenü. Unter KDE gibt es mit KRunner einen potenten „Ausführen“-Dialog mit Befehlsergänzung und Autovervollständigung. Ausgerechnet Gnome und nahe Verwandte wie Cinnamon haben nur einen bescheidenen Programmstarter.

Gnome und Cinnamon bieten in ihren Anwendungsübersichten eine Autovervollständigung für eingetippte Programmnamen.

Die Eingabefelder dazu sind aber in den Aktivitäten (Gnome) beziehungsweise im Anwendungsmenü (Cinnamon) untergebracht und nicht im normalen „Ausführen“-Dialog. Diesen Mangel will das Programm Synapse beheben: Dieser Starter bietet ein Eingabefeld, mit dem sich mehrere Kategorien von Aktionen ausführen lassen.

Neben einem Anwendungsstarter mit Autovervollständigung gibt es eine Suchfunktion für Ordner und Dokumente, eine Abkürzung in die Shell,eine Schnittstelle zur Suche mit Googleund einige Aktionen, die von Plug-insbereitgestellt werden. Zu den Plug-ins gehören ein Verbindungsmanager für SSH, ein Taschenrechner und Steuerungsmodule für die Player Banshee und Rhythmbox. Synapse ist damit eine ideale Ergänzung für Gnome, Cinnamon, Mate und XFCE.

Aufgrund der Popularität des Tools führen alle verbreiteten Distributionen Synapse in ihren Standardpaketquellen. Debian, Ubuntu und seine Varianten wie Mint kennen es genauso wie Open Suse und Fedora. Nach dem ersten Start von Synapse bleibt es als Hintergrundprogramm verfügbar und kann mit der Tastenkombination Strg-Leertaste jederzeit wieder in den Vordergrund geholt werden.

Um es als Autostart-Programm einzurichten, klicken Sie in Synapse in der Liste der Kategorien ganz rechts auf den Knopf, wählen dort „Einstellungen -> Allgemein“ und aktivieren die Option „Synapse beim Anmelden starten“. Eine andere Tastenkombination können Sie im Einstellungsdialog ebenfalls nach einem Doppelklick auf die angezeigten Tastenkürzel definieren.

Cinnamon 2.0 für Ubuntu: Die aktuelle Version der alternativen Desktop-Umgebung gibt es in einem inoffiziellen Repository und macht jetzt auch unter Ubuntu 13.10 eine gute Figur.
Vergrößern Cinnamon 2.0 für Ubuntu: Die aktuelle Version der alternativen Desktop-Umgebung gibt es in einem inoffiziellen Repository und macht jetzt auch unter Ubuntu 13.10 eine gute Figur.

Alternative Desktops - Cinnamon 2.0 im aktuellen Ubuntu installieren

Mit Cinnamon hat sich unter Linux Mint ein vielversprechender alternativer Desktop etabliert, der im Gegensatz zu Gnome 3 und Unity traditionellen Bedienelementen treu bleibt. Obwohl es auch für Ubuntu 13.10 inoffizielle Pakete für Cinnamon 2.0 gab, war die Installation auf dieser Distribution bislang problematisch. Denn dabei wurden Gnome-Bibliotheken ausgetauscht: Ein parallel installiertes Unity konnte anschließend nicht mehr starten.

Bisher mussten sich Ubuntu-Anwender zwischen dem vorinstallierten Unity oder Cinnamon 2.0 entscheiden, denn beides lief nebeneinander nicht. Das hat sich jetzt nach einem Update der Cinnamon-Pakete im inoffiziellen Repository geändert, und Anwender von Ubuntu 13.10 bekommen Cinnamon 2.0 ohne Nebenwirkungen. Die Desktop-Umgebung Cinnamon arbeitet nicht mehr nur als alternative Gnome-Shell, sondern ist eine eigenständige Arbeitsumgebung geworden. Zwar basiert Cinnamon immer noch auf GTK und auf Gnome-Bibliotheken, es setzt aber kein komplett installiertes Gnome 3 mehr voraus. Damit ist es auch einfacher geworden, Cinnamon strikt von Unity zu trennen, damit es keine Konflikte bei Bibliotheken gibt. Zur Aufnahme der inoffiziellen Paketquelle (PPA) von Cinnamon 2.0 in die Paketlisten geben Sie im Terminal-Fenster

sudo add-apt-repository ppa:gwendal-lebihan-dev/cinnamon-stable

ein und können dann nach der obligatorischen Bestätigung mit den beiden Befehlen

sudo apt-get update sudo apt-get install cinnamon
Wieder gute Nachbarn: Cinnamon 2.0 macht nun neben Unity unter Ubuntu 13.10 keine Probleme mehr.
Vergrößern Wieder gute Nachbarn: Cinnamon 2.0 macht nun neben Unity unter Ubuntu 13.10 keine Probleme mehr.

den Desktop mit allen abhängigen Paketen installieren. Die Menge der heruntergeladenen Pakete beläuft sich auf rund 40 MB. Nachdem der Paketmanager seine Arbeit abgeschlossen hat, melden Sie sich ab und finden jetzt auf dem Anmeldebildschirm bei einem Klick auf das Unity-Symbol oberhalb des Passwortkastens einen Eintrag für „Cinnamon“ und „Cinnamon 2D“. Letzterer startet Cinnamon ohne Hardware-beschleunigte Grafikeffekte, falls das System keinen unterstützten Grafikchip bietet.

Firefox im Gnome-Gewand: Den Stil „Adwaita“ von Gnome gibt es als Add-on auch für Firefox – oben das gewöhnliche Programmfenster, darunter der optisch angepasste Firefox.
Vergrößern Firefox im Gnome-Gewand: Den Stil „Adwaita“ von Gnome gibt es als Add-on auch für Firefox – oben das gewöhnliche Programmfenster, darunter der optisch angepasste Firefox.

Gnome - Browser-Kosmetik für Firefox

Unter Gnome 3, dessen neuester Stand beispielsweise in Fedora 20 zu bestaunen ist, fällt Firefox optisch leicht aus dem Rahmen. Da die Bedienelemente des Browsers nicht dem Stil des Desktops folgen, wirkt Firefox neben den Programmfenstern von Gnome 3 etwas fremd.

Ein Add-on für Firefox steckt den Browser in ein passendes Gewand für den Auftritt auf dem Gnome-Desktop: Die Ergänzung mit dem passenden Namen „Gnome 3“ steht zur Installation bereit und funktioniert in Firefox ab Version 24. Die Optik entspricht jener von „Adwaita“, dem Standardstil von Gnome 3. Ein passender Zusatz zur Gnome-Optik istdas Add-on „Htitle“, das bei einem maximierten Firefox-Fenster unter Gnome die Titelleiste ausblendet.

Diese Erweiterung finden Sie unter
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/htitle .

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